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Jules Devaux

Jules Devaux (Brügge, 1. Mai 1828 - Axenstein im Schweiz, 7. Juni 1886), war ein belgischer Diplomat und enger Mitarbeiter von King Leopold II

Familie

Devaux wurde in eine intellektuelle Brügge-Familie hineingeboren.

Sein Vater war der Staatsmann Paul Devaux, selbst Sohn von Jacques Devaux (1764-1807), in französischer Zeit als Mitglied der member Rat der Fünfhundert(Conseil des 500) hatte eine vielversprechende und vorzeitig abgebrochene Karriere begonnen.

Seine Mutter Anne-Marie Van Praet (°1804) war die Tochter von Augustin Van Praet (1770-1831), Gerichtsschreiber, aktiver Förderer des staatlichen Bildungswesens in Brügge und selbst Sohn des Buchhändlers, Verlegers und Publizisten. Joseph Van Praet. Der Kurator der Bibliothèque nationale in Paris, Joseph-Basile Van Praet war sein Großonkel und Jules Van Praet sein Onkel und Peter.

Er lebte die meiste Zeit seines Lebens bei seinem Vater am Waterloolaan in Brüssel und blieb unverheiratet.

Werdegang

Devaux erwarb ein Anwärterdiplom in Philosophie und Literaturwissenschaften und legte 1852 die diplomatische Prüfung ab. 1853 trat er der politischen Direktion des Außenministeriums bei.

Er machte eine volle Karriere als Diplomat und wurde regelmäßig befördert, bis er 1872 den Rang eines bevollmächtigten Ministers erreichte. Er arbeitete jedoch weiterhin in Brüssel, ohne jemals einen diplomatischen Posten im Ausland zu bekleiden.

Kabinett des Königs

1858 verließ Devaux das Ministerium und wurde am 1. Oktober Sekretär des jungen Königs Leopold II. Von da an arbeitete er unter der Leitung des Stabschefs, der sein Onkel Jules Van Praet war. Neben dieser familiären Bindung war Devaux auch wegen seiner Sprachkenntnisse, seines gesunden Menschenverstands und seiner großartigen Arbeitskraft gefragt. Onkel, Cousin und Freund de Edward Conway bildeten zusammen das „Brügge Trio“ im Kabinett des Königs.

1866 folgte er seinem Onkel als Privatsekretär nach. Als Ministre de la Maison du Roi blieb er jedoch weiterhin aktiv in der königlichen Politik tätig. Als Stabschef unterhielt Jules Kontakte zu Regierungsmitgliedern, für die er als Vermittler beim König fungierte. Er war auch einer der ersten, der an dem Kongo-Projekt Leopolds II. beteiligt war.

Obwohl er dem König weiterhin treu diente, zeigte die ihm später bekannt gewordene Korrespondenz, dass Devaux eine starke eigene Meinung hatte, die er nicht versäumte, dem König zu kommunizieren. Dies galt insbesondere für die Kolonialpläne des Monarchen.

In der übrig gebliebenen Korrespondenz erscheint Devaux als Skeptiker, wenn nicht gar als Gegner der kolonialen Bestrebungen seines Monarchen. Er vereitelte die Versuche des Königs, in Neuguinea an die Macht zu kommen. Er freute sich, dass die Schwierigkeiten, im Fernen Osten Fuß zu fassen, zunichte gemacht wurden. Widerwillig schickte er die Einladungen zur großen Afrika-Geographenkonferenz 1876 in Brüssel und nannte sie „das Spielzeug des jungen Königs“. Er wurde vom König aus den Vorbereitungen der Berliner Konferenz herausgehalten, der sich dabei auf Emile Banning und einige andere Gläubige.

1884 wurde Devaux von Herzproblemen überwältigt. Erholungskuren in England und der Schweiz blieben erfolglos und er starb in letzterem Land. Er wurde von allen, die ihn kannten, sehr geschätzt. Leopold II. und Königin Marie-Hendrika kamen, um Jules Van Praet persönlich ihr Beileid auszusprechen.

Literatur

  • Gustave FREDERIX, Jules Devaux, in: Belgisches Amtsblatt, 12. Juni 1886
  • Eugen BEYENS, Jules Devaux, in: L'Indépendance Belge, 10. Juni 1886
  • Eugene BEYENS Souvenirs sur Léopold II et la Cour de Belgique, in: Revue Générale, 1932, 537-553 und 707-727
  • Jo GERARD, Les grands commis de Leopold IIop, Brüssel, 1941.
  • Emile VANDEWOUDE, Jules Devaux, in: Nationales biographisches Wörterbuch, Band VI, Brüssel, 1974, col. 225-231
  • J. STENGERS, Leopold II. entre L'Extrême-Orient et l'Afrique 1875-1876, in: La Conférence de Géographie de Bruxelles, 1876. Recueil d'études. Beiträge zur Geographischen Konferenz von Brüssel, 1876. Royal Academy of Overseas Sciences, Hrsg. Brüssel, 1976, 303-373.
  • Andries VAN DEN ABEELE, Die Söhne des Druckerverlegers Joseph Van Praet, in: Biekorf, 1997, S. 206-221.
  • Hannes VANHAUWAERT, "Alle Männer des Königs". Eine Suche nach den kolonialen Ideen einiger Berater und "Komplizen" Leopolds II. (1853-1892), Masterarbeit (unveröffentlicht), Universität Leuven, 2005.

Siehe auch