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Else Lohmann | ||||
| persönliche Daten | ||||
| Vollständiger Name | Elisabeth Emilie van der Feer Lader-Lohmann | |||
| Geboren | Bielefeld, 29. August1897 | |||
| Verstorben | Bärn, 25. Juni1984 | |||
| Beruf(e) | Maler | |||
| Leitdaten | ||||
| Stil(e) | Aquarellist, Maler, (Stift-)Künstler, Pastelist pastell | |||
| RKD-Profil | ||||
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Else Lohmann (Bielefeld, 29. August1897 - Bärn, 25. Juni1984) - vollständiger Name: Elisabeth Emilie van der Feer Lader-Lohmann - war ein deutsch-niederländischer Maler des expressiven Realismus.
Kindheit und Jugend
Elisabeth Emilie Lohmann war eine Tochter des Produzenten und Gründers Carl Lohmann (Lohmann Werke AG, Fabrik für Autolampen, Fahrradsättel, Hilfsmotoren und Reisetaschen) und seiner Frau Fanny Bensen, Tochter eines Arztes. Else Lohmann wuchs mit vier Geschwistern in einem künstlerisch interessierten liberalen Elternhaus auf und begann schon als Kind zu zeichnen. Nach dem Abitur ging sie 1914 nach Dresden, wo eine Tante lebte. In Dresden lernte sie die Strömungen der modernen Kunst kennen und kam in den städtischen Museen mit Meistern wie Rembrandt, Tizian und Raffael in Kontakt.
Eine Frau war damals nicht an einer Kunstakademie zugelassen, also ging sie auf eine private Kunstakademie. Wie viele andere spätere Künstler (Ilse Heller Lazard, Florence Henri, Thea Hucke, Minna Kohler-Roeber, Karen Schacht) lernte sie bis 1916 bei dem baltischen Landschaftsmaler Johann Walter-Kurau (1869-1932) die Arbeit mit Öl. Sie folgte ihm dann bei Kriegsende von Dresden nach Berlin. Obwohl die aus Jelgava in Lettland stammende Lehrerin ihren Malstil stark beeinflusst hatte, entwickelte sie in der Folge einen eigenen Ausdrucksstil, der sich eher an Paula Modersohn-Becker oder den Malern der Künstlergruppe Die Brücke orientierte. Ihre Praxiszeit in Dresden war nur von kurzer Dauer, da Walter-Kurau nach Berlin ging, wo er später Else folgte. Sie genoss ihr Leben als Malerin in Berlin: „Es war eine tolle Zeit. Ich habe die schönsten Ausstellungen gesehen und bin in Berliner Cafés mit den bedeutendsten Künstlern der Zeit in Kontakt gekommen.“ Walters Spezialität der Kuraus-Malerei war Landschaft und Porträtmalerei. Auf Ausflügen aufs Land entstanden viele kleine Arbeiten.
Heirat und Leben in den Niederlanden
1921 unternahm Else Lohmann eine Italienreise. In Rom lernte sie den niederländischen Kunstsammler Cees van der Feer Lader wissen, wen sie 1922 heiratete.[1] Sie brachte eine beträchtliche Mitgift in die Ehe ein, so dass eine Rohstoffagentur in den Niederlanden erworben werden konnte. Ihr Mann hatte wenig Interesse an moderner Malerei, daher standen die Erziehung ihrer beiden Kinder und die Führung einer großen Familie im Mittelpunkt. In diesen Jahren entstanden nur wenige, weniger bedeutende Werke. In ihrer Zeit in Baarn (1969-1984) war sie Mitglied der Die Eem-Region, eine Arbeitsgemeinschaft von Künstlern aus Baarn und soest, und später der Baarnse Association of Visual Artists.[2]
Zweite Schaffensperiode in den 1950er Jahren und die Wiederentdeckung ihres Werks
Nach dem Tod ihres Mannes 1951 erlebt Else Lohmann eine zweite Schaffensperiode. Viele ihrer Bilder entstanden auf ihren Reisen in den Niederlanden und im Süden Europas. In den Niederlanden stellte sie in Galerien und Kulturzentren aus. In ihrer deutschen Heimat stellten sie fest, dass sie zu spät kam. In Bielefeld gab es 1980 eine Ausstellung ihrer Werke in der Galerie Jesse, die sie noch selbst besuchte. 1983 wurden ihre Fotos in einer Gruppenausstellung in der Kunsthalle Bielefeld gezeigt. Ein Jahr später starb Else Lohmann und wurde auf dem Neuer Generalfriedhof Baarn zum Wijkamplaan in Baarn.[3]
In den 1990er Jahren wurden viele Künstler ihrer Generation wiederentdeckt. Das Hidden Museum in Berlin widmete ihr 1991 eine Einzelausstellung. Die Kunstausstellung zum 140. Geburtstag von Johann Walter-Kuraus zeigte 2009 neben seinem Werk auch Fotografien seiner Malstudenten Else Lohmann, Minna Kohler-Roeber, Ilse Heller Lazard und Eva Lang in jelgava/Lettland und Berlin Sie hinterlässt eine umfangreiche, nicht katalogisierte Werkliste von mehreren hundert Gemälden und Skizzen, die über die ganze Welt verstreut sind. Im Besitz der Familie Lohmann / Heise sind einige wichtige Bilder ihres Nachlasses erhalten geblieben.
Arbeiten (Auswahl)
- Frau mit Hut (1919)[4]
- Weiblicher Akt (1919)
Ausstellungen (Auswahl)
- 1977: Malerkreis Baarn, Niederlande
- 1981: Jesse Galerie, Bielefeld
- 1983: Malerei und Grafik 1900-193, Kunsthalle Bielefeld (posthum)
- 1986: Retrospektive Einzelausstellung: Else Lohmann , Museum Waldhof (Bielefeld)
- 1991: Else Lohmann: Die Berliner Jahre 1917-1921
Literatur
- Hans Bronkhorst: Else Lohmann (1897-1984), in Het Eemland 2 : Biographie bekannter und unbekannter Eemländer, p. 143-147 (1999)
- Nicole Seidensticker Delius: Else Lohmann - Farbgeständnisse. Das bildnerische Werk des Künstlers Bielefeld, Westfalen-Verlag, Bielefeld 1991. ISBN 3-88918-066-3
- Christina Wittler: Späte Anerkennung. Die Malerin Else Lohmann (1897-1984) , in: Bärbel Sunderbrink (Hrsg.): Frauen in der Geschichte Bielefelds, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2010 ISBN 978-3-89534-795-5 (S.233-240)
- Bielefelder Kunstverein (Hg): Else Lohmann (1897-1984). Gemälde, Zeichnungen. Ausstellungskatalog, Bielefeld 1986.
- Gisela Breitling: Glanz und Frische der Landschaft. Die expressionistische Malerin Else Lohmann In: Museumsjournal, 5, 1991, Nr. 4
- Ingrid der Lager: Maler im 20. Jahrhundert. Skulpturenkunst der "Lost Generation". Geburtsjahrgänge 1890-1910. München 2000.
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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