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Historisiert Initiale D: ein Ritter zu Fuß mit Schild und Schwert im einzig erhaltenen FerguutManuskript, Universitätsbibliothek Leiden, Ms. Brief 191-1 (um 1330) |
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Das Ferguut alias Der Ritter mit dem weißen Schild ist ein mittelniederländischer nicht-historischer Artus-Roman, geschrieben in Mittelniederländisch Epos gewöhnlich gepaarte Reime Verse, vermutlich im dritten Viertel des 13. Jahrhundert. Das Ferguut ist eine Übersetzung/Anpassung des altfranzösischen Artusromans in Versen Fergus alias Le Chevalier au Biel Escu (ca. 1200?) ab Guillaume le Clerc, die aufgrund ihrer Sprache und kontinentalen Toponyme ("Namur" und "Dinant") mit ziemlicher Sicherheit aus den südlichen Niederlanden stammt (Wallonien), vermutlich aus dem Landkreis Namur/Namur oder so Fürstbistum Lüttich/Lüttich. Das Fergus eng verwandt mit Romanen von Chretien de Troyes: Erec und Enide, Cligés, Yvain ou le Chevalier au Lion, aber vor allem die Conte du Gral, besser bekannt als die Perceval, nach der Hauptfigur, und ist einer der Höhepunkte der Artusromane, die in Nachahmung und/oder als Reaktion auf die Romane des Schöpfers des Genres: Chrétien de Troyes geschrieben wurden.
Überlieferung
Das Mittelniederländisch Roman umfasst etwa 5600 Verse. Es ist einer der wenigen vollständig erhaltenen Artusromane. Etwa die Hälfte davon ist eine leicht abgekürzte Übersetzung des Altfranzösischen Roman de Fergus. Auffallend ist, dass der Übersetzer ab etwa Zeile 2590 viel entspannter mit seiner Quelle umgeht und die Übersetzung in eine freie Bearbeitung übergeht. Es wurde daher vorgeschlagen, den zweiten Teil der Ferguut wurde von jemand anderem als der erste Teil geschrieben. Die einzige Handschrift des Ferguut wird in der aufbewahrt Universitätsbibliothek Leiden, Frau. Ltk 191. Die Abkürzung ltk spart am Gesellschaft für niederländische Literatur deren Manuskripte in Leiden aufbewahrt werden.
Geschichte
Fergus oder Ferguut ist der Sohn eines Bauern, aber seine Mutter ist edel. Auf dem Land aufgewachsen, kennt er sich nicht mit Rittern und Abenteuern aus, bis er eines Tages einen Ritter trifft. Nach diesem Treffen will Ferguut nur noch Ritter werden. Er macht sich zunächst darüber lustig, indem er auf alle möglichen Arten patrouilliert, erhält dann aber etwas Training und beschließt, den Schwarzen Ritter zu besiegen. Inzwischen verliebt sich die schöne Galiëne in Ferguut, und sie versucht offen, ihn zu verführen. Ferguut weist dies jedoch zurück. Galiene schämt sich so sehr, dass sie flieht.
Ferguut besiegt den Schwarzen Ritter und erkennt erst dann seinen Fehler gegen Galien. Ferguut verliebt sich nun auch in sie und beschließt, sie zu suchen. Das hat wenig Erfolg und Ferguut wird immer entfremdeter und wilder. Schließlich trifft er auf einen Zwerg, der ihn „heilt“ und ihm einen neuen Auftrag gibt, nämlich die Suche nach dem weißen Schild. Dieses Suche hebt seinen Stern, und nach einem erfolgreichen Turnier gewinnt Ferguut seine Galiene und wird König eines großen Reiches.
Textfragment
Im nächsten Fragment offenbart Galiëne Ferguut ihre Liebe. Ferguut weist sie zurück, indem er sagt, dass er zuerst kämpfen muss (battaelgie). Er verspricht, wiederzukommen.
- "Ay! Ihr Ritter, und Secges nehmen:
- Ghi habe mein Herz, gi liegt falsch.
- Ghi haben qualijc omm gesehen,
- Dass du mich fliegen kannst.
- Si es tuwen service lude ende silent.
- Ghi kann deinen Willen mit mir machen.
- Ic und wurde nemmer bide
- Ohne dich zu jeder Zeit.
- An Sie bin ich in größerer Anmerkung:
- Ghi hat mein Leben und mein Leben."
- Während er so sprac lächelt, Ferguut:
- "Joncfrouwe, om ein anderer dinc ben ich ut,
- Dann omm dusdane Saken, komm.
- Habe eine Battaelgie genommen,
- Dieser Eiskübel muss sich treffen.
- Joncfrouwe, mein Glück,
- Tote du Salic umgedreht..."
Externe Links
- J. Cohen (traditionell), Niederländische Sagen und Legenden, Zutphen, 1917, p. 275-310
- E. Rombauts - N. de Paepe - M.J.M. Hahn (introdd. edd.), Ferguut, Den Haag, 1982
- Ferguut, literaturgeschichte.nl (2002)
- 'Fergut' im Vom Aiol zum Schwanenritter, 1993
Literatur
- Ferguut, herausgegeben mit Einleitung und Anmerkungen von E. Rombauts, N. de Paepe und M.J.M. de Haan, Den Haag, 1976 (1982²)
- M.J.M. Hahn, Fergut. Ein Faksimile der einzigen erhaltenen mittelniederländischen Handschrift (Leiden, Universitätsbibliothek, Ms. Letterkunde 191), Leiden, 1974
- William Cooper, Die Riddere metten Witten Scilde. Herkunft, Tradition und Urheberschaft der Mittelniederländer Fergut, gefolgt von einer diplomatischen Ausgabe [...], Amsterdam, 1989
- Roel Zemel, Auf der Suche nach Galene. Über die alten Franzosen Fergus und die Mittelniederländer Ferguut. Teil 1, Amsterdam, 1991
- Ferguut oder der Ritter mit dem weißen Schild (Übersetzung Willem Kuiper), Amsterdam, 2002. Griffioen, Niederländische Literatur vor 1850
- Willem Kuiper (und Geert Claassens), 'Fergus'/'Ferguut', in Höfischer Roman in Vers und Prosa. Germania Litteraria Mediaevalis Francigena (GLMF) V. Herausgegeben von René Pérennec und Elisabeth Schmid. Editorial Nils Borgman, Berlin/New York, 2010, S. 311-329
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