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Simon van Gijn

Simon van Gijn (Vlaardingen, 18. September 1836 – Dordrecht, 1922) war Rechtsanwalt, Bankier, Sammler. Seine Sammlung ist heute Teil des Museums Huis van Gijn in Dordrecht.

Simon van Gijn
Porträt von Simon van Gijn
Allgemeine Information
GeborenVlaardingen, 18. September 1836
VerstorbenDordrecht, 5. Mai 1922
StaatsangehörigkeitNiederländisch
LandDie Niederlande
BerufAnwalt, Bankier
Werdegang
1853-1856Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Leiden
1862Promotion in Leiden zum Doktor des römischen und zeitgenössischen Rechts
1863Anwalt
1863-1892Partnerbankhaus Hooghwinkel & Co.
1891-1907Vorsitzender des Dordrechts Museumsvereins
1892-1911Vorsitzender der Oud-Dordrecht Association
Andere
PartnerCornelia Agatha Vriesendorp,
Portal  Portalsymbol  Geschichte

Leben und Arbeiten

Simon van Gijn wurde 1836 als Sohn von Cornelia Johanna Hooghwinkel und Dirk de Kater van Gijn geboren. Sein Vater stammte aus einer Familie von Schiffbauern und Reedern in Vlaardingen. Seine Mutter war die Tochter eines Bankiers aus Dordrecht. Seine Eltern heirateten 1833 in Dordrecht und zogen nach Vlaardingen. Ihre ersten beiden Kinder (Zwillinge) starben 1835 bei der Geburt. Simon wurde ein Jahr später geboren und blieb ihr einziges Kind. Die Familie Van Gijn zog 1842 nach Dordrecht, wo Vater Van Gijn Teilhaber des Familienunternehmens Hoogwinkel & Co wurde.

Schon während seiner Grundschulzeit interessierte sich Simon für Geschichte. Einmal im Jahr reiste die Familie auch in den Urlaub ins Ausland. 1851 nahm die Familie an der Weltausstellung in London teil. 1853 studierte Simon Jura in Leiden. Dieses Studium schloss er 1862 ab, danach setzte er bei Professor R. Frucht besuchte Kurse in Nationalgeschichte. 1862 ließ er sich wieder in Dordrecht nieder, wo er bis 1864 als Rechtsanwalt tätig war. 1864 trat er in die Firma Hooghwinkel & Co. Im selben Jahr heiratete er Cornelia Agatha Vriesenkoop, Tochter von Anna Cornelia van Wageningen und Jacob Staats Johannes Vriesendorp. Sie ließen sich in dem Haus am Nieuwe Haven nieder, das heute ein Museum ist Haus von Gijn. Seine Frau starb 1889.

1892 verließ er die Firma Hooghwinkel & Co. Im selben Jahr war er einer der Gründer der Verein Old Dordrecht. Van Gijn starb 1922, nachdem sein Gesundheitszustand seit Jahren nicht mehr optimal war und er auf einen Invalidenstuhl gefesselt war. Sein Haus und Inventar vermachte er dem Verein Oud-Dordrecht mit der Auflage, das Haus in ein Museum umzuwandeln.

Kollektor

Simon van Gijn kann als einer der bedeutendsten niederländischen Graphiksammler angesehen werden. Bei seinem Tod besaß er etwa 25.000 Drucke, Aquarelle, Zeichnungen und Fotografien. Diese sammelte er bereits in seiner Studienzeit und führte sie zeitlebens fort. Zu seiner Sammlung gehörte der historische Atlas von Dordrecht, dessen Kernstück die Sammlung eines anderen Dordrechter Sammlers, Jan Schouten, bildet. Er schenkte diesen Atlas 1916 der Gemeinde Dordrecht und befindet sich im Regionalarchiv Dordrecht. Darüber hinaus baute er einen historischen Atlas, der sich insbesondere der Geschichte der Niederlande widmete. Dieser „Atlas van Gijn“ wurde zusammen mit dem Haus am Nieuwe Haven testamentarisch dem Verein Oud-Dordrecht vermacht, der ihn 1949 der Gemeinde Dordrecht übertrug. Der Atlas ist Teil der Sammlung des Museums Huis van Gijn.

Simon van Gijn sammelte auch in allen möglichen anderen Bereichen für die Einrichtung seines Hauses am Nieuwe Haven. Er sammelte Möbel, Wandteppiche, Porzellan, Silber, Schiffsmodelle und Gemälde. Nach seinem Tod wurde es 1925 als Museum eröffnet. Die Sammlung des Vereins Oud-Dordrecht wurde der Sammlung von Simon van Gijn hinzugefügt.

Literatur

  • Th. E. A. Bosman, C. M. de Bruijn, E. van Kammen (Hrsg.), Leben mit der Vergangenheit: Hundert Jahre „altes Dordrecht“ (1892-1992). Hilversum: Verloren 2002. ISBN 90-6550-344-7
  • Ellen Reitsma und Marco de Nood, Das Leben des Sammlers Simon van Gijn Rechtsanwalt, Bankier, Kaufmann. Dordrecht: Simon van Gijn Museum zu Hause 2002. ISBN 90-806631-2-3