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Friedrich Gilly
Friedrich Gilly

Friedrich Gilly (Altdamm Biene stettin, 16. Februar1772 - Karlsbad, 3. August1800) war ein DeutscheArchitekt. Er gehörte zu einer kleinen Gruppe junger Architekten, die um 1790 die imposante Monumentalität des dorischen Ordens entdeckten.

Gilly hat Italien nie besucht. Er starb jung und zeigte nur einen flüchtigen Blick auf sein enormes Talent. Dies spiegelte sich in zwei meisterhaften Entwürfen wider: einer für ein nationales Denkmal für Friedrich der Große (1797), ein weiteres für das Berliner Nationaltheater (1798). Die kraftvolle Volumenstruktur des letzteren geht einher mit einer starken funktionalen Lesbarkeit. Noch gewagter als bei Ledoux klassische Motive (dorisches Eingangsportal, Thermofenster) sind in das plastische Gelenk eingebettet.

Im Entwurf für Friedrich den Großen platzierte er einen Peripteros auf einem pathetischen Unterbau mit einem schlichten geometrischen Muster. Der offene Raum um ihn herum wird von Obelisken, einem Triumphbogen und Kolonnaden rhythmisiert. Das Ganze strahlt eine Grabespracht aus. Walhalla bei Regensburg von Leo von Klenze (1831 - 1842) ist ihr zu vollem Dank verpflichtet. In beiden Entwürfen wird das klassische Design durch einen pompösen Kontext auf die Ebene des Erhabenen gehoben.

Die Art und Weise, wie Friedrich Gilly mit seinem Entwurf für das Denkmal Friedrichs des Großen dem klassischen Design eine romantische Sensibilität einflößte, beeindruckte den Sechzehnjährigen tief Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841). Es war Gilly, der ihn davon überzeugte, dass Architektur die Materialisierung höherer Ideale sein sollte. Gilly war, wie Schinkel es ausdrückte, der Schöpfer von allem, was ich bin.

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