WikiDer > Naivität
Naivität (Zubehörteil Adjektivnaiv, von dem Französischnaiv, was kindlich, natürlich, einfach, harmlos bedeutet) ist eine Geisteshaltung, die sich durch Aufgeschlossenheit, Einfachheit, Schlichtheit und Offenheit auszeichnet. „Naïf“ ist verwandt mit dem französischen „naître“ – geboren werden“. Der Begriff wird verwendet, um sowohl die ungehemmten Wahrnehmungen als auch das Verhalten einer Person zu bezeichnen, die sich ihrer eigenen Handlungen und der Wirkung ihrer Aussagen wenig bewusst ist, die ahnungslos ist und daher leicht verführt wird. Die Bedeutung kann zwischen zwei Polen liegen, auf der positiven Seite eine ungehemmte und unverdorbene Reinheit ("Diese Wahrnehmung ist von rührender Naivität") und auf der negativen Seite Albernheit, Mangel an Weltweisheit und schuldhafter Ignoranz ("Er stolperte wegen seine politische Naivität").
Der Begriff Naivität wird auch für eine Handlung verwendet, die sich aus der naiven Geisteshaltung ergibt, wie sie in dem Satz ausgedrückt wird: "Ich schätze seine Naivität nicht". Das Wort wird manchmal buchstabiert Naivität.[1] Die Schreibvarianten treten auch ohne Diaerese auf.
Die Merkmale der Naivität (unschuldiges Aussehen, Einfachheit des Ausdrucks, Ignoranz, Albernheit) werden oft bewusst nachgeahmt, um Naivität vorzutäuschen. Dies soll bestimmte Wirkungen haben, wie zum Beispiel: Zärtlichkeit wecken, eine Atmosphäre hervorrufen, in der Dinge gesagt werden können, die sonst unausgesprochen bleiben würden.
Der deutsche Dichter Friedrich von Schiller macht in seiner Abhandlung ber naive und sentimentale Dichtung Unterscheidung zwischen „kindlicher Naivität“ (Mangel an Intellekt und Fähigkeit) und „kindlicher Naivität“ (Unschuld und natürliche Wahrhaftigkeit).
In der bildenden Kunst kommt naiv für das Verständnis naive Kunst.
Fußnoten
- ↑Sehen: Niederländische Sprachunion (archiviert) und Unsere Sprache[toter Link] .