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Eneasroman
Eneas-Roman

Das Eneas-Roman ist das umfangreichste Werk von Hendrik van Veldeke. Soweit wir wissen, ist dies auch der erste höfischer Roman in einem deutsche Sprache.

Den größten Teil davon schrieb Veldeke um 1175. Laut Epilog des Eneas-Roman er zeigte der Gräfin von Kleve sein zu vier Fünfteln fertiges Manuskript, die es einer ihrer Hofdamen anvertraute. Es wurde gestohlen und Veldeke bekam es erst 1184 vom Pfalzgrafen zurück Hermann von Thüringen, der ihn anwies, es zu vervollständigen. Die Identität des Diebes ist immer unklar geblieben. Einigen zufolge wäre es Hendrik Raspe, der Bruder von Hermann von Thüringen; nach anderen war Heinrich van Schwarzburg der Dieb. Dieser war in eine Fehde mit Landgraaf verwickelt Ludwig III. von Thüringen, der älteste Bruder von Hermann und auch Bräutigam der Gräfin von Kleve.

Veldekes Eneas ist die erste höfischer Roman in einem deutsche Sprache. Er achtete sehr auf die höfische Liebe, die höfischen Tugenden (Mäßigkeit, Zurückhaltung, Beredsamkeit...) und die Schönheit des höfischen Lebens. Trotz der tragischen Ereignisse in der Geschichte (zum Beispiel Didos Selbstmord und der Tod von Pallas, Eneas' Waffengefährte und vielen anderen Helden), herrscht der positive Ton vor. So schildert er am Ende seines Romans mit großer Begeisterung die Hochzeit von Eneas und Lavinia, in der ein optimistisches Menschen- und Weltbild dargestellt wird, die Apotheose des Romans. Veldeke versäumt es nicht, diese Hochzeit mit dem Hoftag zu vergleichen, den Kaiser Frederik Barbarossa 1184 in Mainz organisierte. Dies ist eines der oft angeführten Argumente, um zu zeigen, dass Veldeke für das Gefolge des Kaisers schrieb. In diesem Licht ist vielleicht auch die Stoffwahl zu sehen. Schließlich ist die Geschichte des Eneas auch die Geschichte der Gründung Roms, und die deutschen Kaiser sahen sich als Fortsetzer des Römischen Reiches. Mittelalterliche Königshäuser hatten oft fiktive Stammbäume, die auf die Trojaner zurückgingen.

Die Tatsache, dass die Eneas-Roman nur in a Mittelhochdeutsch überlieferte Fassung hat die Frage aufgeworfen, ob der Teil des Romans, den er der Gräfin von Kleve zur Lektüre gab, ursprünglich in der Maasland oder wurde in Mittelhochdeutsch geschrieben. Am Kleve-Hof wurde Limburgisch genauso gut oder besser verstanden als Mitteldeutsch. Deutsche Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass der Text ursprünglich ebenfalls im Maasland lag. Dieser Maaslands van Veldeke war jedenfalls niederfränkisch, der Vorgänger des Holländischen und nicht des Deutschen. Germanisten mögen Otto Behaghel(in der Ausgabe von 1882), Theodor Frings und Gabriele Schieb (in ihrer Ausgabe von 1964-1970) waren der Meinung, Veldeke habe die Eneas in seiner Muttersprache verfasst. Sie versuchten sogar, diese verlorene Version zu rekonstruieren. Diese Rekonstruktion ist in den Augen vieler Zeitgenossen Philologen zu hypothetisch. Normalerweise gehen sie auf die kritische Ausgabe von edition zurück Ludwig Ettmüller von 1852, oder bevorzugen sie die diplomatische Ausgabe der schön illustrierten Berliner Handschrift (Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, dt. fol. 282) von Hans Fromm von 1992. Nach Angaben des Bonner Germanisten Thomas Klein Veldeke benutzte „neutrale“ Reime. Das heißt, er wählte bewusst Reimpaare, die sowohl im Maasland als auch im Mittelhochdeutschen möglich waren. Aus Waffe/Schlaf im Maasland wird im Mittelhochdeutschen wâfen/slâfen; der Maasländer Reim jare/mare hingegen wird im Mittelhochdeutschen zu jâre/mære (ausgesprochen: mère) und wäre daher nicht förderfähig gewesen. Laut Klein hat Veldeke dieselbe Technik auch in seinen Servaas verwendet. Offenbar hoffte er, auf diese Weise mit minimalem Aufwand eines Redakteurs ein möglichst breites Publikum zu erreichen.

Im Jahr 2011 erschien von der Eneas-Roman eine vollständige niederländische Übersetzung von Rika Heymans (Via Libra, Antwerpen, ISBN 978 90 7761 115 9 ).

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