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Albert Kluyskens

Albert Marie Adolphe Kluyskens (Landegem, 6. September1885Gent, 21. Dezember1956) war ein BelgierAnwalt. Er war ein großer Champion und einer der Pioniere der Niederländisch Rechtskultur in Belgien.

Leben

Albert Kluyskens wurde in eine Ärztefamilie hineingeboren. Sein Urgroßvater Joseph Kluyskens, war Professor für Chirurgie.

Er besuchte die Sekundarschule in Gent St. Barbara College. 1903 entschied er sich entgegen der Familientradition für ein Jurastudium an der Universität Gent. 1908 erhielt er den Akademischer Grad des Doktors der Rechtswissenschaften. Nach seinem Studium wurde Kluyskens Anwalt am Schalter Gent.

Am 20. Februar 1919 heiratete er Anna Coleta Maria Mathildis Henrica Van de Vyver (1889-1978). Noch 1919 verließ er die Anwaltskammer, um stellvertretender Schiedsrichter bei der zu werden Handelsgericht in Gent. Vier Jahre später, im Jahr 1923, beschloss er, seine Laufbahn als Magistrat aufzugeben und in die Wissenschaft zu wechseln. Er wurde als niederländischsprachiger Dozent an die Universität Gent berufen Zivilrecht. Im selben Jahr meldete er sich wieder bei der Gent Bar an.

Akademiker

Kluyskens stieg schnell die akademische Leiter auf: 1928 wurde er außerordentlicher Professor und 1935 Ordinarius. Er war mit einem sehr breiten Lehrauftrag betraut und hielt folgende Lehrveranstaltungen: Allgemeine Grundlagen des zeitgenössischen Rechts - Historische Einführung in das Bürgerliche Recht - Bürgerliches Recht - Zivilprozessrecht - Grundlagen der Justizorganisation - Rechtsvergleichende Zivilinstitutionen - Vergleichendes Mautrecht.

Von 1933 bis 1936 war er Dean der Juristischen Fakultät und wurde 1950 für die Dauer von drei Jahren zum Rektor der Universität Gent ernannt. 1955 ging er mit emeritierter Status, nach 33-jähriger akademischer Laufbahn.

Anwalt

Seine zweite Karriere als Rechtsanwalt ab 1923 war ebenso erfolgreich. Kluyskens beschäftigte sich hauptsächlich mit Personen- und Familienrecht und Handelsrecht. Von 1946 bis 1948 war er Vorsitzender der Bar der Genter Bar. 1949 verabschiedete er sich ein zweites Mal vom Anwaltsberuf und wurde in die Liste der ehrenamtliche Anwälte.

Politiker

Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt und Professor war Kluyskens auch in der Politik. Bei den Wahlen 1936 wurde er in die Katholische Volkspartei gewähltes Mitglied der Abgeordnetenkammer für die Bezirk Gent-Eeklo. 1939 wurde er wiedergewählt und saß insgesamt zehn Jahre in der Kammer, mit den Kriegsjahren, in denen das belgische Parlament an der Sitzung gehindert war. 1946 wurde er Mitglied der CVP gewählt in der Senat als direkt gewählter Senator für den Distrikt Gent-Eeklo und bekleidete dieses Mandat auch zehn Jahre lang bis zu seinem Tod.

Als Politiker war Kluyskens eng an einer Reihe wichtiger Dossiers beteiligt, wie der Gründung der Staatskanzlei und die Reform der Belgische Nationalbank.

Pionier der flämischen Rechtskultur

Wie die anderen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens stand auch die belgische Rechtswelt am Anfang des 20 20. Jahrhundert einsprachiges Französisch. Es gab wenige oder keine niederländischen Versionen von Gesetzgebung, Rechtsprechung und Rechtslehre. Im Kontext der allgemeineren Bewegung zur flämischen Emanzipation die sich damals entwickelte, gab es auch in Flandern einen Drang nach der Einführung des Niederländischen in das Gesetz und die Rechtskultur.

Bereits 1910 veröffentlichte Kluyskens in der Juristische Zeitschrift, damals die einzige niederländischsprachige juristische Zeitschrift in Belgien. 1926 war er einer der Gründer der Flämische Rechtsgesellschaft (VRG), der Vereinigung niederländischsprachiger Jurastudenten an der Universität Gent. Kluyskens wurde zum Ehrenvorsitzenden des brandneuen Studentenclubs berufen. Er betonte die große Bedeutung für die Studenten, Niederländisch während ihres Studiums und im späteren Berufsleben zu verwenden. Er stand für a pragmatisch Ansatz: Niederländisch musste in die Rechtswelt eingeführt werden, nicht durch Theaterveranstaltungen, sondern durch Taten und Werke. Kluyskens trug somit zur Bildung der ersten Generation flämischer, niederländischsprachiger Anwälte bei. Von 1933 bis 1935 war er Vorsitzender der Flämischen Pleit-Gesellschaft in Gent.[1]

Kluyskens' Magnum Opus wurde zwischen 1925 und 1945 veröffentlicht: Grundsätze des Zivilrechts. Dieses achtbändige Buch war das erste niederländischsprachige Handbuch zum belgischen Zivilrecht. Es war einer der wichtigsten Beiträge zu den jungen Flamen Jurisprudenz.

Versterben

Albert Kluyskens starb unerwartet am 21. Dezember 1956 in seinem Haus in Gent. Zu Beginn des Jahres war er in den Ruhestand getreten, was am 15. April 1956 von einer Ehrungszeremonie begleitet worden war.

Arbeiten

  • Grundsätze des Zivilrechts, 8 Bände, erschienen zwischen 1925 und 1945:
    • Verpflichtungen (1925)
    • Die Hinterlassenschaften (1927)
    • Die Spenden und Testamente (1930)
    • Die Verträge (1934)
    • Wirtschaftsrecht (1936)
    • Privilegien und Hypotheken (1939)
    • Personen- und Familienrecht (1942)
    • Der Ehevertrag (1945)
  • Der Staatsrat und die belgische Verfassung, in: Rechtskundig Weekblad, 1939-1940
  • Eine dumme Geschichte. Der Fall Martens, in: Die Landwacht, 22. November 1939
  • L'Universite de Gand, in: Histoire des Universités belges, Brüssel, 1954

Auszeichnungen

Literatur

  • Fernand VAN GOETHEM, Professor Albert Kluyskens, Professor an der Juristischen Fakultät in Gent, Autor des Vertragsrechts, im: Unsere Leute sind wach, 23. Oktober 1928.
  • René VIKTOR, Lob an Prof. DR. A. Kluyskens, in: Rechtskundig Weekblad, 15. April 1956
  • Fernand VAN GOETHEM, In Gedenken an Prof. Dr. A. Kluyskens, in: Rechtskundig Weekblad, 1956-57, p. 893-896.
  • z.B. SPANOGHE, Albert Kluyskens, in: Rijksuniversiteit Gent, Liber Memorialis 1913-1960, Teil III Rechtswissenschaftliche Fakultät, Gent, 1960.
  • Paul VAN MOLLE, Das belgische Parlament, 1894-1972, Antwerpen, 1972.
  • Paul VAN MALLEGHEM, Albert Kluyskens, in: Die flämische Konferenz der Anwaltskammer Gent, 1873-1973, Gent, 1974
  • L. BURGELMANN, Albert Kluyskens, die Sprache als Hebel zur Emanzipation des flämischen Anwalts, in: Zeitschrift für Privatrecht, 2001, p. 3-11.

Externer Link

Vorgänger:
Norbert Goormaghtigh
Rektor des Universität Gent
1950 - 1953
Nachfolger:
Jan Gillis