WikiDer > Kapillarelektrometer
Das Kapillarelektrometer ist ein Messinstrument zum Erkennen kleiner Veränderungen in elektrische Spannungen. Dieses Instrument war in 1872 erfunden vom französischen Physiker Gabriel Jonas Lippmann und wird daher auch als Lippmann-Elektrometer.
Bau & Betrieb
Das Messgerät besteht aus einem U-förmigen Glasrohr, das auf der einen Seite dick und auf der anderen sehr dünn ist. Das dünne Ende wirkt als Kapillarrohr. Das U-Rohr ist zur Hälfte gefüllt mit Merkur, verdünnt mit einer kleinen Menge Schwefelsäure oben auf dem Quecksilber im Kapillarröhrchen. Metallische Anschlussdrähte werden am dicken Ende im Quecksilber und am dünnen Ende in der Schwefelsäure verbunden.
Wenn ein elektrischer Impuls eintrifft, ändert sich die Oberflächenspannung des Quecksilbers, wodurch der Quecksilberspiegel im Kapillarröhrchen leicht ansteigt. Diese Veränderungen können mit einer Lampe – gerichtet auf den Quecksilber-Schwefelsäure-Übergang – und einer beweglichen Fotoplatte festgehalten werden.
Anwendung
Mit diesem Instrument war es der französische Forscher Etienne-Jules Marey 1876 gelang es, die Aktionsströmungen im Herzen eines Frosches und einer Schildkröte einzufangen. Später, im Jahr 1887, wusste August Desire Waller damit erstmal Elektrokardiogramm eines menschlichen Körpers. Der Nachteil war, dass dieses Instrument die Herzfrequenz nicht direkt erfasst. Um die Trägheit des Quecksilbers auszugleichen und herauszufinden, was die Messergebnisse wirklich bedeuten, waren aufwendige mathematische Berechnungen notwendig.
Trotz der vorgenommenen Verbesserungen (einschließlich von Willem Einthoven) stellte sich bald heraus, dass das Kapillarelektrometer für eine genaue Messung der Herzfrequenz nicht geeignet war.
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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