WikiDer > Ata Kandó

Ata Kandó

Ata Kandó (Budapest, 17. September1913Berge, 15. September2017) war ein NiederländischFotograf von ungarisch Abstammung.

Jugend und persönliche Daten

Ata Kandó wurde in Budapest als Etelka Görög geboren. Sie hatte einen intellektuellen Hintergrund. Ihr Vater, Imre Gorog, war mal Professor Geschichte und führender Übersetzer russischer Literatur. Ihrer Mutter, Margit Beke, war als bedeutender Übersetzer der skandinavischen Literatur bekannt. Da Kandó als Kind Schwierigkeiten hatte, ihren eigenen Vornamen auszusprechen, nannte sie sich Ata. Der Nachname Kandó, den sie ihr Leben lang behalten sollte, stammt von ihrem ersten Ehemann Gyula Kandó, mit dem sie drei Kinder hatte.

Ata Kandó starb zwei Tage vor ihrem 104. Geburtstag.

Bildung und Arbeit

In den 1930er Jahren hielten sich Kandó und ihr Mann zwei Mal in Paris auf. Kandó studierte 1935 Fotografie in Budapest, unter anderem bei Fotografen Klara Wachter und Jószef Pecsi. Bis 1938 arbeitete sie dort als Fotografin, hauptsächlich für Kinder, aber von dieser Arbeit ist nichts überliefert. 1938 eröffnete sie während ihres zweiten Paris-Aufenthalts ihr eigenes Atelier an der Avenue de l'Opéra. Sie und ihr Mann waren im Widerstand aktiv und fälschten Dokumente. Nach dem Krieg zog das Paar nach Paris zurück, aber ihr Mann wollte nach Ungarn zurückkehren und Ata mit ihren drei Kindern zurücklassen. Sie arbeitete für die US-Nachrichtenagentur Magnum Fotos, mit dem sie durch ihren Landsmann Robert Capa in Kontakt gekommen war. Sie war auch Modefotografin für mehrere Pariser Modehäuser. In Paris lernte sie den Fotografen 1950 kennen Ed van der Elsken die sie 1954 in die Niederlande zog und heiratete, sich aber ein Jahr später scheiden ließ.

Die Niederlande

In den Niederlanden lernte sie andere Fotografen kennen und zusammen mit Violette Cornelius Sie hat ein Buch über die ungarischen Flüchtlinge an der österreichischen Grenze nach dem Scheitern der Ungarischer Aufstand gegen den Kommunismus 1956. Ein Jahr später veröffentlichte sie Träume im Wald, ein poetisches Fantasy-Fotobuch mit ihren drei Kindern, mit Texten ihres Sohnes Thomas. 1961 unternahm sie eine Reise in das Amazonasgebiet in Südamerika und war fasziniert vom Leben der Ureinwohner. 1965 kehrte sie für einen längeren Aufenthalt zurück. Ihre Fotos mit einem starken sozialen Engagement für die dortigen Missbräuche wurden ausgestellt und das Buch wurde 1970 veröffentlicht Sklave oder Tod. Es machte auf die Zerstörung des Regenwaldes und die indigenen Stämme und ihre Kultur aufmerksam. Ihre Fotos wurden weltweit ausgestellt. Ein weiteres Fotobuch unter dem Titel Kalypso und Nausikaä nach Homer erschien 2004.

Lehre und Ausstellungen

Kandó war auch Lehrer an der Hogeschool voor de Kunsten in Utrecht und der Kunstakademie AKI A in Enschede und bildete viele später berühmt gewordene Fotografen aus, wie z Koen Wessing und Ad van Denderen. 2004 gab es anlässlich ihres 90. Geburtstags eine Sonderausstellung in Amsterdam, für die sie eine Auswahl aus ihrem Werk traf. 2006 gab es in der ungarischen Botschaft in Berlin eine Ausstellung ihrer Fotos über die ungarischen Flüchtlinge. Zu seinem 103. Geburtstag organisierte es Niederländisches Fotomuseum eine Retrospektive von Kandó. Aus diesem Anlass wurde sie von einem Verehrer bewundert Sacha de Boer sich selbst ins Bild setzen.

Externe Links