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Cadmiumselenide
Struktur von Cadmiumselenid

Cadmiumselenid (CdSe) ist ein sehr stabiles Rot Pigment das als dunkelrotes Pulver vorkommt (Cadmiumrot). Der Stoff kommt in der Natur in Form des Minerals vor Kadmoselit. Cadmiumselenid ist umweltschädlich. Es gibt auch einen weniger giftigen Ersatz auf Basis von a Zinkoxid-Azopigment.

Ein Glas Cadmiumrot

Für Cadmiumrot wurde bereits 1892 ein Patent angemeldet. Um 1910 begann die industrielle Produktion. Es ersetzte dann weitgehend die weniger stabilen Zinnober. Das Pigment wurde zuerst hergestellt von Cadmiumsulfid in einer Stickstoffatmosphäre bis 600 °C mit Schwefel und Selen. 1919 patentiert Bayer ein Verfahren zur Ausfällung aus einer Lösung von Sulfiden und Seleniden; das so erhaltene gelbe Pulver war Kalzinierung auf 300°C erhitzt, um den gewünschten Rotton zu erzeugen. Cadmiumselenid wird heute hauptsächlich unter hoher Verdichtung hergestellt.

Wird Cadmiumselenid aus Cadmiumsulfid gebildet, so führt der weitere Einbau von Selen zu einem Farbumschlag von Gelb über Orange zu Zinnoberrot und schließlich Tiefrot. Durch einen vorzeitigen Abbruch des Prozesses können somit die Zwischentöne in jeder gewünschten Abstufung erhalten werden. Was als "Cadmiumorange" vermarktet wird, ist ein Cadmiumsulfidselenid oder Cadmiumsulfoselenid. Die zinnoberroten Farbtöne sind die nützlichsten. Die dunkelrote Farbe ähnelt oberflächlich Kralak in Pulverform, aber bei letzterer Substanz wird blaues Licht in dünnen Schichten relativ weniger herausgefiltert, so dass die gewünschte Magenta tönung entsteht. „Cadmiumrot dunkel“ behält aber auch in Glasuren einen mattroten Farbton.

Cadmiumrot ist sehr lichtecht. Es ist hitzebeständig. Es ist undurchsichtig. Der Preis ist hoch. In dem Farbindex es ist das PR 108. Cadmiumrot ist aufgrund des Cadmiumanteils giftig und krebserregend. Die industrielle Verwendung des Pigments wurde bereits stark reduziert, aber es ist nicht als Künstlerfarbe verboten, da die in der Kunst verwendeten Mengen zu gering sind, um eine relevante Umweltbelastung zu haben und vom professionellen Künstler erwartet wird, dass er die von ihm gewünschten Risiken bestimmen kann nehmen. Hautkontakt sollte vermieden werden und Lackhersteller raten davon ab, das Pigment mit dem Airbrush bewerben. Imitationen von AZO-Pigment sind heute fast genauso lichtecht und farbintensiver, aber weniger deckend.

Verwirrenderweise wurden in den 1940er Jahren aufgrund eines vorübergehenden Selenmangels rote Cadmiumquecksilbersulfide als Pigment hergestellt, auch bekannt als "Cadmiumrot". Sie hatten eine weniger gesättigte Farbe, die von orange bis braunrot reichte.

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