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Ron Rooymans

Ron Rooymans (1941-2008) war ein Niederländisch visuell Künstler. Zu Beginn seiner Karriere arbeitete er figurativ, doch ab 1977 fertigte er hauptsächlich (große) abstrakte Gemälde und Grafiken an. Er lebte mit seiner Familie zurückgezogen im Gelderland-Dorf Gellicum und lange Zeit auch einsam auf einer einsamen Insel an der irischen Westküste. Er erfuhr zu Lebzeiten wenig Anerkennung, bemühte sich aber auch kaum, sein hermetisches Werk einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Es musste für sich selbst sprechen. 2006 wurde ein Großteil seines grafischen euvres in die Sammlung des Staatsdrucksaal.

Arbeit und Leben

WÜTEND. (Ron) Rooymans wurde geboren in Eindhoven als Sohn einer Familie erfolgreicher Zigarrenhändler. Anstatt seinem Vater im Unternehmen nachzufolgen, zog er sich auf den Dachboden des Einfamilienhauses zurück, um tagelang zu zeichnen und zu malen. Seine künstlerische Ausbildung begann an der Textil-Ingenieursschule im Krefeld (Deutschland), entschied sich aber bald für eine freie Artistik. In den Jahren 1960-1963 wurde er von dem Amsterdamer Maler unterrichtet Jos Rovers. Ein Training, das ausschließlich darauf abzielte, an der Wahrnehmung zu arbeiten. Dort erlernte er alle Techniken bei einem klassisch ausgebildeten Maler/Grafiker. 1963 erhielt er den Förderpreis der Gemeinde Eindhoven. 1968 ließ er sich bei der Bildhauerin nieder Jorien de Kruyff van Dorssen im Gelderländischen Dorf Gellicum, wo er bis zu seinem Tod lebte. Von 1967 bis 1983 zog sich Rooymans regelmäßig für längere Zeit zurück, um auf der unbewohnten Insel zu arbeiten Crevinish an der Westküste Irlands. Seine Familie blieb in den Niederlanden zurück.

Das Frühwerk von Ron Rooymans ist figurativer Natur und enthält oft eine Vielzahl von Bezügen zu seinen eigenen Erfahrungen. Teilweise aufgrund seiner Freundschaft mit dem Architekten Bart Linssen seine zunächst barocke Struktur des Werkes wandelte sich in eine strengere, nüchternere und abstraktere Komposition. 1975 lässt Rooymans das figurative Bild zum ersten Mal in Radierungen los, die er auf der Insel Crevinish anfertigt.

1977, ebenfalls auf Crevinish, gelang ihm ein künstlerischer Durchbruch. Die Figuration verschwindet vollständig. Rooymans wird an schnell aufeinander folgenden Gemäldeserien arbeiten. Große Leinwände, immer in ihrer eigenen Sprache. Serien mit Namen wie: Keine Seele, sondern wir selbst, Wegschildererijen, Blut ist dicker als Wasser, Klaartje ist Gottes Glaube, Voor het Vaderland. Mit den Worten von Rooymans selbst: „Ich möchte durch die Leinwand in die Arbeit gehen“. Das kann man in der Serie „Dank der Kante“ im wahrsten Sinne des Wortes sehen. Er verwendet nicht mehr nur Farbe, sondern malt mit Teer, verarbeitetem Garn, Graphit und Kreide. Die Arbeit löst sich von der Wand, wird räumlich und bedeckt manchmal das ganze Atelier.

Dann, um 1997, kehrt Ron Rooymans, fasziniert von der Faszination für seinen eigenen alternden Körper, zur Figuration zurück. Bits and Pieces, ein Labyrinth aus vergrößerten, expressionistisch bemalten Oberkörpern, Ohren, Bäuchen und Po ist ein gutes Beispiel dafür. Er schreibt selbst darüber: „Fotografiere meinen alternden Körper und projiziere ihn auf Module, die auf mobilen Ständern im ganzen Studio montiert sind. Das projizierte Bild wird in Dutzenden von Fragmenten festgehalten. Die Farbe zwingt mich nach über 10 Jahren wieder zu Farbe und Pinsel zu greifen.

Rooymans ständiger Kampf mit dem herrschenden Kunstklima ist einer der Gründe dafür, dass er sich 1998 abrupt entschließt, die kreative Arbeit ganz einzustellen.

2006 wurde ein Großteil seines grafischen uvres in die Sammlung des Rijksprentenkabinets des Rijksmuseums in Amsterdam aufgenommen. Seine Bilder befinden sich teils in öffentlichem, teils in privatem Besitz. Darüber hinaus verwaltet die Familie eine große Sammlung insbesondere seiner neuesten Werke.

Andere

Gruppenausstellungen (Auswahl)

  • 1978 Stadtmuseum Arnheim
  • 1992 Gelderland Biennale
  • 1994 Biennale Aalst
  • 1994 Stadtmuseum Arnheim
  • 1995 Internationale Grafikveranstaltung Utrecht
  • 1997 Schloss Moyland (Deutschland)

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 1968 Krabbentanz Eindhoven
  • 1975/76/78/80 Galerie Magdalena Sothmann Amsterdam
  • 1981 Museum Commanderie St. Jan Nijmegen
  • 1983 Kilkenny Arts Festival Kilkenny (Irland)
  • 1985 Zentrale Leitung Apeldoorn
  • 1985 Galerie Waalkens Finsterwolde
  • 1986 Librije Zeitgenössische Kunst Zwolle
  • 1989 Galerie De Ruimte Amsterdam
  • 1990 Museum Henrie tte Polak/Stedelijk Museum Zutphen
  • 1993 Das Stroomhuis Neerijnen
  • 1993 Galerie Gruppe Grün Bremen (Deutschland)
  • 1995 Nova Zembla Den Bosch
  • 1998 Bergkirche Deventer

In Sammlungen arbeiten

  • Gemeinde Eindhoven
  • Gemeinde Zwolle
  • Museum Valkhof Nijmegen
  • Provinz Gelderland
  • Stadtmuseum Zutphen
  • Rijksmuseum Amsterdam

Publikationen (Auswahl)

  • Hans van der Grinten: Ron Rooymans als Maler und Radierer (1981)
  • Victor ten Holder & Hein Spanjaard: Ron Rooymans, Informationsblatt Librije Contemporary Art (1986)
  • J.B.Klaster: Der Calvinist und sein Kampf gegen die Farbe, Het Parool (1989)
  • Trudy van Riemsdijk-Zandee, Das Blatt/GBK (1990)
  • Daan van Speybroek, Katalog Biennale Gelderland (1994)
  • Wim van Beek: Kunst mit Haut und Haar (1998)