WikiDer > Keratokonus

Keratoconus
EsculaapNimm es Reservierung medizinischer Informationen beachten.
Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich an a Arzt.
Keratokonus
Keratokonus
Synonyme
LateinCornea conica[1][2]

Staphylom conicum[2]
Staphylom corneae[3]

Codierungen
ICD-10huh18.6
ICD-9371.6
OMIM148300
KrankheitenDB7158
MedlinePlus001013
eMedizinoph/104
Portal  Portalsymbol  Medizin

Keratokonus[1][2] ist eine Augenerkrankung, bei der die Hornhaut langsam dünner und erfährt eine kegelförmige (Kegel-) Verformung. Keratokonus ist eine nicht sehr seltene Erkrankung, die schätzungsweise 1 von 1500 Personen betrifft und einen genetischen Ursprung zu haben scheint (ca. 10 %). Keratokonus tritt fast immer auf beiden Augen auf, beginnt meist im Kindesalter und entwickelt sich erst im Alter zwischen 20 und 30 Jahren gut. Die Sehschärfe kann stark beeinträchtigt sein und auch Lichtempfindlichkeit wird oft als Symptom genannt. Keratokonus und die begleitenden Sehstörungen beeinträchtigen oft die normale Funktionsfähigkeit der Person.

Symptome und Ursache

Die Folgen der Erkrankung lassen sich am besten mit einem einzelnen Lichtpunkt auf dunklem Hintergrund veranschaulichen. Statt eines Punkts sieht der Keratokonus-Betroffene durch die unregelmäßige Hornhaut ein Muster von bis zu mehr als 100 verschiedenen Lichtpunkten.

Ring von Kayser-Fleischer

Kayser-Fleischer-Ring: Ablagerung von Kupferpartikeln in der Descemet-Membran

Bei einem Keratokonus sind Eisenablagerungen erkennbar, die um die Kegelbasis herum zu sehen sind.

Vogt Dehnungsstreifen

Munsons V-förmiges Zeichen

Dies sind kleine vertikale Falten im Hornhautstroma und in der Descemet-Membran.

Zeichen von Munson

Beim Blick nach unten am Augapfel ist eine deutliche V-förmige Veränderung des unteren Augenlids zu erkennen, die als Munson-Zeichen bezeichnet wird.

Vernetzung

1998 entwickelten Prof. Spoerl (Universität Dresden) und ein Team eine Methode zur Stärkung des kollagenen Gewebes des Stromas, des mittleren Teils der Hornhaut, mit einem Vitamin-B-Präparat und ultraviolettem Licht. Dies versteift das Gewebe und kann ein weiteres Vorwölben des Konus verlangsamen oder stoppen. Dieser Vorgang heißt Hornhautvernetzung. In den Niederlanden wird dies in der Augenklinik Zonnestraal, der Hanzekliniek in Groningen, der UMC Utrecht, der Melles Klinik in Rotterdam, dem LUMC (Leiden), der UMC Maastricht, der Erasmus MC in Rotterdam und der Augenklinik in Rotterdam angewendet.

Kontaktlinsen

Kontaktlinsen kann das Sehvermögen verbessern, indem es (mit Tränenflüssigkeit) den Raum zwischen der unregelmäßigen Hornhaut und der glatten Oberfläche der Innenseite der Linse füllt Spezielle „Keratokonus-Linsen“ einschließlich Rose-K®-Linsen und Sklerallinsen sind ideal für Menschen mit dieser Erkrankung. Die Rose-K® Linse ist eine Hornhautlinse, die wie eine normale starre Kontaktlinse nur auf die Hornhaut aufgetragen wird. Die Sklerallinse ist eine Linse, die auch das Weiß des Auges bedeckt und so die Hornhaut besser schützt. Sklerallinsen werden in der Regel gut vertragen. Die Rose-K®-Linse ist jedoch in den meisten Fällen eine einfachere Option als Sklerallinsen, da die Linse kleiner ist. Allerdings kann die Rose-K®-Linse herausfallen und auch Staub kann darunter eindringen, was bei Sklerallinsen kaum vorkommt.Eine Lösung kann auch mit einer weichen Linse, der KerasoftIC®, gefunden werden. Diese Linse besteht aus einem Hydrogel-Material oder dem neuen Silikon-Hydrogel-Material. Die weichen Linsen zeichnen sich durch einen hohen Tragekomfort aus, wodurch sie vom Träger länger vertragen werden. Diese Linsen werden auch zunehmend nach der Vernetzung verwendet.

Hornhauttransplantation

Im schlimmsten Fall, wenn eine Sehkorrektur mit Kontaktlinsen nicht mehr möglich ist, aufgrund einer starken Ausdünnung der Hornhaut oder einer Narbenbildung durch das Tragen von Kontaktlinsen, a Hornhauttransplantation möglich. In der westlichen Welt sind die häufigsten Indikationen für eine Hornhauttransplantation Keratokonus, Narbenbildung nach einer Hornhautinfektion und Fuchse Endotheldystrophie. Bisher wurde meist eine komplette Hornhauttransplantation durchgeführt (perforierende Keratoplastik) aber heutzutage transplantiert man wenn möglich nur die erkrankte Schicht (lamellare Keratoplastik).

Externe Links

Literatur Referenzen

  1. einbJochems, A.A.F. & Joosten, F.W.M.G. (2003). Coëlho Pocket Wörterbuch der Medizin (27. Auflage). Doetinchem: ElsevierHealthcare.
  2. einbcEverdingen, J.J.E. van, Eerenbeemt, A.M.M. van den (2012). Pinkhof Medizinisches Wörterbuch (12. Auflage). Holz: Bohn Stafleu Van Loghum.
  3. Schuurmans Stekhoven, W. (1932). Nolst Trénités neues Schwesterntaschenwörterbuch (9. Auflage). Amsterdam: J. M. Meulenhoff.