WikiDer > Ayllu
Mit ayllu wird zur traditionellen Gesellschaftsform in der Anden, vor allem mit dem Quechua und der Aymara, angegeben.
Ayllus waren die politischen und sozialen Gemeinschaften der Prä-Inkas und das spätere Inkas. Sie bestanden hauptsächlich aus Verwandtschaftsgruppen, aber sie könnten auf Nichtverwandte ausgedehnt werden. Der Anführer war ein Curaca, eine erbliche Funktion, darüber könnte aber auch eine andere Vereinbarung getroffen werden. Ayllus verehrte oft ihre eigenen huaca: ein Einheimischer Gott normalerweise in einem physischen Objekt wie einem Berg oder einem Felsen verkörpert.
Ein ayllu war eine autarke Gemeinschaft, die für ihre eigene Nahrung sorgte und sich um die Erziehung ihrer Nachkommen kümmerte. Eine Ayllu besaß ein Stück Land und die Mitglieder hatten gegenseitige Verpflichtungen.
An einer Hochzeit die Frau schloss sich normalerweise der Ayllu ihres Mannes an. Aber sie hat es behalten Erbrecht auf dem Land ihrer Eltern und konnte durch Erben ihre Zugehörigkeit zu ihrer Heimat Ayllu wiedererlangen. Die meisten Veränderungen im ayllu fanden daher durch Heirat und Erbschaft statt.
Mit der Ankunft der Konquistadoren wurden die encomienda und später die Hazienda umgesetzt. Infolgedessen verschwand die traditionelle Ayllus praktisch und machte Platz für individuellen Landbesitz. In abgelegenen Gebieten wurde das System jedoch gewartet oder tauchte später wieder auf. Im modernen Quechua und im Aymara kommt das System daher heute noch oder wieder vor.