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Pulverbeschichtung, ebenfalls Pulverbeschichtung oder Pulverlackierung genannt, ist ein elektrostatisch Lackierprozess, bei dem mit Druckluft, Negativ geladen Pulver wird auf ein geerdetes Werkstück gesprüht. Dadurch klebt das Pulver vorübergehend und wird in einen Ofen gegeben geschmolzen oder zugedeckt wird.
Pulverbeschichtung wird in ihrer breitesten Form auf verschiedene Metalle aufgetragen, von dünn Teller- und Profilmaterial bis hin zu schwerem Baustahl. Es wird auch in bescheidenem Umfang auf Holz verwendet (mdf/hdf).
Die Farbe ist nicht flüssig, sondern kommt in Pulverform. Die Pulverpartikel enthalten Bindemittel, Pigment und Hilfsstoffe.
Färbeprozess
Die gebräuchlichste Verarbeitungsmethode ist über elektrostatisches Spritzen. Das Objekt wird elektrisch geerdet und die Pulverfarbe wird über ein Luftgemisch auf das Objekt gesprüht (zerstäubt), wo es beim Verlassen der Spritzpistole elektrostatisch aufgeladen wird. Diese Pulverlackpartikel werden nun von dem geerdeten Objekt angezogen und lagern sich darauf ab. Dadurch wird auch die Rückseite des Objekts teilweise mit Pulverlack bedeckt, der sonst beim herkömmlichen Spritzlackieren als Overspray verloren gehen würde. Der Gegenstand mit der Pulverbeschichtung darauf tritt dann in einen Ofen ein, der auf 140°C bis 220°C eingestellt ist. Während der Aufheizphase gehen die festen Pulverlackpartikel zunächst in eine flüssige (Lack-)Form über, werden dann bei erhöhter Temperatur zähflüssig und härten schließlich zu einem festen Lackfilm aus.
Aufgrund des elektrostatischen Prinzips (Potenzieller unterschied zwischen Pulver und Werkstück) bleibt das Pulver am Werkstück haften. Das Aufladen der Pulverpartikel kann sowohl durch die Erzeugung eines Spannungsfeldes (Corona-Aufladung) als auch durch die Erzeugung von Reibung in der Pistole (Tribo-Aufladung) erfolgen.
Auch die Verarbeitung von Metallic, Flakes, Chromoptik, Blank, Candy und Hammerschlag ist mit Pulverbeschichtung möglich. Die meisten Unternehmen, die Pulverbeschichtung betreiben, verfügen nicht über diese Techniken im eigenen Haus.
Leistungen
Der Vorteil der Pulverbeschichtung besteht darin, dass bei diesem Beschichtungsprozess keine Lösungsmittel freigesetzt werden. Denn der Lack besteht aus einer festen Substanz und es werden keine chemischen Zusätze benötigt, um auf dem Werkstück zu haften. Farbe, die zunächst nicht am Produkt haftet, kann auch wiederverwendet werden, da das überschüssige Pulver wieder auf ein Produkt gesprüht werden kann. Diese beiden Eigenschaften machen das Pulverbeschichtungsverfahren umweltfreundlich. In Kombination mit einer feuerverzinkten Oberfläche oder Stahl mit KTL-Beschichtung bieten Pulverlacke einen sehr dauerhaften Schutz gegen Korrosion und ausgezeichnete Beständigkeit gegen extreme Wetterbedingungen.
Pulverlack enthält keine Lösungsmittel und/oder Verdünner und ist völlig frei von Schwermetallen wie Bleichromat für Gelbtöne. Es wurden auch Ersatzstoffe für die 3 bis 5 % der gegenwärtig beanstandeten TGIC (Härter in wetterbeständigen Polyester-Pulverbeschichtungen) verwendet.
Nachteile
Die Nachteile von Pulverlacken bestehen darin, dass das zu lackierende Teil leitfähig sein muss und dass die Teile der höheren Temperatur standhalten müssen, die zum Schmelzen des Pulvers erforderlich ist.
Außerdem muss eine 100 % saubere Oberfläche vorhanden sein. Dies erfordert oft hohe Investitionen für die Vorbehandlung. Unzureichende Sauberkeit führt zu Ablöseproblemen.
Da viel Hitze benötigt wird, um das Pulver mit der Oberfläche verschmelzen zu lassen, sind große Gegenstände aus dickem Stahl lange Zeit unhandlich.
Pulverlack muss eingebrannt werden, was Energie (Gas) kostet, was der Umwelt schadet.
Farben
Polyester (PE)-Pulver werden wegen der Farbeigenschaften und der UV-Beständigkeit häufig verwendet. Die PE-Schichten haben eine nachteilige Feuchtigkeitsdurchlässigkeit, Feuchtigkeit kann in vielen Fällen zur Korrosion des Untergrundes und zum Abblättern der Lackschicht führen, weshalb für Untergründe in feuchter Umgebung ein Kombinationslack-Pulverlacksystem gewählt wurde. Epoxid wird aufgrund seiner wasserabweisenden Eigenschaften als Grundierung auf dem Untergrund verwendet und mit einer PE-Deckbeschichtung versehen. Der Polyester bietet Schutz gegen UV-Abbau des hierfür anfälligen Epoxids. Polyesterfarben/-beschichtungen bieten sowohl ästhetische als auch schützende Vorteile.[1]
Anwendung
Pulverlacke werden recht häufig verwendet. Anwendungsbeispiele sind Balkonzäune, Stahlmöbel, Heizkörper, Küchengeräte (Kühlschränke und dergleichen), Autoteile, Stahlzäune und Profile.
Die aufgetragenen Pulver sind normalerweise auf Polyester, Epoxid, Polyurethan → Anti-Graffiti- oder Hybrid-Basis (Kombination aus Polyester und Epoxid).
Siehe auch
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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