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Binnenklimaat

Es Raumklima sind die atmosphärischen Bedingungen (Temperatur, Windgeschwindigkeit und Feuchtigkeit) in Wohnumgebungen wie Gewächshäuser und Gebäude. Im Fokus steht dabei, wie Menschen, Pflanzen und Tiere auf die Umstände reagieren. Diese Reaktion lässt sich nicht direkt aus den Messungen ableiten und ist bei Warmblütern und Menschen anders als bei Kaltblütern und Pflanzen. Menschen und Warmblüter spüren die Temperatur nicht, sondern reagieren auf die Abkühlung des Körpers. Kaltblütige Tiere und Pflanzen nehmen die Temperatur der Umgebung auf und reagieren direkt auf die Temperatur.

Beim Menschen wird das Wärmeempfinden durch Folgendes bestimmt:

  1. die Nettowärmestrahlung (Infrarot). Jedes Objekt mit einer absoluten Temperatur über Null strahlt Wärme ab. Sie ist proportional zur vierten Potenz der absoluten Temperatur. Neben der Tatsache, dass der Körper selbst Wärme abstrahlt, kehrt auch die Wärmestrahlung aus der Umgebung zurück, die jedoch mit kälterer Oberfläche schnell abnimmt. Kalte Oberflächen in der Umgebung (Wände, Fenster) führen dazu, dass sich der Raum kalt anfühlt. Da sich Wände nur langsam erwärmen, wird sich ein Raum erst nach längerer Zeit wohlfühlen.
  2. Verdunstung von Feuchtigkeit. Die Verdunstung von Feuchtigkeit erfordert viel Wärme; der Wärmeverlust hängt von der relativen Luftfeuchtigkeit ab. In einer trockenen Umgebung verdunstet der Körper mehr Feuchtigkeit als in einer feuchten Atmosphäre. Dadurch fühlt es sich wärmer an, ein Effekt, der oft an lauen Sommerabenden geschätzt wird. Stein- und Putzwände speichern viel Feuchtigkeit und halten eine konstante relative Luftfeuchtigkeit aufrecht.
  3. Ableitung fühlbarer Wärme. Die Kühlung hängt hier von der Temperaturdifferenz zwischen der Oberfläche und der umgebenden Luft ab.
  4. die Windgeschwindigkeit. Zwischen der warmen Oberfläche und der umgebenden Luft befindet sich eine dünne Schicht (fast) stiller Luft, die eine zusätzliche Isolierung gegen Hitze und Wasserdampf bietet. Je mehr Wind weht, desto dünner wird diese Schicht und die Hitze verschwindet schneller. Dadurch fühlt es sich kälter an, je stärker der Wind bläst. In der Meteorologie spricht man vom Windchill-Faktor. Eine flächendeckende Abkühlung verkraftet der Körper meist, aber eine lokale Abkühlung verursacht oft Probleme (zB Muskelsteifheit). Aus diesem Grund ist es gut, die Windgeschwindigkeit an Arbeitsplätzen zu begrenzen und keine Sitzgelegenheiten im Raum an Stellen mit Zugluft einzuplanen.

Unter normalen Stallbedingungen liefert die Wärmestrahlung etwa 60 % der Kühlung, die Verdunstung 25 % und die direkte Kühlung 10 %. Wenn es warm ist, ändern sich die Proportionen schnell: Bei tropischen Temperaturen macht die Verdunstung fast die gesamte Wärmeabgabe aus.

Das Gleichgewicht zwischen Strahlung, Verdunstung und direkter Kühlung hat Konsequenzen. Ein Raum mit kalten Wänden benötigt zum Wohlfühlen eine höhere Lufttemperatur als in einem gut gedämmten Raum. Die Isolierung funktioniert in beide Richtungen: Es geht weniger Wärme verloren und Sie brauchen eine niedrigere Temperatur, um sich wohl zu fühlen.

In Gebäuden wird viel Wert darauf gelegt Klimakontrolle. Klimaanlage, Belüftung, Heizung, Lufttrockner oder Luftbefeuchter regeln die Bedingungen, unter denen Menschen, Pflanzen oder Tiere leben müssen.

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