WikiDer > Mercerize
Mercerisieren ist ein Formular für Textilveredelung, angewendet BaumwolleGarne oder Gewebe. Es wird hauptsächlich verwendet, um Baumwolle mehr Glanz zu verleihen.
Geschichte
Die Grundlage für den Prozess der Mercerisierung legte der englische Chemiker 1844 John Mercer gelegt. Beim Filtern Natriumhydroxid durch ein Baumwolltuch hatte er bemerkt, dass das Gewebe angeschwollen war und deutlich andere Eigenschaften angenommen hatte[1]. Der englische Chemiker Horace Arthur Lowe benutzte es ab 1889 zur Erhöhung des Glanzes, hatte damit aber wenig Erfolg. Die Mercerisierung wurde erstmals 1895 von Thomas & Prevost in Krefeld industriell genutzt.
Technik und Anwendung
Nach dem Singen, Reinigen und eventuell Bleichen ist die Baumwolle Zugspannung konzentrierter Natronlauge ausgesetzt. Die Fasern quellen auf, der Faserquerschnitt ändert sich von nierenförmig zu rund, die, Twist verschwindet weitgehend und die Länge der Fasern wird um bis zu 25 % reduziert. Diese strukturellen Veränderungen führen zu:
- Höherer Glanz
- Höhere Farbaufnahmekapazität
- Größere Stärke
- Bessere Dimensionsstabilität
Die Eigenschaften können durch Heiß- oder Kaltapplikation, Trocken-in-Nass- oder Nass-in-Nass-Verfahren, Walzen- oder Vakuumimprägnierung, Zugspannung, Einwirkzeit und Konzentration der Lösung beeinflusst werden.
Mercerisieren erhöht die Qualität der Baumwolle, ist aber sehr teuer. Nicht alle Baumwollsorten sind für die Mercerisierung geeignet, sondern zum Beispiel ägyptische Mako-Baumwolle, die eine längere Stapellänge hat.
Mercerisierte Baumwolle wird auch für Stickgarne (fil d'écosse), Satinetten, Zephire, Popeline und Baumwolle verwendet Damast.
Quellen
- ↑Brockhaus ABC Chemie in Zwei Bänder, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1965, S. 861.
- Paassen, W.J.C. van und J. H. Ruygrok. Textilien. Groningen, Batavia 1941.
- Dijkmeijer, E. Textilwissen. Amsterdam c. 1945-1950.
- Fellhund, J.T. Wörterbuch des Herstellers. Stoffnamen und Handelsausdrücke. Groningen, Batavia 1947.