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Amitav Ghosh
Amitav Ghosh

Amitav Ghosh (Kalkutta, 1956) ist ein indisch Schriftsteller wer schreibt rein Englisch. Er studierte an der Universität Delhi und der Universität von Oxford.

Eine erste Bekanntschaft mit Amitav Ghoshs Werk weckt bei fast allen Lesern Erinnerungen Salman Rushdie. Die Tatsache, dass sie beide Inder sind, beide auf Englisch schreiben und beide eine Geschichtenwelt verwenden, in der die indische und damit auch die asiatische Kultur eine wichtige Rolle spielt, macht diese Assoziation deutlich. Aber Ghosh ist kein Epigone von Rushdie. Er hat seine eigene Stimme und seinen eigenen Stil, seine eigene Vision und Philosophie.

1986 erscheint sein erstes Buch: Der Kreis der Vernunft (übersetzt als Bengalisches Feuer oder die Macht der Vernunft, 1989 im Weltfenster). Darin untersucht er die "Kompatibilität" der Western Rationalismus und indisch Traditionalismus – oder, wenn letzteres zu abschätzig klingt, das kulturelle Substrat Indiens. Sofort ein tolles Buch zu den Themen Grund, Hingabe und Tot die sofort kritischen Beifall in und außerhalb Englands hervorrief.

Zwei Jahre später ist er wieder mit Die Schattenlinien, eine Bestätigung seines Talents, aber vielleicht nicht auf dem Niveau seines Debüts. Seine literarische Karriere ruht. Eine sogenannte Reisegeschichte In einem antiken Land erscheint 1992 (Ziel Ägypten) gräbt in die Vergangenheit dieses Landes (einschließlich der Kreuzzüge) zu den neuesten Nachrichten (Operation Wüstensturm). In diesem Buch zeigt er auch anhand einer Quellenstudie eines ägyptisch-jüdischen Kaufmanns und seines Sklaven, wie selbstverständlich das orientalische Judentum in der arabischen Welt und rund um den Indischen Ozean präsent war. Er erzählt auch die Geschichte der Geniza, der Archivort dieser Juden von Kairo und wie durch einen westbritischen Juden diese orientalisch-jüdischen Archive und ihre Bibliothek heimlich in westliche Bibliotheken "übertragen" wurden, eine Aktion, die im Nachhinein ein Auftakt für Ghosz für die Überführung von 80.000 ägyptischen Juden in den Staat Israel ist , wo sie unter die Herrschaft westlicher zionistischer Juden kamen.

Von Das Kalkutta-Chromosom er nimmt den literarischen Faden wieder auf, aber es dauert bis 2000, bis ihm der große Durchbruch gelingt mit Der Glaspalast (übersetzt als Der Kristallpalast), ein umfassendes Fresko von Myanmar, die Dekolonisierung des Fernen Ostens, die postkolonialen Diktaturen und die halbkoloniale Ausbeutung.

In Die hungrige Flut (2004) kehrt er zurück zu Bengalen.