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Grisaille
Johannes der Täufer aus Das Lamm Gottes von den Brüdern Van Eyck

EIN grisaille, oder graue Malerei, ist ein Malerei in dem man keine natürlichen Farben anwendet, sondern sich auf die Darstellung von Dingen in allen möglichen Schattierungen derselben Farbe, meist Grau oder Braun, beschränkt. Diese Technik hat ihre Wurzeln in der Antike, wurde aber hauptsächlich vom 15. bis 18. Jahrhundert verwendet.

Beispiele

Graue Gemälde erscheinen bereits in der Malerei des Antike. Schon damals bestand die Absicht, eine Skulptur oder ein Relief aus Stein, Holz oder Bronze zu imitieren. Wie die Marmorimitation wurde diese Technik im Mittelalter übernommen und gewann in der Renaissance wieder an Interesse. Wichtige Beispiele sind die in Trompe-l'oeil gemalte Reliefs der Tugenden und Laster, die Giotto di Bondone gemalt im Scrovegni-Kapelle im Padova.

Bei der Flämische Primitive die Grisaille-Technik wird großflächig und oft meisterhaft eingesetzt. Dies geschah hauptsächlich auf den Außenplatten von bemalten oder geschnitzten Altarbilder. Auf dieser werden Figuren oder Gruppen in grauer Malerei dargestellt, als wären es Figuren aus Stein oder Holz. Ein gutes Beispiel sind die "Bilder" von Johannes der Täufer und Johannes (Evangelist) die auf die Außenfensterläden der . gemalt sind Das Lamm Gottes von Hubert und Jan van Eyck.

Ein Deckengemälde. Elisa lehnt die Gaben von Naaman ab (Jacob de Wit, 1737)

Im 16. Jahrhundert bleiben oft graue Malereien auf den Außenseiten gemalter Triptychen zurück. Erst mit der Einführung des sogenannten Portikusaltars nach der Gegenreformation verschwinden die Triptychen und Polyptychen und folglich auch die Grisaille-Gemälde aus den Kirchen. Oft werden kleinformatige Grisaille-Gemälde geschaffen, um die Meisterschaft des Künstlers im Spiel von Hell und Dunkel zu demonstrieren. Solche Stücke sind daher begehrte Sammlerstücke ab Ende des 16. Jahrhundert. Ein berühmtes und frühes Beispiel ist das kleine Werk mit dem "Tod der Jungfrau", das Pieter Bruegel der Ältere gemalt (Upton House, The National Trust).

Im 17. und 18. Jahrhundert werden graue Gemälde immer mehr als Nachahmung von Skulptur und Ornament in der Dekoration eines Hauses verwendet. Grisailles werden oft über Türen oder in Deckenecken als Paneelfüllung eingebaut. Ein Spezialist auf diesem Gebiet war Jacob de Wit (1695-1754). Aus diesem Grund wird es oft als "Weiße" bezeichnet. In Amsterdam sind viele "Weiße" erhalten geblieben. In den südlichen Niederlanden (Belgien) und Frankreich im 18. Jahrhundert unter anderem die Antwerpen Martin-Joseph Gheeraerts und der Tournai Piat Sauvage berühmt in diesem Genre. Ihre Arbeiten sind in Stil und Technik mit den sogenannten „Witjes“ vergleichbar.

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