WikiDer > Handformziegel
EIN handgeformter Stein oder handgeformter Stein ist ein Backstein die von Hand in einem Holzformkasten geformt wurde.[1]
Der handwerkliche Handformprozess
Dies geschah früher auf freiem Feld. Dieser Prozess beinhaltete eine strenge Arbeitsteilung denn die Formgebung mittels Formrahmen oder Formbehälter war der limitierende Faktor im Prozess und musste daher möglichst effektiv sein. Die Formsteine wurden zum Trocknen auf das Gleis (ein Verlegefeld) gelegt, bevor sie in ein Feldofen wurden gebacken. Dieser Prozess war natürlich stark wetter- und saisonabhängig.
Das industrielle Handformverfahren
Mit dem Aufkommen der industriellen Produktion änderte sich der eigentliche Handformprozess zunächst wenig. Allerdings gab es Maschinen zur Aufbereitung des Tons, während der Trocknungsprozess nicht mehr im Freien stattfand. Auch hier kamen Öfen zum Einsatz, die wesentlich fortschrittlicher waren als der Feldofen. Das Folgende beschreibt den Handformprozess, wie er in einer Fabrikumgebung stattfand. Später erfolgte neben dem Handformen in Wasser oder Sand auch das maschinelle Formen mit der Petersen- bzw. Aberson-Presse.
Herstellung von handgeformtem Stein
Es gab ein Mischsilo zum Mischen des Tons. Ton wurde mit Hühnerkarren gebracht und in die Mühle geworfen. Ferner wurde Wasser dazugegeben und dann mittels einer Schnecke gemischt. Es gab ein kleines Förderband, das die Tonmischung zu einem Silo beförderte; im silo wurde es noch einmal gedreht, um schließlich zur steinherstellung freigegeben zu werden. Am Boden des Silos befand sich eine Rutsche, die beim Öffnen einen langen Tonlaib produzierte. Die handgeformten Ziegel wurden in einem Ein- oder Zweistein-Formrahmen hergestellt.
Handformtisch
Ein gemauerter Handformtisch (Handform Sandstrich oder Handform Wasserstrich) bestand aus mehreren Einheiten:
Sand- oder Wassertrog
Dabei wurden die Formen geschliffen oder in Wasser getaucht, so dass die Form mit Wasser oder einer Schicht aus anhaftendem Sand versehen wurde, um das Formen und Entladen zu erleichtern.
Formtisch
Hinter dem Formtisch stand der Leiter des Formungsteams. Er fertigte eine Tonkugel an und warf die Kugel auf einmal in den Formrahmen (ohne Boden) oder in einen Formbehälter. Dies musste richtig gemacht werden, damit die Form auch in den Ecken gut mit Ton gefüllt war. So wurde der überschüssige Ton aus der Form geglättet und für den nächsten Stein wieder verwendet.
Teetisch
Ein dritter Mann hob den ebenen Formkasten auf, drehte ihn um und wandte sich dem Abschlagtisch zu. Lose Bretter lagen vertieft auf dem Auktionstisch. Als der umgedrehte Formkasten vom Tisch gestoßen wurde, löste sich der neue Stein aus dem Formkasten und landete auf einem der Regale. Unmittelbar danach wurde der Formkasten in den Sandkasten gestellt. Ein vierter Mann, der ein loses Brett in der Hand hielt, legte es auf den nassen Stein, und dann nahm er mit beiden Händen den Stein, der sich zwischen den Brettern befand, und stellte den Stein in Längsrichtung auf einen bereiten Schrott der Breite von ca. 12 bis 15 cm. Er legte fünf Ziegel hintereinander auf den Schrott.
Aufstellungstabelle
Ein fünfter Mann hob den Schrott mit den fünf aufrechten Steinen auf und ging in das Heckenhaus. Die Planken sollten auf dickeren Latten verlegt werden, die auf dem linken und rechten Regal platziert wurden. Die Regale wurden vom Boden bis zum First des Heckenhauses mit Balken ausgelegt, auf denen die dickeren Latten verlegt werden konnten. Ein sechster Mann war im Heckenhaus damit beschäftigt, alle Vorbereitungen für die Verlegung des Mauerwerks zu treffen. Er sorgte dafür, dass die Regale mit den dickeren Latten ausgekleidet waren und war auch hoch oben im Heckenhaus, um den Schrott mit den nassen Ziegeln aufzuheben und auf die dickeren Latten zu legen.
Quelle
- "Backstein". hw. Bänder (Hrsg.), Geschichte der Technik in den Niederlanden. Die Entstehung einer modernen Gesellschaft 1800-1890. Teil III: Textilien. Gas, Licht und Strom. Konstruktion. Walburg Press, Zutphen 1993.