WikiDer > Louis Tavecchio

Louis Tavecchio
Louis Tavecchio als Juryvorsitzender bei der Präsentation des Vatertagstrophäe w/f 2008

Louis Willem Cornelis Tavecchio (Den Haag, 10. März1946) ist ein NiederländischPsychologe.

Tavecchio wurde in Den Haag geboren und wuchs in Den Haag auf Malerviertel. Er wurde von einem besorgten Lehrer „entdeckt“, der dafür sorgte, dass er in der Schule die ihm intellektuell verdiente Aufmerksamkeit erhielt.[1]

Tavecchio ging aufs Gymnasium, studierte Psychologie an der Universität Amsterdam (UvA), absolvierte ein zweijähriges Aufbaustudium in Verhaltenstherapie und promovierte 1977 an der UvA zur Erforschung der Messung und Evaluation von Bildungsverhalten. Ende 1975 trat er in die Universität Leiden im General und Familienpädagogikwo er bis Anfang 2007 arbeitete. 1979 wurde er zum leitenden akademischen Mitarbeiter und 1985 zum außerordentlichen Professor für Familienerziehung ernannt. In den Jahren 1978-1988 war er maßgeblich am Start und der Weiterentwicklung des Projekts „Frühkindliche Bildung“ beteiligt, das die empirische Erforschung von Bindungsbeziehungen („Attachment“) betonte. In den 1990er Jahren forschte er auch zunehmend im Auftrag anderer, unter anderem zu obdachlosen Jugendlichen und der ersten ernsthaften empirischen Untersuchung zur Qualität der Kinderbetreuung in den Niederlanden. Von 1989-1995 war er Vorsitzender der Empirical Family Education Research Community von NWO/PEDON. Vom Empfang bis zur Ausbildung.[2] Bis zu seiner Pensionierung war er Koordinator und Projektleiter des Netherlands Consortium Childcare Research (NCKO) zusammen mit Professorin Marianne Riksen-Walraven (Radboud University Nijmegen). Von Februar 2007 bis September 2013 war er außerdem Dozent für bedarfsorientierte Methodenentwicklung und Forschung am Knowledge Center of the Social and Law der Amsterdam University of Applied Sciences.

Er beschäftigt sich auch speziell mit der Entwicklung von Jungen und der Bedeutung von Vaterschaft. Er hat regelmäßig auf den Mangel an männlichen Erziehern in Tagesbetreuung und Grundschulbildung. Von 2006 bis 2012 war er Chefredakteur des Magazins Pädagogik und bis 2013 Mitglied der Redaktion von Kinder- und Jugendkritik.

Er hat mehrere hundert (inter)nationale Artikel, Kapitel und Bücher im Bereich Familienbildung, Kinderbetreuung und Hilfe veröffentlicht. Er schrieb auch mehrere Bücher auf dem Gebiet der sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden und Statistik.

Im Zusammenhang mit seiner Pensionierung verabschiedete sich Louis Tavecchio am 3. März 2011 von der Universität Amsterdam. Als Emeritus wird er weiterhin Doktoranden betreuen. Anlässlich seiner Pensionierung wurde in der Presse erneut viel Aufmerksamkeit auf seine Ansichten zur Beteiligung von Männern an der Erziehung und Betreuung von Kindern gelegt.[3]

Tavecchio ist verheiratet, er hat einen Sohn und zwei Töchter.

Externe Links