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Ria Pacquée

Ria Pacquee (Merksem, 30. August 1954) ist Belgier Künstler die aktiv ist in Performance-Kunst und Fotografie.

Ria Pacquée hat keine Kunst studiert. Sie begann Mitte der 1970er Jahre mit Aktionen und Performances und stellte 1979 erstmals in Ruimte Z aus, einem alternativen Kunstraum in der Lovelingstraat in Antwerpen, wo auch Guillaume Bijl, Danny Devos und Guy Rombouts aktiv waren. Zusammen mit Danny Devos nahm sie 1980 an einer Gruppenausstellung im ICC auf der Meir teil, die vom späteren Muhka-Direktor Flor Bex geleitet wurde. 1982 nahm sie an der umstrittenen Gruppenausstellung Montevideo teil, die von der späteren Galeristin Annie Gentils in einem leeren Lagerhaus im Antwerpener Hafen (Montevideostraat) organisiert wurde. Pacquée wurde beispielsweise eng in den innovativen Antwerpener Kunstkreis eingebunden. Ihre Auftritte hatten einen provokativen und rebellischen Charakter und konnten viele Stunden dauern und ihre eigene Ausdauer auf die Probe stellen. Sie hielt an anarchistischen Ideen fest und bewunderte die extremen Leistungen des amerikanischen Künstlers Chris Burden.

Mitte der 1980er Jahre wurde ihre Arbeit weicher und nahm eine sozialere Ausrichtung an. Sie verkörperte eine ganz gewöhnliche Dame mittleren Alters, die sie "Madame" nannte. Die anonyme „Madame“ ​​fühlt sich in die Massenkultur ein, in der sie durch „Zugehörigkeit“ ihrer Einsamkeit zu entfliehen hofft. Fotoreportagen über 'Madame' zeigen, wie sie kleinbürgerlich gekleidet mit der Kutsche nach Lourdes fährt, um in Bernadettes berühmter Höhle zu beten. Wir sehen sie auch in England, wo sie neben anderen Zuschauern auf die Ankunft von Prinzessin Ann wartet ('Madame visit the North of England hope to see the Princess', 1990). Sie besucht auch Bokrijk oder wird irgendwo in Italien den Weg gezeigt. Madames Fotos haben nichts Künstlerisches an sich. Es könnten Bilder aus einem Familienalbum sein. Ria Pacquée beispielsweise versucht, das anonyme Leben beliebiger Menschen mit bescheidener Würde, aber auch mit einem Hauch Tragik aufzuladen.

Kurz darauf schuf sie eine zweite Figur, die sie "It" nannte, einen jenseitigen und etwas altmodisch aussehenden Mann. Als "Es" machte sie Fotos und Videos von seinen armen und sinnlosen Angelegenheiten. Unterwegs kämpft er mit einem Karren, auf dem allerhand Schrott ineffizient zusammengebunden ist. Oder er sammelt schwere Felsbrocken in einem Gebirge und lagert sie in seinem Hotelzimmer. In der Performance 'It' von 1995, die das Inferno trägt, geht 'It' durch die Stadt und sitzt in der Straßenbahn mit einer großen runden weißen Form, die die Hölle auf Erden symbolisiert.

Auch sie selbst ging immer häufiger auf Wanderschaft in Antwerpen und anderen Städten, um alle möglichen Szenen und Situationen auf der Straße mit etwas Besonderem zu fotografieren. Zu diesem Zweck tourte sie auch durch den Nahen Osten, Indien, Afrika und Amerika. Die Tausenden von Fotos und auch Kurzfilmen, die sie auf diese Weise geschaffen hat, zeugen von einer besonderen Aufmerksamkeit für kleine und vergängliche Dinge, die meist unbemerkt bleiben. Sie begann auch, ihre Eindrücke menschlichen Handelns in Montagen zu kombinieren, wie dem Videofilm Inch'Allah von 2005, der eine schnelle und sehr geschickte Montage von Aufnahmen in Belgien, Marokko, Jerusalem, Jemen ua und humanistischen Ansätzen darstellt.

Im Sommer 2018 hatte Ria Pacquée eine Retrospektive im Kulturzentrum De Warande in Turnhout und im Sommer 2019 eine Retrospektive im Middelheim Museum in Antwerpen.

Quellen