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Jihlava
Jihlava
iglau
Gemeinde in TschechienFlagge der Tschechischen Republik
FlaggeWaffe
Jihlava (Tschechische Republik)
Jihlava
Ort
Region (kraja)Vysocina Regionsflagge
Kreis (okres)Okres Jihlava
Koordinaten49° 24′ N, 15° 35′ O
Allgemeines
Oberfläche78,85 km²
Einwohner (2018)50.724
Politik
BürgermeisterKarolina Koubovac
Andere
Postleitzahl(s)586 01
Gemeindenummer586846
Webseitewww.jihlava.cz
Fotos
Der Amphitrite-Brunnen
Der Brunnen von Amphitrite
Portal  Portalsymbol  Tschechien

Jihlava (Deutsche: iglau) ist eine Stadt in der Region Vysocina im Tschechien. Die Stadt liegt an der Grenze zwischen Mähren und Böhmen und ist die älteste Bergbaustadt in Tschechien. Die Stadt liegt am gleichnamigen Fluss Jihlava, Deutsch Igel.Im Jahr 2018 hatte die Stadt 50.724 Einwohner.

Vor 1945 hatte die Stadt die zweitgrößte Deutschsprachige Gemeinschaft innerhalb Tschechisch sprechend Bereich (nicht Schönhengstgau/Hřebečsko). Es war der Kern eines sogenannten Sprachinsel (Deutsche: Sprachinsel). Dies wurde durch die Gewalt verursacht Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein blutiges Ende.

Geschichte

Jihlava entwickelte sich seit dem frühen Mittelalter als Zentrum des Bergbaus. aufgewachsen in 1250 Wenzel I. von Böhmen die Stadt Iglavia zur Königsstadt. Der Silberbergbau zog vor allem Bergleute aus Sachsen an, denen es gelang, autonome Stadtrechte zu erwerben. Auch für die Nahrungsmittelversorgung entstanden neue Dörfer, die hauptsächlich von bayerischen Bauern bevölkert wurden, wodurch eine große deutschsprachige Insel inmitten des Königreichs Böhmen entstand (siehe Ostsiedlung). Später wurde die Textilverarbeitung durch eingewanderte Flamen in das Wirtschaftsrepertoire aufgenommen. Während der HussitenrebellionenIm 15. Jahrhundert blieb die Stadt eine katholische und deutschsprachige Hochburg, doch durch die Schlacht halbierte sich die Einwohnerzahl auf unter 4.000. Das wurde nach der Vertreibung der Juden. Ein bescheidener Fortschritt war erst wieder möglich, als 1436 ein Vertrag geschlossen wurde, in dem Sigismund von Luxemburg wurde zum König von Böhmen gewählt und musste dafür eine allgemeine Religionsfreiheit gewähren, nicht aber für Juden. Vor dem Hussiten und Lutheraner 1622 wurde die Freiheit wieder abgeschafft. Seitdem ist Iglau eine österreichische Garnisons- und Provinzstadt im Kronland Mähren.

In der zweihundertjährigen Schlacht zwischen Österreich, Preußen und Schweden wurde die Stadt mehrmals belagert und teilweise besetzt. Das Habsburger befestigte es zu einer ansehnlichen Garnisonsstätte mit vier Infanterie-Bataillonen der kaiserlich-österreichischen Armee.

Im 19. Jahrhundert nahm die Rivalität zwischen deutschsprachigen Böhmen und Tschechen, wie auch in den anderen böhmischen und mährischen Städten, unter dem Einfluss des Zuzuges der Landbevölkerung zu. Da diese Bevölkerungswanderung zunächst aus den umliegenden deutschsprachigen Dörfern kam, blieb die Stadt sprachlich und kulturell vorerst deutsch. Dazu gehörten auch die Juden, die sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts wieder in der Stadt ansiedeln durften und dann zu einer Gemeinde von 1.500 Bürgern anwuchsen. Nach der Gründung der neuen Tschechoslowakei schlossen sich die mehr als 25.000 Einwohner der Stadt der Vertrag von Saint-Germain 1919 noch 80 % deutschsprachig, danach übernahmen die Tschechen diese Position. Die deutschsprachige Dominanz wurde von 1940 bis 1945 nach der Annexion von . gewaltsam wiederhergestellt Sudetenland als die Nazi-Besatzung den Rest Tschechiens verließ und mit ihm Iglau im sogenannten Protektorat Böhmen und Mähren verzeichnet. Viele Zweisprachige haben sich als 'Deutsch' angepasst. Mehr als tausend Juden wurden aus Iglau in Vernichtungslager deportiert und dort ermordet. Die Befreiung im Mai 1945 führte zur Enteignung und zum Verlust der Staatsbürgerschaft der mehr als zehntausend Deutschsprachigen, darunter die meisten der verbliebenen Juden. Sie wurden auf der Grundlage der Beneš-Dekrete marschierten in Richtung Österreich, wo 2.000 ihr Leben verloren. sehen Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die teilweise Entvölkerung wurde zumindest statistisch durch wiederholte Zusammenschlüsse mit umliegenden Gemeinden kompensiert, aber in der Stadt selbst blieb die Einwohnerzahl unter dem Vorkriegsniveau Ausstellungsprüfungen gegen Gegner des kommunistischen Regimes. Nach dem Einmarsch des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei 1969 fand in Jihlava die Selbstverbrennung von Evžen Plocek statt.

Geboren in Iglau/Jihlava nach den Gemeindegrenzen der Nachkriegszeit

  • Paul Ignaz Bayer (1656–1733), barocker Baumeister, löste sich von den bisher dominierenden norditalienischen Vorbildern
  • Karl Friedrich von Kübeck (1780–1855), österreichischer Finanzreformer
  • Ottokar Lorenz (1832–1904), Genealogiehistoriker an der Universität Wien
  • Heinrich Breitenstein (1848–1930), Arzt und Zoologe, angestellt bei der Kolonialverwaltung von Niederländisch-Ostindien
  • Gustav Mahler (1860-1911), weltbekannter österreichischer Komponist
  • Franz Mannsbarth (1877–1950), österreichischer Luftfahrtpionier
  • Arthur Sey-Inquart (1892-1946) österreichischer Nazi-Politiker, zum höchsten Beamten der besetzten Niederlande ernannt; in Nürnberg zu einer Schlinge verurteilt
  • Alfred Habermann (1930–2008) wurde nach seiner Ansiedlung in Deutschland als Schmied und Schlosser international bekannt
  • Rupert Timl (1936–2003), Biochemiker an deutschen Universitäten und Entdecker extrazellulärer Matrixproteine
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