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Heinrich Johann Nepomuk Crantz, später Freiherrvon Crantz oder von Cranz (Roodt-sur-Eisch, 25. November 1722 – Judenburg, 18. Januar 1799) war Arzt und Professor Pflanzenstoffe und Physiologie im Wien.[1] Er veröffentlichte unter dem Namen Henricus Crantz. Kaiserin Maria Theresia von Österreich adelte ihn mit dem Titel Freiherr.
Lebenszyklus
Luxemburg
Crantz wurde in Roodt-sur-Eisch geboren, einem Dorf in der Nähe von capellen im Herzogtum Luxemburg, einer der Österreichische Niederlande. Er studierte als einer der ersten Medizin bei Professor Gerard van Swieten zum Wiener Medizinische Schule. 1750 promovierte er zum Doktor der Medizin.
Geburtshilfe
Van Swieten erhielt ein Stipendium von Kaiserin Maria-Theresa, um Crantz zu ermöglichen, die Geburtshilfe in Paris und London (1750-1754). In Paris machte Crantz eine Lehre bei den bekannten Hebammen André Levret (1703-1780) und Nicolas Puzos (1686-1753). Zurück in Wien wurde Crantz Dozent am neu gegründeten Lehrstuhl für Hebammen; seine Praxis war am Sankt Marxer Spital (oder Sint-Marcus-Krankenhaus) im Bezirk Landstraße in Wien. Von 1754 bis 1760 war er Hebammenlehrer. In dieser Zeit gelang es ihm, die Ausbildung von Hebammen zu organisieren. Er lehrte Ärzte, scharfe Materialien bei der Geburt zu vermeiden und entschied sich daher für die gebogene Pinzette von Levret, wie er sie in Paris gesehen hatte. Seine Veröffentlichungen im Hebammenwesen führten Studenten aus dem gesamten Römisch-Deutschen Reich nach Wien. Seine Publikation über Uterusrupturen wurde sogar ins Französische übersetzt und in Paris gelesen. 1760 verließ er den Lehrstuhl für Geburtshilfe; Valentin Lebmacher hat ihn abgelöst.
Botanik und Physiologie
Ab 1760 war Crantz Professor Physiologie und Materia medica (Medizinwissenschaft).[2] An diesem Lehrstuhl war er bereits vor 1760 beteiligt, als sein Vorgänger Melchior Störck noch lebte. In dieser akademischen Position erwies sich Crantz als Botaniker. Er beschrieb mehr als 30 Pflanzenarten.[3] Dies beinhaltete die Gänsefuß, das Strandtraube und der Mauerblümchen. Die Blumengattung Crantzia innerhalb der Blumenfamilie Gesneriaceae ist nach Crantz benannt.[4] Als Physiologe unterstützte Crantz die Arbeiten seines Schweizer Kollegen und Zeitgenossen von Haller.[5] Von Haller untersuchte Situationen von Hautreizungen und Hautempfindlichkeiten. Auch hier sah Crantz einen Zusammenhang mit der Botanik. Crantz veröffentlichte auch über die mehr als 500 Heilbäder in den Ländern der Habsburger Krone.
1774 war er zu krank für weitere wissenschaftliche Arbeiten. Er zog sich auf sein Anwesen in . zurück Judenburg, in dem Herzogtum Steiermark. Im selben Jahr verlieh ihm Kaiserin Maria Theresia den Adelstitel Freiherr.[6] Er starb 1799 in Judenburg.
Arbeiten
Seine Arbeiten befassen sich mit geburtshilflichen Themen sowie mit botanischen, physiologischen und pharmakologischen Themen. Die Veröffentlichungen waren teils in lateinischer, teils in deutscher Sprache.
- Commentarius de rupto in partus doloribus a foetu utero. 1756.
- Einleitung in eine wahre und gegründete Hebammenkunstmen. 1756.
- Materia medica und chirurgie juxta systema naturae digesta. Drei Bände. Zwischen 1762 und 1765.
- Stirpium Austriacarum fasciculus. Drei Bände. Zwischen 1762 und 1767.
- Institutionen botanicae. 1765.
- Laudatio funebris Joann.Laur.Gasseri, Phil. et Med.Dr. und Prof. C.R.Univ. 1765.
- Institutionen rei herbaricae. 1766. Mit Aufsatz Additamentum generum novorum, cum eorundem speciebus cognitis, 1767.
- Classis Umbelliferarum emendata… 1767.
- Primarum lineum institutionum botanicarum clarissimi. 1767.
- De duabus draconis arboribus botanicorum, duorumque novorum generum Constitutione. 1768.
- Stirpes austriacae. Zwei Bände, 1769.
- Classis Cruciferarum emendata. 1769.
- Analysen thermarum Herculanarum Daciae, Traiani et celbriorum Hungariae; gem. Aquarum Hungariae, Kroatien Nomencla. 1773
- Der Aquis medicatis principatus Transylvaniae. 1773.
- Die Gesundbrunnen der österreichischen Monarchie. 1777.
- Medizinisch-chirurgische Arzneimitlehre. 1785.
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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