WikiDer > Chemische Reinigung Palthe

Stomerij Palthe
Briefe, Werbung für Palthe, Artikelnummer 252-1211.jpg

Unter dem abgekürzten Namen Palthe Ab 1873 gab es eine chemische Wäscherei und Färberei mit Ursprung Almelo zu der im Laufe der Zeit auch eine gleichnamige nationale Filialkette gehörte und in der um 1960 verschiedene andere niederländische Filialen chemische Wäschereien verbunden waren.

Ursprung

1873 wurde die Firma Gebr. Palthe, auch bekannt als Almelosche Färberei und chemische Wäscherei. Die Gründer Dirk Willem, Arnold Albert und Jan Richard Van Wulften Palthe begann einfach, mit 6 Mitarbeitern, erweiterte aber schnell sein Geschäft. Nach 25 Jahren beschäftigte das Unternehmen bereits 340 Mitarbeiter. Die patriarchalische Leitung stellte auch verschiedene zusätzliche Einrichtungen zur Verfügung, darunter eine Badeanstalt, eine Pensionskasse und eine Auffrischungsschule. Zu diesem Zweck wurde 1895 eine Stiftung zur Förderung der Interessen der mit dem Unternehmen verbundenen Arbeiter gegründet. 1899 wurde das Unternehmen in eine NV mit einem eingetragenen Kapital von 1 Mio. NLG umgewandelt, das vollständig eingezahlt wurde. Die Anteile wurden unter den drei Gründern aufgeteilt. Inzwischen hatte Palthe in Amsterdam die ersten Filialen am Vijzelstraat und der Nieuwendijk (Amsterdam)

Wachstum

Palthe entwickelte sich zum größten chemischen Wäscherei- und Färbereiunternehmen der Niederlande und war als einziges niederländisches Unternehmen an einem internationalen Kartell beteiligt. Neben dem Färben von Textilwaren aller Art nahm Palthe auch das Färben von Straußenfedern und schließlich auch den Handel damit auf. Die chemische Reinigung erfolgte mit einer Benzin-Waschmaschine. Zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Jahr 1923 beschäftigte sie 700 und zu Stoßzeiten 800 Personen. Inzwischen wurde ein überregionales Filialnetz aufgebaut, unter dem Namen Palthe aber teilweise mit Franchisenehmers. Zu diesem Zweck wurde die Verkaufsorganisation Palthe gegründet. Ein Teil der Arbeit wurde in den Filialen durchgeführt, da kleinere geeignete Geräte zur Verfügung standen. Die Filialen kümmerten sich auch um Kleidungsreparaturen.

Akquisitionen und Fusionen

Die Nachkriegszeit markierte einen großen Durchbruch. 1958 erfolgte die erste Übernahme eines Kollegen aus der Branche: NV Gebr. Hoeksema, Utrecht, gefolgt von De Pauw in Nijmegen und De Zwitsersche Waschinrichting en Ververerij in Rijswijk. 1961 folgte schließlich die Fusion mit De Regenboog Jansen und Bierens in Tilburg. Diese Wollfärberei war wie Palthe zunehmend auf synthetische Stoffe umgestiegen. Die Fusion erfolgte durch Aktientausch. Mit den 275 Mitarbeitern von De Regenboog hat Palthes Textiel Veredelingsbedrijven NV nun 2850 Mitarbeiter. Für 1960 wurden noch Dividenden gezahlt, aber für die nächsten zehn Jahre entstanden Verluste. Erst 1971 wurde die Dividende wieder aufgenommen. Inzwischen war die Belegschaft stark zurückgegangen, auf knapp über 1.300 im Jahr 1971. Ab Ende der 1960er Jahre bestand ein Teil der Filialen aus einer sogenannten Palthenette, in der der Direktservice zentral war. Durch den Niedergang der regionalen Textilindustrie geriet die Zentralfärberei in Almelo immer mehr in Schwierigkeiten. Ende 1978 fiel der Vorhang und diese Abteilung wurde geschlossen, wodurch 180 Personen ihre Arbeit verloren. Die Produktion wurde dann in abgespeckter Form am gleichen Standort von Jersey Trend Prints BV weitergeführt. 1980 verließen weitere 60 Personen De Regenboog.

Ableben und Relaunch

Ende der 1980er Jahre war Palthe mit über 100 Filialen (1987: 60 eigene, 52 Franchises) im niederländischen Straßenbild allgegenwärtig. 1993 folgte jedoch der Konkurs, teilweise aufgrund anhaltender Probleme bei De Regenboog. Die Textilreinigungskette wurde von Manaus Business Development in Amsterdam übernommen, denen es gelang, eine Einigung mit den Franchisenehmern zu erzielen. Diese Tätigkeit wurde unter dem Namen Palthe Stomerijen BV fortgesetzt. Im Januar 2004 ging Palthe erneut in Konkurs.

Literatur

  • Jubiläum der Almeloschen Färberei und chemischen Wäscherei, Die Woche 1913, 396-399