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Proto-industrie

Mit dem Begriff Proto-Industrie bezeichnet man eine Industrieform mit Verkäufen auf nationalen oder internationalen Märkten Märkte, die vor der Fabrikproduktion stattfand.

In Westeuropa existierte die protoindustrielle Produktionsweise noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts, war aber längst nicht mehr vorherrschend. Durch Ökonomen die proto-industrielle Aktivität wird durch ein Modell erklärt, in dem der Ertrag dieser Arbeit aus einer bestimmten Anzahl von aufgewendeten Stunden das Mehrprodukt übersteigt, das erzielt wird, wenn die überschüssigen Stunden für zusätzliche landwirtschaftliche Aktivitäten aufgewendet werden.

Proto-Industrie umfasst Heimindustrie die von in der Landwirtschaft beschäftigten Personen zusätzlich zu ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit ausgeübt wurde. Eine Proto-Industrie könnte aber auch in größerem Maßstab stattfinden, beispielsweise in Pfannenbäckereien.[1]

Heimindustrie

Die Heimarbeit wurde mit dem Ziel betrieben, das Einkommen etwas zu steigern. Diese Produktion war dann marktorientiert und nicht für den Eigenbedarf. Während die Waren ursprünglich auf lokalen Märkten verkauft wurden, gab es nach und nach Zwischenhändler, die Rohstoffe lieferten und in verarbeiteter Form zurückkauften, die sogenannten Hersteller. Dem Heimarbeiter wurde dann ein Stücklohn gezahlt.

Diese Art der Heimarbeit kann Tätigkeiten wie Spinnen und Weben umfassen, aber auch beispielsweise Ledergerbung, Zigarrenherstellung und dergleichen.

Zentralisierung

Nach und nach wurden die zuvor vom Heimarbeiter durchgeführten Operationen zentralisiert. Dieser Prozess fand statt, weil:

  • Die Mechanisierung der Produktion erforderte hohe Investitionen und/oder eine zentrale Stromquelle.
  • Zentralisierung könnte zu einer stärkeren Arbeitsteilung und damit zu einer effizienteren Produktion führen.

Auf diese Weise bildeten die Heimarbeiter das Arbeitsreservoir für die aufkommende industrielle Produktionsweise. Daher sind die oben genannten Aktivitäten proto-industriell Aktivitäten genannt.

Charakteristisch für manche Proto-Industrie war, dass die ganze Familie beschäftigt war. Der Vater wurde Arbeiter, aber auch die Mutter und die Kinder mussten arbeiten, und das alles für einen Lohn, der nur das Existenzminimum garantierte.[1]

Kunsthandwerk

Die protoindustrielle Produktion darf nicht mit der Kunst Produktionsweise, obwohl sie auch einen wesentlichen Beitrag zur Industrialisierung leistete. Immerhin war das Handwerk bis zur Abschaffung der altes Regime Über 1794 streng geregelt in Gilden, während die protoindustriellen Arbeiter draußen standen und oft einfache Arbeiten verrichteten. Nach der Abschaffung des Zunftwesens sind aus einer Reihe von Handwerksbetrieben auch Industriebetriebe geworden.