WikiDer > Pierre Nora
Pierre Nora (Paris, 17. November1931) ist ein FranzösischHistoriker. Er ist der Bruder von Simon Nora. Seit 2001 ist Nora Mitglied der Französische Akademie.
Pierre Nora ist vor allem für seine Arbeit bekannt Les Lieux de Memoire (7 Bände, 1984-1992), aus denen das niederländische Projekt entstand Post-Erinnerung (2005-2006). In dieser Arbeit argumentiert er, dass wir so viel über die Erinnerung sprich, weil davon so wenig übrig ist; dass es Flecken von . gibt Erinnerung weil es kein Erinnerungsmilieu mehr gibt und die Beschleunigung der Geschichte uns mit dem Unterschied zwischen realer Erinnerung und Geschichte konfrontiert. Auch die Erinnerung ist lebendig und präsent, ahistorisch, fragil, sich ihrer selbst nicht bewusst, kurz, manipulierbar. Das Gedächtnis ist voller Sinn und Bedeutung, magisch, heilig, emotional und außerdem ist es blind für alles außer der Gruppe, die es bindet. Geschichte hingegen ist eine problematische Rekonstruktion dessen, was nicht mehr existiert. Sie ist analytisch und kritisch und möchte daher nüchtern, weltlich und erdig erscheinen. Geschichte als Wissenschaft ist universell; soweit es für alle zugänglich sein soll.
Voraussetzungen für ein lieu de mémoire sind der Wille zur Erinnerung und eine Entwicklung des lieu de mémoire durch Zeit und Geschichte. Die letzte Verkörperung der Einheit von Erinnerung und Geschichte war die Nationalstaat. Was wir heute Gedächtnis nennen, ist bereits vollständig von der Geschichte belegt: ein riesiger Berg bedeutungsloser Daten, der unbegrenzt ist. Die lieux de mémoire sind lose Fetzen und sind fast verschwunden. Er unterscheidet drei verschiedene lieux de mémoire: praktisch, symbolisch und funktional.
Pierre Nora war auch mit dem französischen Denker befreundet Michel Foucault, der damals auch die Geschichte kritisierte. Ihre Freundschaft kühlte sich jedoch aufgrund einer Meinungsverschiedenheit über Foucaults zu veröffentlichendes Werk erheblich ab. Nora war damals seine Verlegerin. Mit den Franzosen mittelalterlichJacques Le Goff er veröffentlichte faire l'historie (3 Bände, 1974), eine Sammlung von Essays zur Neuausrichtung der Geschichtsschreibung, insbesondere der Zeitschrift Annales.
Das Nachdenken über Geschichte und Geschichtsschreibung und die konformistischere Art und Weise, in der Nora ihre Funktionsweise in Frage stellt, macht ihn in gewissem Maße mit Eric Hobsbawm.