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Adolf Eduard Mayer (Oldenburg (Niedersachsen), 9. August1843 – Heidelberg, 25. Dezember1942) war ein Deutsche Agrarchemiker, dessen Forschungen zur Tabakmosaikkrankheit eine wichtige Rolle bei der Entdeckung der Tabakmosaikvirus (TMV) und beim Entdecken Viren im Allgemeinen.
Herkunft und Ausbildung
Mayer wurde 1843 in Oldenburg in die Familie eines Gymnasiallehrers geboren. Seine Mutter war eine Tochter des renommierten deutschen Chemikers Leopold Gmelin. Von 1860 bis 1862 studierte er Mathematik und Chemie an der Technologisches Institut zu Karlsruhe. 1862 absolvierte er die Universität Heidelberg, wo er 1864 "summa cum laude" erhielt Doktortitel in Chemie, Physik und Mathematik erworben.
Werdegang
1879 bekleidete der deutsche Sachverständige Mayer den Posten des Direktors der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt der Landwirtschaftliche Hochschule Wageningen. Dort wurde er von Tabakbauern in der Provinz Utrecht gebeten, eine bemerkenswerte Krankheit zu erforschen, die die Tabakpflanze betraf.[1]
Mayer veröffentlichte 1886 einen Forschungsbericht über die Krankheit, den er "Tabakmosaikkrankheit" nannte, in dem er die Symptome detailliert beschrieb. Er zeigte, dass die Krankheit übertragen werden kann, indem der Saft der betroffenen Pflanze verwendet wird, um gesunde Pflanzen zu kontaminieren.[2]
Früher ging man davon aus, dass die Krankheit durch sehr kleine Bakterien oder bakterielle Toxine übertragen wird, doch einige Jahre später zeigte sich das Tabakmosaikvirus als Schuldiger. Mayer suchte mit Hilfe der Lichtmikroskopie nach Pilz- oder Bakteriensporen im verunreinigten Saft. Er fand jedoch keine, da das TMV zu klein ist, um es mit einem optischen Mikroskop zu erkennen. Mayer behauptete, dass die Kontaminationsquelle irgendeine Art von Bakterien sei und behauptete fälschlicherweise, dass er durch wiederholte Verwendung von Filterpapier "klares Filtrat" aus dem kontaminierten Saft gewinnen konnte.
Filterexperimente mit Papier und Edel Porzellan wurden 1892 von dem russischen Biologen durchgeführt Dmitri Ivanovskic, und 1898 von dem niederländischen Mikrobiologen Martinus Beijerinck. Sie zeigten, dass die Kontaminationsquelle der Tabakmosaikkrankheit de facto nicht herausgefiltert werden konnte. Martinus Beijerinck setzte Mayers Weg fort und prägte den Begriff "Virus", um die nicht-bakterielle Natur der Pflanzenkrankheit zu charakterisieren. 1935 war das Tabakmosaikvirus das erste Virus, das wissenschaftlich isoliert und kristallisiert wurde.
Trotz seiner irrigen Schlussfolgerung wurde Mayers bahnbrechende Arbeit als wichtiger Schritt in der Entdeckung von Viren anerkannt, der zur Entstehung der neuen Disziplin führte Virologie, ein Spezialgebiet der Mikrobiologie.
Nach seiner Pensionierung 1903 kehrte Mayer nach Heidelberg zurück. Neben wissenschaftlichen Abhandlungen veröffentlichte er vor allem in dieser Zeit zahlreiche Werke wirtschaftsphilosophischer Art (teilweise unter dem Pseudonym Eduard Maydolf). Insgesamt gibt es mehr als 220 Veröffentlichungen von ihm.
Mayer starb am 25.12.1942 in Heidelberg im Alter von 99 Jahren. Adolf Mayer und seine Frau Sophie Kolligs teilen sich das Grab mit Mayers Großeltern Leopold und Luise Gmelin.
Auszeichnungen
- 1920 Ehrendoktorwürde der Universität für Bodenkultur Wien.
- 1923 Ehrendoktorwürde der Landwirtschaftlichen Hochschule - Berlin
- 1924 Mitglied der Akademie der Wissenschaften - Heidelberg
- 1926 Ehrendoktorwürde der Landwirtschaftlichen Hochschule - Wageningen
Publikationen (Auswahl)
- Die Düngerhauptstadt und der Raubbau: Eine Wirthschaftliche Betrachtung auf naturwissenschaftlicher Grundlage, Heidelberg, 1869 .
- Lehrbuch der Agrarchemie in Vierzig Vorlesungen, Heidelberg, 1871
- Der Kapitalismus in der Gelehrtenwelt. In: Sammlung von Vorträgen für das deutsche Volk, VI, 7. Heidelberg, 1881 .
- Die Lehre von den Chemicals Ferments oder Enzymology, Heidelberg, 1882
- Über die Mosaikkrankheit des Tobaks. Die landwirtschaftlichen Versuchsstationen 32, 451-467, 1886
Literatur
- Wolfgang Böhm: Mayer, Adolf. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 16, Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4 , S. 533 f.
- David M. Knipe, Peter M. Howley, Diane E. Griffin: Fields Virology 2 Volume Set, Lippincott Williams & Wilkins, ISBN 978-0-7817-6060-7
- Nur M. Flach: Adolf Mayer: ein Pionier der Virologie vor 125 Jahren. In: "Mikrobiologie heute". Nov 2007, S. 176 (microbiologysociety.org).
| Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise |