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Giacomo Errera

Giacomo (Jacques) Errera (Venedig, 20. Juli1834Uccle, 12. Dezember1880) war ein Banker und Generalkonsul von Italien in Belgien.

Lebenszyklus

Jacques Errera stammte aus einer Familie von Sephardi Juden. Sein Vater, Abramo Errera, war 1848 einer der vierzig, die unter der Führung von Daniele Manin Revolution in Venedig entfesselt.

1857 unternahm Giacomo eine Studienreise und kam nach Brüssel, um sich bei Mitgliedern der Familie Oppenheim um Rat zu fragen. Es ging ihm gut, denn er heiratete nicht nur fast sofort Marie, die Tochter von Joseph Oppenheim, sondern dieser führte ihn auch ins Bankgeschäft ein und machte ihn 1866 zum Teilhaber der Bank Oppenheim.

Errera war ein erfolgreicher Bankier, der durch erfolgreiche Immobilientransaktionen und Kredite an Kommunen viel Geld verdiente. Es wurde bald zur Bank Errera-Oppenheim und er richtete ihren Sitz in der Rue Royale in Brüssel ein, in der luxuriösen Villa, die heute als Hotel Errera wurde bekannt. Er beteiligte sich an mehreren neuen Industrie- und Finanzunternehmen und unterhielt gute Handelsbeziehungen zu den Bankiers Abraham Baschwitz (Antwerpen) und Frans Philippson (Brüssel).

1871 war er zusammen mit seinem Schwiegervater Joseph Oppenheim einer der Hauptgründer und Gesellschafter der Bank von Brüssel. Die Bank hatte einen guten Start, dank ihrer Rolle bei der Finanzierung der Reparationen, die Deutschland Frankreich auferlegt hatte. Die neue Bank startete auch mit der Finanzierung größerer Investitionen und Arbeiten, unter anderem im Stadtverkehr.

1877 wurde die Bank von Brüssel jedoch liquidiert, fiel der Wirtschaftskrise in Frankreich zum Opfer und die Russisch-Türkischer Krieg. Eine neue Bank wurde gegründet, aber in viel bescheidenerem Umfang und blieb es bis zum Erster Weltkrieg.

1880 musste der angeschlagene Errera die Leitung der Bank an seinen Schwiegervater abgeben. Er starb im selben Jahr.

Er war auch Direktor mehrerer Unternehmen, wie z Société Générale des Tramways und der Compagnie des Chemins de Fer Bruxelles-Lille-Calais.

1859 war Errera Konsul von Sardinien in Brüssel und wurde nach der Gründung Italiens deren erster Vertreter.

Innerhalb der jüdischen Gemeinde wurde er 1870 Mitglied und 1875 Schatzmeister des Israelitischen Zentralkonsistoriums, aus dem er 1879 ausschied.

Mit Marie Oppenheim hatte er zwei Kinder: Löwe und Paul Errera.

Literatur

  • Michel DUMOULIN, Jacques Errera, ein banquier venitien à Bruxelles, im: Rassegna Storica del Risorgimento, 1986.
  • Jean-Philippe SCHREIBER, Politik und Religion, Brüssel, 1995.
  • Milantia ERRERA-BOURLA, Une histoire juive: les Errera. Parcours d'une Assimilation, Brüssel, Ratschings, 2000
  • Eliane GUBIN et al., Dictionnaire des femmes belges: XIXth et XXe siècles, Tielt, Lannoo, 2006.
  • C. S. MONACO, Der Aufstieg der modernen jüdischen Politik, New York, Routledge, 2013.
  • Vincent MEURIS, Prinz Diamant. Der tragische Untergang eines Weltreiches, Löwen, Van Halewyck, 2013.
  • Bernard BAYOT et al., Changer la Finance, un acte de citoyen, Lüttich, Edipo, 2017.