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Edith Van Leckwyck

Edith Clementina Brunhilda (Edith) Van Leckwyck (Antwerpen, 25.März1899Amsterdam, 1987) war Belgier Maler.[1] Nach ihrer Heirat mit Heinrich Campendonk wird sie es auch sein Edith Clementina Brunhilda Campendonk-Van Leckwyck erwähnt.

Lebenszyklus

Herkunft und frühere Jahre

Edith Van Leckwyck stammte aus wohlhabenden Verhältnissen. Ihr Vater Charles Van Leckwyck war ein wohlhabender industrieller Kaffeeröster („Roter Pelikan“). Den Sommer verbrachte die Familie meist am Meer in der Villa in Middelkerke.

Die Familie van Leckwyck floh 1914 vor der Kriegsgewalt und ließ sich in Den Haag. Dort setzte Edith ihr luxuriöses Leben fort. Die Ausstellung der Expressionistengruppe „Der Sturm“ 1916 in Den Haag hat sie tief beeindruckt. Dort sah sie zum ersten Mal die Werke von Heinrich Campendonk. Edith erhielt ihre erste Malausbildung in Den Haag unter Anleitung der ebenfalls geflohenen belgischen Maler painter Jules Schmalzigaug und Willem Paerels.

1918 kehrte die Familie nach Antwerpen zurück. Ihr Vater war inzwischen zum Konsul von Brasilien ernannt worden. Über ihren Vater lernte sie einen hochrangigen Beamten der persischen Botschaft in Den Haag kennen. Bald heiratete Edith Prinz Mirra Mahmoud Khan des Beny Saghaph. Die Ehe entpuppte sich als Folge eines Kulturkampfes als Enttäuschung: Edith konnte unmöglich die von ihr erwartete Unterwerfung aufbringen. Am 17. Juli 1923 wurde die kinderlose Ehe in Paris durch Beschluss des Berufungsgerichts aufgelöst. Als sie ihre Selbstständigkeit wiedererlangt hatte, hatte sie einen schwierigen Neustart. Sie ging nach Antwerpen und nahm Unterricht bei Floris Jespers.

Edith traf Wassily Kandinsky und Heinrich Campendonk bei einer Ausstellung im Kunstkreis in Antwerpen 1929. Heinrich wollte eines ihrer Werke, und so beschlossen sie, zwei Hinterglasbilder auszutauschen.

Zusammen mit Heinrich Campendonk bereiste sie 1930 und 1932 Bretagne. Sie teilten ein gemeinsames Interesse an Friedhöfen und Blumen und es inspirierte ihre Arbeit. Sie malte auch oft in Middelkerke.

Ab 1931 unterrichtete sie Farbharmonie an der Berufsschule für Handwerk in Antwerpen. Im selben Jahr kaufte der belgische Staat ihr Werk „Church in Bretagne“. Aus ihrer Freundschaft mit Heinrich Campendonk wurde Liebe und sie heirateten in Middelkerke. Die Ehe wurde am 9. März 1935 geschlossen. Heinrich war seit dem 17. Januar 1933 von Adelheid Anna Julia Deichmann geschieden. Er hatte eine Tochter aus erster Ehe.

Leben in Amsterdam

Angst vor dem Aufstieg der Nazismus Nach ihrer Heirat flohen Heinrich und Edith nach Amsterdam und zog in eine Wohnung in der Stadhouderskade Nr. 67-2. Er wurde Leiter der Abteilung für Monumentale Kunst an der staatliche Akademie. Die Heirat markierte eine drastische Veränderung in Ediths Leben. Sie stellte sich nun ganz in den Dienst ihres Mannes und hörte fast ganz auf zu malen. Ihre Ehe blieb kinderlos. Heinrich Campendonk starb am 9. Mai 1957 nach schwerer Krankheit in Amsterdam.

Nach dem Tod von Heinrich

Edith van Leckwyck reiste nun um die Welt, u.a Einsiedelei in Sankt Petersburg und den Rockefeller Center in New York, um die Gemälde ihres Mannes zu identifizieren. Sie wurde mit Anfragen bombardiert, Campendonks Arbeiten auszustellen, aber sie lehnte sie jahrelang ab. Professor Doktor. DR. Hans Jaffe, ein Freund der Familie, konnte Edith schließlich überzeugen. Die Werke ihres Mannes wurden nach und nach in die Kunstwelt eingeführt.

Edith lebte nach dem Tod ihres Mannes weiter in Amsterdam. Von nun an mietete sie jeden Sommer ein kleines Atelier in Ostende, Albert I-Wandeling 24, wo sie nach siebenundzwanzig Jahren wieder begann zu malen. Nun machte sie keine beschaulichen Dorfszenen wie zuvor, sondern Szenen in einem glatten Drehbuch und mit leuchtenden Farben, wie Flugzeuge und Autos. Heute entstanden vor allem Ölgemälde, Aquarelle und glasunterlegte Gemälde. Sie starb 1987 im Alter von 88 Jahren in Amsterdam.

uvre

Berühmtheit erlangte sie vor allem als Malerin von Expressionist Landschaften und Stadtansichten und später durch ihre Eindrücke vom Meer, poetische Landschaften, Fauna und Flora und Fantasiedarstellungen. Ihr frühes Oeuvre ist topographisch interessant, weil es eher naturgetreue Landschaften und Dorfansichten enthält, aber dem fehlt der Enthusiasmus der Arbeiten aus der zweiten Periode.

Ausstellungen

  • 1927, Antwerpen, Salle Renis
  • 1930, Krefeld, Kaiser-Wilhelm-Museum: „Moderne Gemälde aus den Niederlanden“. (Gruppenausstellung mit ua Ensor, Permeke, Masereel und Vlaminck)
  • 1927, Antwerpen, Städtisches Parteihaus
  • 1927, Den Haag, Der Haager Kunstkreis
  • 1928, Rotterdam, Ausstellungsräume Eckaert
  • 1928, Essen Dietrich Baedecker Saal
  • 1928, Mülheim, Statisches Museum
  • 1929, Duisburg, Duisburger Museumsverein
  • 1929, Wiesbaden, Neues Museum
  • 1929, Köln, Galerie Abels
  • 1929, Antwerpen, Galerie „Der Kompass“
  • 1930, Hamburg, Hamburger Kunstverein
  • 1930, Krefeld, Kaiser-Wilhelm-Museum („Moderne Gemälde aus den Niederlanden“)
  • 1931, Antwerpen, Salle Oor
  • 1931, Lüttich, Salon des Beaux-Arts
  • 1932, Gent, Biennale
  • 1932, Rotterdam, Internationale Ausstellung
  • 1934, Sint-Niklaas-Waas, Stadtmuseum
  • 1934, Tournai, Cercle Artisque
  • 1934, Antwerpen, Städtischer Festsaal (Ausstellung „Moderne Kunst“)
  • 1934, Sint-Niklaas-Waas, Stadtmuseum (Moderne Kunst)
  • 1934, Antwerpen, Quatriennale
  • 1934, Venlo, Kunstkreis
  • 1935, Antwerpen, Halle Janus
  • 1962, Mainz, Gutenberg-Museum ("Hinterglasmalerei im 20. Jahrhundert")
  • 1963, Düsseldorf, Galerei Vömel
  • 1964, Ostende, Kursaal („Ostende in der Kunst“)
  • 1964, Bielefeld, Kunstsalon Otto Fischer
  • 1964, Mainz, Institut Français
  • 1965, Brüssel, Zentrum für Schöne Künste
  • 1965, Verviers, Société Royale des Beaux-Arts
  • 1966, Köln, Belgisches Haus
  • 1966, Wuppertal, Raumkunst Becher
  • 1966, Amsterdam, Galerie d'Endt
  • 1967, Gent, Galerie Kaleidoskoop
  • 1968, Antwerpen, B. P. Gebäude
  • 1968, Poperinge, Steenkiste Gallery
  • 1968, Middelkerke, Blumengalerie Verdonck, Leopoldlaan 15
  • 1968, Brügge, Brügge Galerie (Kontra Punt)
  • 1968, Amsterdam, Galerie d'Eendt
  • 1969, Ostende, eigenes Atelier
  • 1969, Hulst, Buchhandlung Galerie von Geyt
  • 1969, Hoogeveen, Kulturzentrum „De Tamboer“
  • 1970, Ostende, eigenes Atelier
  • 1971, Ostende, Kursaal (religiöse Kunst „Konfrontation“)
  • 1973, De Panne (religiöses Thema)
  • 1974, Krefeld, Kaiser-Wilhelm-Museum
  • 1974, Antwerpen, Provinzzentrum Arenberg
  • 1975, Ostende, Standardgalerie
  • 1979 's-Hertogenbosch, Kunsthandlung Borzo

Kollektionen

  • Antwerpen, Königliches Museum der Schönen Künste
  • Brüssel, Königliche Bibliothek, Drucksaalabteilung
  • Ostende, MuZEE
  • Sint-Niklaas, Stadtmuseum
  • Mülheim/Ruhr (Deutschland), Stadtmuseum
  • Krefeld (Deutschland), Kaiser-Wilhelm-Museum
  • Utrecht (Niederlande)
  • New Haven (USA)
  • Yale-Universität (USA)

Literatur

  • Dictionnaire des peintres belges du XIVe siècle à nos jours, Brüssel, 1994.
  • E. Hosten und R. Van Troostenberghe, Künstlerin Edith Van Leckwyck malt Middelkerke, in: Graningate, 23. Oktober-November-Dezember 2003, Nr. 92.