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Cornelis Musch

Cornelis Muscha (brielle oder Rotterdam1592 oder 1593, Den Haag15. Dezember1650) war mal Verkäufer des Allgemeine Staaten. Er ist für seine bekannt geblieben Korruption. Im Rotterdam Cornelis Muschstraat ist nach ihm benannt.[1]

Jugend und Bildung

Cornelis Musch war ein Sohn von Maritgen Matelieff Cornelisdr. und Jan Jacobsz. Musch, ein wohlhabender Heringsbesitzer, der an der Gründung der VOC. Cornelis besuchte die Lateinschule und schrieb sich ein 1613 in die Universität Leidenwo er Jura studiert hat. Im Frühjahr und Sommer von 1617 er machte ein "große Tour" von Frankreich. Während dieser Reise promovierte er in Orleans bei den Rechten.

Werdegang

Nach seiner Reise nach Frankreich sammelte er juristische Erfahrung als Anwalt für die Gericht von Holland. Anschließend wurde er Sekretär von Rotterdam. Diesen Termin verdankt er GouverneurMauritius. Damit war sichergestellt, dass sich Musch zeitlebens mit den Interessen des Statthalters identifizierte. Er hat seine Interessen mit den Interessen der Allgemeinheit gleichgesetzt 1628 Musch wurde zum Sekretär der Generalstaaten ernannt. Die Aufgabe des Schreibers bestand darin, die Sitzungen der Generalstaaten vorzubereiten und zu protokollieren. Im 1643 ein weiterer Termin folgte Wasserbrett von Delfland und in 1645 eine Verabredung zum HauptfachGerichtsvollzieher der Länder der Freien in Flandern. Außerdem war er in 1636 vom französischen König in der Ritterschaft erhaben.

Hochzeit

Cornelis Musch heiratete in Juni1636 mit Elisabeth Katzen, ein paar Tage nach ihrem Vater, dem Dichter Jacob Katzen, großer Rentner aus Holland geworden war. Diese Ehe war bemerkenswert, weil die Gedichte von Jacob Cats voller weisen Lebenslektionen waren. In seinen Gedichten warnte Cats vor zu großen Altersunterschieden zwischen Ehepartnern. Elisabeth Cats war jedoch 17 Jahre alt, als sie den 44-jährigen Musch heiratete. Sie lebten in Den Haag an der Ecke des Kneuterdijk und Hartogstraße. Zusammen hatten sie drei Töchter: Maria Elisabeth (1637-1698), Elisabeth Maria (1639-1699) und Anna Catharina (1641-1667).

Korruption

Schon zu seinen Lebzeiten war Muschs Geldgier legendär. Dabei hatte es ihm nie an finanziellen Mitteln gefehlt. Er wurde sogar verglichen mit Catilina, ein korrupter römischer Patrizier, Musch konnte als höchster Beamter der Generalstaaten Ratsdokumente kopieren, Beschlüsse eigenhändig ändern und Ratsherren spielen. Er arrangierte auch Steuerbefreiungen und verfasste Empfehlungsschreiben. Er lieferte auch geheime Dokumente an französische, spanische, deutsche, englische und skandinavische Gesandte und Agenten. Er vermittelte auch bei der Vergabe wichtiger Amtsämter. Die Geschichte von Maria Donder ist bekannt. Sie besuchte Muschs Haus, um ihrem Mann ein Büro zu sichern. Musch bat sie, sich in seinem Zimmer umzusehen und darüber nachzudenken, was im Zimmer fehlte. Ein paar Tage später kam Maria zurück und brachte die fehlenden Gegenstände mit, darunter seidene Tischdecken und Kissen. Ihr Mann bekam das Amt jedoch nicht.

Versterben

Cornelis Musch hätte seine korrupten Praktiken jahrelang ungestört fortsetzen können. Doch schon zu Lebzeiten gab es Verdächtigungen gegen ihn. Nach dem Tod des Stadthalters Wilhelm II es gab eine Untersuchung der Praktiken von Musch und anderen Beamten. Musch starb jedoch kurz nach Beginn der Ermittlungen unter mysteriösen Umständen. Manche sagen, er habe aus Angst vor den Ermittlungen Selbstmord begangen. Der Wert seines Besitzes wurde nach seinem Tod auf zwei Millionen Gulden geschätzt. Als Beamter der Generalstaaten folgte ihm Nicolaas Coenraadsz Ruijsch, ein Mann aus dem pro-staatlichen Lager.[2]

Nach seinem Tod schrieb Vondel folgende satirisch über ihn:

KOPIE, AUF EINEM MUSCH
Hier führt nun der Hofmusch und verrottet,
Sie brachte Schlangen in ihrem Topf hervor;
Läuseester und Herzog von Albs Brut:
Sie scheißt Freiheit auf den Hut,
Die schönsten Städte auf dem Kopf,
Sie putzte und aß all das gute Essen;
Sie pickten, ohne Angst oder Beklommenheit,
Die schönsten Kirschen am Baum;
Sie fragte nach Klumpenbogen, Schlag oder Schnappen;
Sie konnte den Moolek entdecken;
Sie flog von der Hand des Meisters,
Und spielte mit der Macht des Landes;
Sie platzen am Kopf einer Spinne,
Als sie trank und sprach; dieser Saft
Passt mir überhaupt nicht;
Der Rest geht an Aarssen und Kapel.

Porträt

Musch mochte Porträts nicht und ließ sich wahrscheinlich nie malen.

Literatur

  • Alberts, A., Ein Fenster zum Buitenhof (Amsterdam: G. A. van Oorschot 1987).[3]
  • Japikse, N., Cornelis Musch und die Korruption seiner Zeit, in: Der Führer, 1908, 1.
  • Knie, P., Das Haager Büro. Beamte des 17. Jahrhunderts zwischen Staatsinteresse und Eigeninteresse (Amsterdam: Prometheus/Bakker 2001).
  • Van Tol, Jean-Marc, Musch, historischer Roman (Soest: Verlag Catull 2018 ISBN 978-9492409348 ).
Vorgänger:
Johan van Goch
Verkäufer der Allgemeine Staaten
1628-1650
Nachfolger:
Nicolaas Coenraadsz Ruijsch