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Das Komturei des Heiligen Andreas war von 1254 bis 1794 Kommandantur des Deutscher Orden in dem Belgier Stadt Lüttich. Das Gebäude beherbergt derzeit (2011) eine Abteilung der Polizeigericht.
Geschichte
Die Komturei des Heiligen Andreas wurde im Jahr 1255 durch die Spende von gegründet Jakob von Celles des Hauses Celles, zusammen mit dem Patronatsrecht der Kirchen St. Andreas und St. Gangulfus in Lüttich am Balije Biesen des Deutscher Orden.
Zur Komturei gehörten neben der Stadtresidenz St. Andreas in Lüttich auch die Pfarreien St. Andreas und St. Gangulfus sowie das Hospital Mostard und die Beginenhof Hors-Chateau. Die Kommandantur Lüttich gehörte dem Balije Biesen des Deutschen Ordens und unterstand daher dem GroßkommandantAlden Biesen zu Bilzen-Rijkhoven. Der Ort bot den Ordensrittern unter dem Schutz der Lüttich Zuflucht Fürstbischof. In den repräsentativen Gebäuden am Pierreuse (jetzt Rue du Palais) residierte der Kommandant, auch Großpfarrer genannt, der Oberhaupt der Gerichtsvollzieher und Pfarrer beider Pfarreien war. Die Pfarrei St. Andreas war um die Mitte des 17. Jahrhunderts mit etwa 2250 Einwohnern eine der größten in Lüttich.
Die Komturei wurde 1795 nach dem Französische Revolution aufgelöst. Der letzte Halter ist geflohen Westfalen mit einem Teil der Archiv. 1797 folgte der öffentliche Verkauf und 1920 erwarb die Stadt Lüttich die Residenz.
1931 wurden die Gebäude als Polizeigericht genutzt. 1971 wurde das Ganze unter Denkmalschutz gestellt. 2010 folgte eine Teilrestaurierung und die ursprünglichen Terrassen wurden restauriert und über einen Fußweg erschlossen.
Liste der Kommandanten des Heiligen Andreas
- Clarenbaldus de Vilea
- Wilhelm von Brustrem (erwähnt 1290 – nach 1300)
- Thomas von Aachen (1320-1330)
- Robert von Waremme (erwähnt 1335)
- Thomas von Aachen (erwähnt 1344, 1345, 1352)
- Henricus van Limborch (erwähnt 1363 – nach 1368)
- Godeschall van Aachen (1370–1381)
- Alexander van Esden (1387–1418)
- Henricus Loemans (1418– ? )
- Lambert Lamboy (1423-1427)
- Wilhelm von Rosmeer (1427–1434)
- Nikolaus Dessener (1434–1468)
- Nicholas Goerts (1468–1471)
- Johannes Hoen (erwähnt von 1481–1494)
- Johannes Kemp (1494–1496)
- Claes Azinarys (1496–1538)
- Claes van Mervell
- Lambert Wammis (1553-1570)
- Michael van den Cruys (1570–1590)
- Henricus Haling (1590-1628)
- Henricus de Bije (1628)
- Francis Rudolphi (1629–1646)
- Hermann Fabritius (1646–1661)
- Georgius Mörtbiers (1662–1677)
- Johan Jacob Frissen (1677–1702)[1]
- Paul Willem van Vuecht (1702–1717)
- Peter Adam Nicolaas Daemen (1717-1720)
- Johan Coolen (1720–1726)[2]
- William Frans Cox (1726–1753)[3]
- Petrus Frans Theunissen (1753–1762)[4]
- Robert Laurent Christophe Lintermans (1763–1803)
Kulturelles Erbe
Mehrere Gebäude der weitläufigen Anlage sind erhalten geblieben, darunter die ehemalige Klosterkirche, die heutige St.-Andreas-Kirche. Der Turm von Vieux Joncs (= Aldenbiesen) wurde mit den umliegenden Terrassen und Mauern restauriert und bietet einen schönen Blick über diesen Teil der Stadt.

Rue Pierreuse (rechts)

Kuppel der St.-Andreas-Kirche

Terrassen vor der Restaurierung

Turm des Vieux Joncs
| Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise |