WikiDer > Arnis

Arnis
Arnis
Stadt in DeutschlandFlagge von Deutschland
Wappen von Arnis
Arnis (Schleswig-Holstein)
Arnis
Ort
ZustandFlagge des deutschen Bundeslandes Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein
KreisSchleswig-Flensburg
amtKappeln-Land
Koordinaten54° 38′ N, 09° 56′ O
Allgemeines
Oberfläche0,45 km²
Einwohner(31-12-2018[1])284
(631 Einwohner/km²)
Höhe2 m
BürgermeisterBernd Kugler (BFA)
Wirtschaft
GewSt Hebesatz% ([1])
Andere
Postleitzahl24399
Vorwahl04642
NummernschildSL
Gemeindenummer01 0 59 002
Webseitewww.stadt-arnis.de
Lage von Arnis in Schleswig-Flensburg
Karte von Arnis
Portal  Portalsymbol  Deutschland

Arnis (dänisch: Arns) Arnis ist mit etwa 300 Einwohnern die kleinste Stadt in Deutschland gemessen an der Einwohnerzahl und mit 0,45 km² auch die flächenmäßig kleinste Stadt. Es befindet sich im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein auf einer Halbinsel in der Schlei in der Landschaft von Angeln im Kreis Schleswig-Flensburg. Arnis hat 284 Einwohner.[1]

Geschichte

Ursprünglich war Arnis eine Halbinsel in der fjordartigen Schlei. Während der Auseinandersetzungen mit den Grafen von Schauenburg und Holstein und der Hanse um den Status Schleswigs befahl der dänische König Erich von Pommern 1415 den Bau von zwei primitiven Burgen in der Schlei, Schwonsburg und auf der gegenüberliegenden Höhe des heutigen Arnis-Friedhofs. Zur besseren Verteidigung wurde die Landenge zwischen Arnis und Angeln geschnitten. Arnis wurde eine Insel.

1666 versuchte der Adlige Detlef von Rumohr, die Familien des nahe gelegenen Dorfes Kappeln zu gewinnen. Sie hatten bereits gegen diese Adelsfamilie gekämpft und den Herzog Christian Albrecht um Hilfe gebeten. Da Detlef von Rumohr ein Verbündeter des dänischen Königs Herzog Christian Albrecht war, antwortete er positiv - er hoffte, einen politischen Feind zu schwächen. Kappelner Kapitäne waren erfolgreich, so hoffte er auch auf seinem Land einen neuen wohlhabenden Hafen zu errichten und bot die Insel Arnis als Standort für eine neue Siedlung an. Zur Unterstützung dieses Vorhabens verlieh er den Kappelner Familien eine Urkunde mit zwanzig Privilegien ("Arnisser-Privileg").[2].

Detlef von Rumohr reagierte mit einer Doppelstrategie: Er verzichtete auf die Beschäftigung der Kappelner, übte aber Druck auf die Emigranten aus. Am Ende wurden in Arnis nur 30 Häuser gebaut, und die neue Siedlung geriet während des Skandinavischen Krieges und den anschließenden Konflikten zwischen Holstein-Gottorp und Dänemark in eine Krise. In Arnis starben mehrere Jahre mehr Menschen als geboren wurden. Als Christian Albrechts Sohn Friedrich IV. eine neue 11-jährige Steuerbefreiung für Neusiedler Arnis wuchs Ende des 18. Jahrhunderts und im 19. Jahrhundert zu einem wohlhabenden Skippergebiet mit maximal 1000 Einwohnern und fast 90 Segelschiffen (1864) heran.[3].

Die Schiffer und Reeder von Arnis bauten zusammen mit denen von Kappeln eine neue Schleimündung, was eigentlich Aufgabe der Stadt Schleswig war. Weil öffentliche Gelder für dieses ehrgeizige Projekt nicht ausreichten, führten private Gelder beider Bootsgemeinschaften nach einigen Rückschlägen zu einem endgültigen Erfolg. Heute basiert "Schleimünde" noch auf dem Bau der Jahre 1794 bis 1796. Zur Anregung des Projektes wurde die "Kombinierte Schiffergesellschaft zu Kappeln und Arnis" von Schiffsführern und Reedern gegründet. Mit einer Matrosengesellschaft profilierte sich Arnis unter den deutschen Häfen.

Jahrhundertelang waren Werften charakteristisch für die Wirtschaft in Arnis. Der erste urkundlich erwähnte Schiffsbau war die „Hoffnung“ im Jahr 1728.[4] Der Höhepunkt wurde mit vier Werften in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erreicht. Matthiesen & Paulsen lieferte Segelyachten in die USA und nach Japan. Schiffswerft Otto Eberhardt hatte über 40 Mitarbeiter – diese Werft wurde 2013 geschlossen. Es wurde 2017 mit den neuen Eigentümern Henning und Peter Eberhardt wiedereröffnet.[5].

Arnis heute

Yachtsport und Tourismus sind die beiden Hauptsäulen der Wirtschaft der kleinsten Stadt Deutschlands im 21. Jahrhundert. Die Werften konzentrieren sich heute auf die Instandhaltung.

Bilder

Literatur

  • Christopher Scharf: Beschreibung und Geschichte der Insel und des Fleckens Arnis. Schleswig 1838.
  • Nicolaus Schmidt: ARNIS 1667–2017 Die kleinste Stadt Deutschlands. Wachholtz-Verlag 2017.