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Es Galgenwald (auch 'Ter Galge' oder 'Ter Weelde' genannt) ist ein Wäldchen von nur einer halben Hektar groß in Heiliger Andreas, Bezirk der Stadt Brügge, neben dem Diksmuidse Heerweg. Im Wald sind noch deutlich die Überreste einer mittelalterlichen 7-zackigen Festung zu erkennen, die zusammen mit den anderen Relikten auf die reiche Geschichte des Waldes hinweisen.
Aktueller Wald
Der heutige Wald liegt zwischen dem Diksmuidse Heerweg und Fort Zevenbergen. Obwohl der Wald eingezäunt ist, ist er über den Eingang in Fort Zevenbergen oder die beiden Eingänge am Diksmuidse Heerweg, wo sich auch eine Informationstafel befindet, für Fußgänger frei zugänglich.
Unter den hohen, stattlichen Buchen befindet sich eine irdene Erhebung, in der noch ein siebenzackiger Wall zu sehen ist. Auf den Spitzen dieses Sterns befinden sich Niederholzöfen aus Hainbuche ca. 300 Jahre alt. Die größte davon, im Nordwesten bei der Informationstafel zu finden, hat einen Durchmesser von 10 Metern.
Geschichte
Eine Bodenuntersuchung[1] weisen Sie darauf hin, dass der Boden ein Zeugenhügel aus der Pleistozän- die sich stark von der Umgebung abhebt. An der jetzigen Stelle gab es also schon immer einen Hügel.
Die Diksmuide Heerbaan wurde dort in der Römerzeit gebaut. Vermutlich ging er dann über den Hügel, auf dem jetzt der Galgenbos liegt. Außer dieser Autobahn sind keine römischen Aktivitäten in der Nähe des Galgenbos bekannt.
Mittelalter
13. bis 16. Jahrhundert: Galgenplatz und Leprakolonie
Der erste Galgen in Brügge befand sich im Stadtzentrum. Im 11. Jahrhundert entschied sich der Magistrat der Stadt jedoch, es außerhalb von Brügge zu platzieren. Durch das Wachstum von Brügge rückte der Galgen immer weiter vom Zentrum weg, bis er im 13. Jahrhundert auf Sint-Andries landete. Der Galgen wurde in einer Seitenstraße des Diksmuidse Heerwegs in der Kaakstraatje (die inzwischen verschwunden ist) aufgestellt. Durch die Aufstellung des Galgens an einer gut sichtbaren Stelle entlang einer wichtigen Zufahrtsstraße wollte man Fehlverhalten vorbeugen.
Die erste Erwähnung des neuen Ortes ist 1261, obwohl das genaue Datum der Galgenverschiebung unbekannt ist. Der Galgen selbst war wahrscheinlich eine Konstruktion mit einem Blausteinfundament, drei Blausteinpfeilern, auf denen Holz- oder Metallquerbalken mehrere Galgen hielten. Mittelalterliche Karten zeigen auch einen Hofbaum in der Nähe des Galgens, der inzwischen verschwunden ist. Wie bei vielen Gerichtsbäumen war es ein Linde, wie aus der Zeichnung auf der Karte ersichtlich ist.
Im Jahr 1453 erwähnt eine Urkunde eine Leprakolonie auf dem "stuk ter Galge" der Magdalenaprorierie. Die Aussätzigen oder 'Kranken Bauern' lebten hier in kleinen Holzhäusern, isoliert vom Rest der Stadt und erhielten als Gegenleistung für die Bewachung der Häftlinge eine kleine Entschädigung vom Magistrat der Stadt. Wenn Phalangen oder Phalangen von den Erhängten fielen, durften sie diese als begehrtes Amulett an die Stadtbewohner verkaufen. Wenn die Leiche vollständig vom Galgen fiel, hatten sie das Recht, sie zu begraben. Aus den Archiven geht hervor, dass 1562 kaum noch Leprakranke lebten und die Leprakrankenhäuser vor 1588 abgerissen worden waren.
Um diese Zeit wurde der Name des Stückes in „Ter Weelde“ geändert, nach dem nahe gelegenen Bauernhof.
16. Jahrhundert und 17. Jahrhundert
Auf dem Hügel wurde im 16. Jahrhundert ein Doppelwall errichtet, um eine Verteidigungsfestung zu errichten. Diese siebeneckige Konstruktion war eine der vielen Festungen rund um Brügge, die Brügge zur Zeit des Tachyjähriger Krieg schützen musste. Durch die Ausgrabung eines Wassergrabens um Ter Galge wurde die Keramik der Leprakolonie aus dem 13. und 14. Jahrhundert zerstört und darauf geworfen, wie archäologische Untersuchungen gezeigt haben.
Die Festung wurde um das 17. Jahrhundert aufgegeben. Rund um die 'Ommeoper' von 1690 sind keine Bäume mehr zu sehen. Die Niederholzöfen wurden daher wohl etwas später gepflanzt.
18. Jahrhundert und später
Der Galgen blieb bis 1795 in Betrieb, danach wurde er abgerissen. Um diese Zeit gelangte das Gebiet in die Hände des Board of the Civilian Armenhouses, der es 1878 an den damaligen Bürgermeister von Sint-Andries, Paul Coppieters, verkaufte. Er besaß auch die Burg und den dazugehörigen Wald gegenüber dem Diksmuidse Heerweg, dem heutigen now Coppietersbos namens. Er wollte die Allee zum Schloss durch den Galgenwald verlängern. Diese Pläne wurden jedoch nie ausgeführt.
1977 wurde das Gebiet von der Stadt Brügge gekauft, um es zusammen mit der Umgebung aufzuteilen. Als die reiche Geschichte bekannt wurde, wurde auf eine Zuweisung des Galgenwaldes verzichtet und 2009 das Denkmalschutzverfahren eingeleitet, so dass die Niederholzöfen am 14. Juli 2010 als Denkmal anerkannt wurden.
Aktuelle Nutzung
Aufgrund des Vorhandenseins der alten Niederholzöfen und der besonderen Reliefstruktur ist für den Hain besondere Sorgfalt erforderlich. Ein Crossparcours oder gar ein Spielwald sind nicht möglich.[2] Der Wald ist zum Spazierengehen für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die alten Niederholzöfen bestehend aus Hainbuchen sind eine wertvolle Quelle für einheimisches Saatgut. Es Agentur für Natur und Wald sammelt Samen von diesen wertvollen Bäumen.
Quellen
- https://inventaris.onroerenderfgoed.be/indication objects/11511
- https://www.brugge.be/files/uploads/document/stadsparken_v1_lr.pdf
- https://www.openstreetmap.org/way/601377490#map=19/51.18974/3.19045
- Zwaenepoel, A. (2005). Bestandsaufnahme traditioneller Solitärbäume als Richtschnur für
Natur- und Landschaftsschutz und Restaurierung in Westflandern. Wvi, im Auftrag der Provinz Westflandern, 294p
- De Ommeoper Mestdagh Nr. 1016 fol. 11r von 1693
- Informationstafel vor Ort