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Im Haibun (俳文) ist eine Form von Japanische Poesie in welchem Prosa und Poesie werden miteinander vermischt. Ein Haibun ist oft autobiografisch, insbesondere inhaltlich ein Reisetagebuch.
Der Haibun ist inspiriert von der Haiku; die Aufmerksamkeit richtet sich auf alltägliche Dinge aus dem Leben des Autors und seines Umfelds, weshalb die Tagebuchform und die Ich-Form viel Anerkennung finden. Die rein beschreibende Prosa von Reisen, Festen und Begegnungen erfordert Nüchternheit und eine gewisse Unbeschwertheit, um gewisse Anekdoten und Ereignisse zu beleuchten. Das Haibun verwendet prägnante, aber bildreiche Prosa, in die einige Haiku eingearbeitet sind. An sich ergänzen sie den Text, aber er wiederholen ihn nicht, die Beziehung zwischen beiden ist oft subtil. Charakteristisch sind die raffinierten Landschaftsbeschreibungen, die überraschenden Übergänge, das assoziative Denken und die milde Ironie. Die Annäherung an das „Phänomen Mensch“ mit einem Fragezeichen liefert eine eindringliche poetische Aussage.
Als Genre wird das Haibun selten praktiziert, obwohl eine direkte Verbindung zum Haiku besteht. Der japanische Dichter Matsuo Basho beschrieb seine Reisen in Haibun; das bekannteste davon ist das Meisterhafte:
- Oku no Hosomichi, 1689 (Die schmale Straße in den hohen Norden)
Ein zeitgenössisches Haibun des Dichters Stig Hansen:
Brücke
Sie trägt ihn seit Jahren in ihren Armen. Oder auf ihren Schultern. Es hängt davon ab. Im Laufe der Jahre ist sie spröder und er schwerer geworden. Aber sie denkt nicht daran, aufzugeben. Er ist es, der ihr die Kraft gibt, durchzuhalten. Er war es, der gerade verheiratet war, der sie in seinen Armen über die Schwelle trug. Sie waren gut zueinander. Sie haben Kinder, die sich nicht mehr um sie kümmern. Sein greifbares Gedächtnis ermöglicht es ihr, nicht zu sterben. Letztlich lebt sie für ihn, wie er immer für sie gelebt hat. Und sie plant, Jahre hinzuzufügen. Das ist sie ihm schuldig.
die verrostete Brückeüber immer weniger Wasser
hält jahrelang
Veröffentlichungen
- Wim Lofvers: Roots: Versuch eines Haibun, 2003,
- Geert Verbeke: Fegender Regen - 85 Haibun, 2005, ISBN 90-805634-8-X
- Geert Verbeke: Schach-Einsiedler 2008, ISBN 978-90-812918-0-4
- Geert Verbeke: "HE", 2009 Leerer Himmel.
- Geert Verbeke: "Mandarin" 2010 Leerer Himmel.
- Jac Vrömen: Reise durch den Tag: Haibun, 2006, ISBN 978-90-809482-3-5
- Lös Nobel: Jenseits des Äquators: Reiseeindruck in Haibun-Form, 2006, ISBN 978-90-76542-99-7