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Digital Playground

Digitaler Spielplatz ist eine Kultureinrichtung in den Niederlanden, die Kindern und Jugendlichen den Umgang mit den kreativen Möglichkeiten des Computers beibringen möchte. Die Organisation hat ihren Sitz in Rotterdam.

Einrichtung

Digital Playground entstand im Theater Hal 4 in Rotterdam. Regisseur Evan van der Most hatte in Madrid gesehen, wie Kindern in einem Gemeindezentrum der kreative Umgang mit Computern beigebracht wurde, darunter Animationen, Flyer entwerfen und Filme synchronisieren. Van der Most wollte auch in Rotterdam eine solche Initiative auf den Weg bringen. Die Ausgangspunkte waren „learning by doing“ und „peer to peer education“, damit die Workshop-Moderatoren in Bezug auf Alter und Hintergrund möglichst nah an der Zielgruppe sind.

Nach einer Vorbereitungs- und Finanzierungsphase fand am 7. September 1998 die erste Veranstaltung statt, organisiert von Halle 4 in Zusammenarbeit mit der SKVR und Kubik 3. Der Name Digital Playground wurde von Projektleiter Mark Heijne geprägt. Vier Wochen lang war Halle 4 eine „digitale Landschaft für junge Leute“.

kulturelle Bildung

Digital Playground war ursprünglich eine jährliche Veranstaltung. 1998 und 1999 fand sie in Halle 4 statt. Die nächsten beiden Ausgaben fanden im damals leerstehenden Gebäude statt Las Palmas an der Wilhelminakade in Süd-Rotterdam. Auch das IMAX-Kino am Schiedamsedijk wurde einst als Location genutzt. In diesen frühen Jahren nahmen Tausende von Studenten an Digital Playground-Workshops teil. Die Workshopleiter waren in der Regel angehende Künstler und Studenten.

Von Anfang an wurde eine Verbindung zwischen der Nutzung von Computern mit Kunst und Kultur hergestellt. Neben Workshops zum Erstellen von Websites und zum Erstellen von Filmen oder Soundcollagen standen auch Museums- oder Galeriebesuche auf dem Programm.

Kulturplan und Weiterentwicklung

Eindrücke Aktivitäten Digital Playground

Ab 2004 nahm Digital Playground einen strukturellen Charakter an. In diesem Jahr wurde ein Raum im Keller des Cinerama-Kinos auf Westblaak bezogen. Früher befand sich hier ein Jazzclub und dann die Studentendisco Quasimodo. Ab 2004 begann hier unter der Leitung von Henry Vorselman eine neue Periode für Digital Playground, die sieben Jahre auf der Westblaak verbleiben sollte. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Rotterdam und dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft wurde Digital Playground als Projekt in den Kulturplan 2005-2008 und 2009-2013 aufgenommen. Acht Jahre lang wurde Digital Playground gefördert, um sich weiterentwickeln zu können.

Im Raum auf der Westblaak wurden vier verschiedene Disziplinen angeboten, in denen die Teilnehmer an einem kulturellen Thema arbeiteten. Dies waren nacheinander Global (Website-Erstellung), Moving (Film), Still (Fotografie) und Sound (Ton). Die Teilnehmer arbeiteten immer zu zweit. Die Verbindung zwischen verschiedenen Werkstätten wurde gelöst und der Fokus verlagerte sich im Laufe der Jahre immer mehr auf das Image. Die Disziplinen Sound und Global wurden eingestellt und die Disziplin Animation neu entwickelt. Mit der Entwicklung des Internets ist der Bedarf an Jugend und Bildung gewachsen, mehr über die kreativen Möglichkeiten der neuen digitalen Medien zu erfahren. Die Verbindung zu Kunst und Kultur blieb bestehen.

Erweiterung Digital Playground

Während des Zeitraums, in dem eine Förderung aus dem Kulturplan beantragt wurde, konnte Digital Playground auch Aktivitäten außerhalb von Rotterdam entwickeln. So wurde beispielsweise eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Filmhuis Den Haag eingegangen, wo auch Workshops mit einem Team organisiert wurden. Workshops fanden übrigens bei Veranstaltungen wie dem Niederländisches Filmfestival, Internationales Filmfestival Rotterdam, Cinekid und Internationales Dokumentarfilmfestival Amsterdam, und in Museen wie dem Glaspalast in Heerlen, der Museum für Grafikdesign in Breda und den NEMO Wissenschaftsmuseum in Amsterdam. Es gab Digital Playground-Touren durch Schulen, Städte und sogar Asylzentren. Im Ausland wurden Workshops in Surinam organisiert. Digital Playground unterstützt weiterhin die Organisation, die die Workshops in Suriname durchführt.

Unabhängig weiter in Rotterdam

Digital Playground beim Cinerama 2010

2009 hörte die Stiftung Halle 4 auf zu existieren. Damit endete die noch bestehende Beziehung von Digital Playground zur Halle 4 und eine eigene Stiftung wurde gegründet, um einen Neuanfang wagen zu können. Diese Stiftung hat einen Aufsichtsrat und bietet Digital Playground die Möglichkeit, qualitativ zu wachsen.

Nach sieben Jahren an der Westblaak zog Digital Playground in das heutige Medienlabor des at Malerei Straße, in einer Linie mit Witte de Withstraat, die kulturelle Achse von Rotterdam. Aus kultureller Sicht war dies eine Verstärkung, aber aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs wurde die staatliche Förderung 2013 gestrichen und die Aktivitäten außerhalb Rotterdams konnten nicht weitergeführt werden.

Der Fokus von Digital Playground liegt nun wieder auf Rotterdam. Die Schüler können jeden Tag besuchen und es wurde ein breites Angebot an Workshops entwickelt, in denen eine ganze Klasse gleichzeitig arbeiten kann. In Rotterdam ist Digital Playground immer noch Teil des Kulturplans. An den Workshops in der Witte de Withstraat nehmen jedes Jahr durchschnittlich mehr als 5000 Studierende teil. In den letzten Jahren gab es gelegentlich Kooperationen mit anderen Kulturinstitutionen in Rotterdam, wie z Museum Boijmans Van Beuningen, Museum Rotterdam und Schifffahrtsmuseum Rotterdam.

Zukünftiger digitaler Spielplatz

Digitaler Spielplatz am Arbeitsplatz

Nach mehr als zwanzig Jahren folgt Digital Playground mit seinem Angebot weiterhin den Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen. Der Ansatz ist noch weitgehend derselbe wie in den ersten Jahren mit „learning by doing“: selber ausprobieren und sehen, wie eine digitale Technologie funktioniert. Die Organisation hat sich nach und nach professionalisiert. Im Gebäude an der Schilderstraat arbeitet ein Team von vier festangestellten Mitarbeitern, wobei der Raum so angeordnet ist, dass alle Techniken ständig verfügbar sind und Gruppen von bis zu vierzig Teilnehmern gleichzeitig einen Workshop verfolgen können. Für größere Schülergruppen werden übrigens Fremdstandorte genutzt.

Das Interesse der Teilnehmer gilt mittlerweile vor allem dem Game Design, dem iPad Filmworkshop und Stop-Motion (eine Animationstechnik zum Erstellen eines Films Bild für Bild). 2015 wurde Virtual Reality erstmals in Workshops angewendet und in den kommenden Jahren wird damit gerechnet erweiterte Realität arbeiten, da die Möglichkeiten für solche Techniken zugänglicher werden. Als Pionier in der Medienbildung bietet Digital Playground nach wie vor ein einzigartiges und vielfältiges Angebot in den Niederlanden.

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