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Charles Schepens (Mouscron, 13. März1912 - Nahant (Massachusetts), 28. März2006) war ein Belgier Widerstandsheld während der Zweiter Weltkrieg und gilt als Begründer der modernen Augenchirurgie.
Schepens wurde als Sohn eines Hausarztes geboren und studierte Medizin in Gent. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs meldete er sich freiwillig als Sanitäter bei der belgischen Luftwaffe. Nach der Kapitulation der belgischen Armee stellte er sich auf die Seite des Widerstands. Die Arztpraxis von Schepens diente als Versteck und als "Poststelle", von der aus geheime Informationen verschickt wurden.
Mehr als einmal entkam er den Nazis nur knapp. Als er versuchte, eine Busladung alliierter Piloten außer Landes zu schmuggeln, wurde er von der Gestapo, aber zu seiner eigenen Überraschung nach zehn Tagen freigelassen. Entgegen dem Rat seiner Anhänger floh Schepens nicht nach England, sondern setzte den Kampf fort. Erst als er 1942 erfuhr, dass die Deutschen ihm wieder auf der Spur waren, reiste er nach Paris, wo er den Namen Jacques Perot annahm.
Schepens zog langsam weiter südlich nach Frankreich. Er schloss sich dem Widerstand in Vichy an und kaufte im Pyrenäendorf Mendive ein Sägewerk, das er zu einem florierenden Unternehmen machte. Schepens arbeitete so eng mit den Deutschen zusammen, dass die lokale Bevölkerung ihn für einen Kollaborateur hielt. In Wirklichkeit war seine Firma die perfekte Tarnung für einen ausgeklügelten Fluchtweg. Mit Hilfe eines Hirten schmuggelte er mit der kilometerlangen Seilbahn vom Sägewerk aus mindestens hundert Menschen über die Berge nach Spanien. Unter ihnen waren bedeutende wohlhabende belgische Widerstandskämpfer und sogar Regierungsbeamte. Nachdem ein gefolterter Komplize seine geheimen Operationen aufgedeckt hatte, klopfte die Gestapo eines Morgens an die Tür von Schepens. Er sah jedoch die Chance, nach Spanien zu fliehen. Über Spanien gelangte er schließlich nach England. Auch seiner Frau und seinen Kindern, die unter Hausarrest standen, gelang die Flucht und neun Monate später wurde die Familie in London wieder vereint.
Nach dem Krieg emigrierte Schepens in die USA, wo er sich als Augenchirurg einen Namen machte. Er erfand alle Arten von medizinischen Instrumenten, die noch heute verwendet werden. In Kriegszeiten stellte er experimentelle Versionen einiger Geräte mit Flugzeug- und Bombenkomponenten her. Aufgrund einer seiner Erfindungen ist die Erfolgsquote einer Wiederanbringung des Retina auf 90 Prozent gestiegen. Das größte Forschungszentrum für Augenkrankheiten, angegliedert an die renommierte Universität von Harvard, trägt seinen Namen.
Schepens war in seinen Widerstandshandlungen stets bescheiden und lehnte jedes Lob ab. Er stellte auch nicht die belgischen und französischen Auszeichnungen zur Schau, die er nach der Befreiung erhielt. Wenige Tage vor seinem Tod steckte ihm der französische Generalkonsul die Ehrenlegion auf.
Charles Schepens starb im Alter von 94 Jahren an einem Herzinfarkt.