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Alexander Jagtenberg | ||||
| persönliche Daten | ||||
| Geboren | Amersfoort, 3. August1921 | |||
| Verstorben | Amsterdam, 14. Juni2010 | |||
| Beruf(e) | Illustrator, Grafikdesigner | |||
| RKD-Profil | ||||
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Alexander Jagtenberg (Amersfoort, 3. August1921 - Amsterdam, 14. Juni2010) war ein niederländischer (Werbe-)Zeichner, Zeichner politischer Drucke und Grafikdesigner.
Jugend
Jagtenberg (bekannt als Alex oder Lex) wuchs in Amersfoort als Jüngster einer sozialistisch orientierten Familie mit acht Kindern auf. Sein Vater Gerrit Jagtenberg (1882-1950) verbrachte mehrere Jahre als Gastarbeiter in Bochum (Deutschland), wo einige von Jagtenbergs Geschwistern geboren wurden.
Zusammenarbeit mit Pieter Kuhn
Jagtenberg begann seine Karriere als Werbekünstler bei Bureau J.P. (Jaap) Kastelein in Hilversum, wo immer in diesem Moment Pieter Kuhn (1910-1966) und Cor van Velsen (1921-2010) arbeitete als Zeichner. Während seiner Tätigkeit bei Kastelein zeichnete Jagtenberg unter anderem ein Erfrischungsplakat der Coöperatieve Groothandelsvereeniging De Handelskamer (HAKA), arbeitete aber auch hauptsächlich an Entwürfen von Kuhn, dem Chefzeichner bei Kastelein. Als Kuhn 1942 sein eigenes Zeichenstudio gründete, nahm er Jagtenberg mit.[1] Gemeinsam begannen die beiden, Illustrationen für eine Reihe von Märchenbüchern zu produzieren. Diese Bücher wurden 1943 und 1944 im Verlag Goede Pers in . veröffentlicht verboten, hinter dessen Aufdruck in Wirklichkeit der Buchhändler Hilversum Richard Bing (1901-1944) verborgen. Die meisten Illustrationen stammen von Kuhn, wobei Jagtenberg sich um Kolorierung und Veredelung kümmert. Jagtenberg hat sich übrigens auch um den gesamten Druck gekümmert.[2] Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt, das in den Kriegsjahren Essen auf den Tisch brachte, war die Produktion einer Postkartenserie mit fiktiven altholländischen Stadtansichten und Straßenszenen. Obwohl diese Postkarten auch Kuhns Unterschrift tragen, spielte Jagtenberg eine wichtige Rolle bei ihrer Entstehung.[3] Um einer Beschäftigung in Deutschland zu entgehen, versteckte sich Jagtenberg 1944 auf einem Boot von Pieter Kuhn Loosdrecht. Auch sein ehemaliger Kollege Cor van Velsen hat sich auf diesem Boot seit einiger Zeit versteckt, ebenso der bereits erwähnte Richard Bing. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Jagtenberg irgendwo dazwischen Rembrandtplein und Münze Pieter Kuhn wieder. Bei dieser Gelegenheit fragte Kuhn Jagtenberg, ob er sich für das Zeichnen von Comics interessiere. Kuhn arbeitete damals schon am Zeitungsstreifen Kapitän Rob der ihn später berühmt machte. Jagtenberg lehnte das Angebot von Kunh ab, weil ihm das Zeichnen eines täglichen Comics zu zeitaufwändig war.
Nachkriegsarbeit
Jetzt Mitglied werden im CPN Jagtenberg begann, politische Bilder für die Zeitung CPN zu zeichnen Die Wahrheit (1945-1958), das CPN-Propagandamagazin Nach vorne (1946-1950) und die ebenfalls kommunistisch orientierte Kulturwoche Die Flamme (1945-1952).[4] Nach dem CPN 1958 wurde eine Gruppe kritischer Kommunisten ausgeschlossen Jagtenberg trat auch aus der CPN aus. Die ausgeschlossenen und pensionierten CPN-Mitglieder vereinigten sich in der sogenannten Brückengruppe, die ein monatlich erscheinendes Magazin unter dem Titel Die Brücke an dem auch Jagtenberg mitgearbeitet hat. Übrigens pflegte Jagtenberg seine politischen Drucke nicht zu unterschreiben, oder benutzte dafür allenfalls seinen Anfangsbuchstaben "A". Nach seinem Austritt aus der CPN begann Jagtenberg auch, Zeichnungen für die posthum erschienene Kinderbibel einer Theologin, Widerstandsfrau und Feministin anzufertigen. Hannie Kuiper. Diese Kinderbibel wurde 1959 vom Amsterdamer Verlag H.J. Paris. Im Laufe der Jahre entwarf Jagtenberg für denselben Verlag fünfzig auch diverse Buchcover, darunter die der Bestseller those Die Bibel hat Recht (1955) von Werner Keller und Die versteckten Verführer (1958) von Vance Packard. In den Jahren sechzig und siebzig es folgten viele Dutzend Buchcover für den Verlag Geboren (Wellen/Amsterdam), einschließlich derer für die Serien Born paperbacks (1965-1972), Born Detectives (1968-1978) und Geborene Science-Fiction (1968-1978).[5] Für die mit einem Foto versehenen Buchcover arbeitete Jagtenberg oft mit dem bekannten Amsterdamer Fotografen zusammen Frits Lemaire. Das mit Abstand meistverkaufte Buch, für das Jagtenberg das Cover (mit einem Foto von Lemaire) gestaltet hat, war Was sehe ich... (1965), der by Albert Mol aufgezeichnete Geständnisse einer Amsterdamer Prostituierten.
Sonstiges
Jagtenberg war mit der javanischen Tänzerin Lillah Soesilo verheiratet und hatte zwei Töchter. Bei den Kommunalwahlen 1962 in Amsterdam kandidierte Lillah Jagtenberg-Soesilo für die Brug-Gruppe Sozialistische Arbeiterpartei (SWP), gewann aber keinen Sitz. In einem am 30. November 1989 ausgestrahlten Radiointerview erklärte Jagtenberg unter anderem, er sei den kommunistischen Prinzipien stets treu geblieben, aber vom Kommunismus als politischem System enttäuscht worden.[6] Jagtenbergs Tochter Damaijanti (1954) ist als Maskenbildnerin in der Rundfunkwelt bekannt geworden.