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Das Haus Fischer war in der 17. Jahrhundert ein Produzent von Atlanten, Karten und (Nachrichten-)Bilder.
Claes Jansz. Fischer (1587-1652)
Der Gründer des Hauses, der Amsterdammer Claes Janszoon Visscher, war neben einem begabten Zeichner, Kupferstecher und Radierer auch einer der bedeutendsten Verleger des 17. Jahrhunderts.
Die Ereignisse der Achtzigjähriger Krieg (1568-1648) lieferte eine Fülle von Themen für neue Karten und Drucke. Bilder von Belagerungen, Schlachten, der militärischen Lage, der Lage von Kastellen, Schanzen und Linien bildeten die Nachrichten dieser Zeit. Sowohl die Nachrichten in Europa als auch die über die Aktionen der Niederländer in Asien und Amerika standen im Mittelpunkt der Drucke. Das Haus Visscher würde sich auch in Zukunft auf die Ausgabe von Kriegskarten spezialisieren.
Die Datierung der Karten ist recht schwierig. Die Nachrichtenkarten waren natürlich meist mit einer Jahreszahl versehen. Ein Beispiel war der "Leo Belgicus", auf dem Klaas 1609 beim Betreten der Zwölfjähriger Waffenstillstand repräsentiert alle siebzehn Provinzen als Löwe. Der schlafende Kriegsgott Mars symbolisiert den Rest der Waffen.
Auch die Druckmarke von Claes Jansz. Visscher ist gut zu erkennen, die Karten seines Sohnes und Enkels machen mehr Probleme. Das Datum wird nur sporadisch genannt und die Namen: Nicolaas, Nicolaes, Nicolai, Nicolaum &c. sind auch nicht wirklich auffällig, nur der Zusatz: Cum Privilegium etc. kann auf ein erstes Herstellungsdatum (ab 1677) hinweisen.
Nicolaes Visscher I. (1618-1679)
Nicolaes war der einzige Sohn von Claes Jansz. Fischer. Er ist auch unter den Namen bekannt: Nicolaas oder Claes Claesz. Nachdem er jahrelang für seinen Vater im Geschäft tätig war, folgte er ihm nach dessen Tod 1652 nach. 1662 wurde er in die Amsterdamer Buchhändlergilde aufgenommen und 1677 erhielt Nicolaes, heute ein angesehener Verleger, von den Staaten Holland und Westfriesland ein 15-jähriges Patent für den Druck und die Herausgabe von Karten. Er starb zwei Jahre später und wurde in derselben Kapelle wie sein Vater beigesetzt.
Atlas-Ausgaben von Nicolaes I enthalten:
- "Atlas Contractus Orbis Terrarum" von 1657.
- „Germania Inferior“ von 1663.
- Kleiner Atlas von 1675.
Die Atlanten von Visscher wurden oft nach den Wünschen der Käufer zusammengestellt (der sogenannte Atlas Contractus). Sie enthalten in der Regel keinen Text, nur manchmal einen gedruckten Index. Es wurden Karten anderer Hersteller verwendet, sowie die selbst gravierten und bearbeiteten Kupferstiche seines Vaters.
Einer der Höhepunkte der Kartographie des 17. Jahrhunderts ist die mehrblättrige Wandkarte. Ein Beispiel dafür – aus dem Jahr 1656 – ist die Karte von Zeeland: „Zelandiae Comitatus novissima Tabula“. Diese bestand aus neun Blättern, die zusammen eine Größe von 140 x 160 cm hatten. Durch das Hinzufügen von Stadtansichten konnte die Karte noch weiter vergrößert werden. Diese Stadtansichten wurden wiederum um 1668 in einem Bündel veröffentlicht unter dem Namen:Spekulum Zelandiae”.
Nicolaes Visscher II (1649-1702)
Nachfolger von Nicolaes I. wurde sein Sohn Nicolaes II. Er erhielt 1682-1683 das gleiche Patent wie sein Vater. Aus diesen Jahren gibt es einen Katalog (27 Seiten!), der viel über die Art der angebotenen Materialien des Verlages aufklärt. Nur 10 % bestanden aus Karten, der Rest bezog sich auf Drucke. Die Visschers sahen ihren Laden in erster Linie als Kunsthandel, es gab aber auch eine große Auswahl an Karten. Der Katalog listet auch die großen Wandkarten auf, von denen nur wenige erhalten sind.
Atlas-Ausgaben von Nicolaes II:
- „Atlas Minor“ von 1683
- „Germania Inferior“ von 1684
- „Lehrstuhl des Krieges in den Niederlanden“ von 1694.
Der "Atlas Minor" war nicht so klein wie die gleichnamigen Atlanten aus dieser Zeit. Die Veröffentlichung war an FolioFormat (etwas größer als A4) und enthalten zwischen 60 und 150 Karten. Was Visschers Editionen von denen der Konkurrenz unterscheidet, ist die Betonung der Darstellung der damaligen Kriegshandlungen. Nicolaes II bekam immer mehr Karten aus eigener Herstellung zur Verfügung und wurde unabhängiger von den früheren Werken seines Vaters und Großvaters. Veraltete Visscher-Karten wurden 1684 versteigert. 1697 wurde das Patent erneuert und unter anderem eine weitere Ausgabe des Atlas Minor herausgegeben. Nicolaes II. starb 1702 und auch er wurde in der Nieuwezijds-Kapelle begraben, seine Witwe Elisabeth Verseyl übernahm die Geschäfte. Mehrere Titel wurden neu aufgelegt. Eine neue Sammlung war: „Der Lehrstuhl des Krieges in der Welt.“ Nach ihrem Tod 1726 wurde der Verlag von Andries de Leth übernommen. Nicht wenige Kupferplatten kamen in die Hände von Pieter Schenk und Carl Allard.
Karten & Drucke

Amsterdam CJ Visscher 1611

London CJ Visscher 1616

Leo Belgicus CJ Visscher 1630

Leo 'Hollandicus' NI Visscher 1648

Comitatus Zelandiæ N Visscher 1650

Ducatus Brunsvicensis CJ Visscher 1650

Middelburg N Visscher 1671

Gallien N Visscher 1680

Walcheren N Visscher II 1681

Borealiorem Americæ N Visscher 1690

Orbis Terrarum N Visscher 1700

Maastricht N Visscher 1700

Bremen NJ Visscher ca. 1720

Topographie de la Zelande LeRouge 1748; nach Visscher
Externe Links
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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