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Hellmut Haase-Altendorf

Hellmut Haase-Altendorf (Chemnitz-Altendorf, Sachsen, 17. Dezember1912Burladen, Baden-Württemberg, 14. Januar1990) war ein DeutscheKomponist, Musikpädagoge, Dirigent, Violinist und Pianist.

Lebenszyklus

Der Vater von Hellmut Haase-Altendorf war Strumpffabrikant und hatte eine Fabrik im Erzgebirge, einer Region im Süden Sachsens. Der Vater hätte gerne gesehen, dass sein Sohn als Fabrikant in seine Fußstapfen tritt, aber es kam anders. Als er noch das Realgymnasium besuchte, erhielt er bereits Klavierunterricht bei dem Konzertpianisten Weißflog. Sein Onkel, der Kapellmeister Egekraut in Chemnitz, weckte sein Interesse am Theater. Als Jugendlicher hatte er bereits in sein Tagebuch dagboek . geschrieben Ich wurde Musiker - sonst nichts! (Ich werde Musiker - sonst nichts!).

Der junge Musiker nutzte seine pianistischen Fähigkeiten und erhielt daher genügend finanzielle Mittel – von seinem Vater erhielt er nichts –, um ein Studium zu beginnen. Er begann sein Studium in München zum Gymnasium für Musik und Theater, Wo ist er Komposition Biene Roderich von Mojsisovics, dirigieren Biene Theodor Huber-Andernach und Siegmund von Hausegger und Klavier Biene Josef Pembaur jr. studiert. 1938 studierte er als Kapellmeister aus.

Er hat seinen ersten Termin bekommen Ingolstadt. Schon bald konnte er sich vom 2. Kapellmeister zum Dirigenten hocharbeiten. Als Dirigent sammelte er die nötige Routine und Erfahrung und als Komponist von Theatermusik erzielte er Erfolge. Aber aufgrund des Ausbruchs der Zweiter Krieg seine Karriere wurde vorübergehend unterbrochen. Er wurde zum Militärdienst einberufen, machte die Front ein Russland und wechselte als Regimentsmusiker mehrmals die Stationen, bis er Italien wurde Kriegsgefangener. Wie für viele seiner Zeitgenossen markierte die Trennlinie nach 1945 einen Neuanfang.

Als Dirigent und künstlerischer Leiter einer Reiseoper reiste er durch ganz Deutschland. 1946 begann er als Kapellmeister und Korrepetitor an der Staatstheater im Stuttgart. Dort spielte er unter der Leitung von Ferdinand Leitner Werke der neue Meister, die vor dem Krieg in Deutschland verboten waren. Er studierte Werke in von Paul Hindemith, Igor Strawinsky, Anton Webern, Werner Egge, Karl Amadeus Hartmann, Carl Orff, Hans Werner Henze und Rolf Liebermann, die neben den Werken der alten Meister auf dem Programm standen. Auch Haase-Altendorf begann wieder selbst zu komponieren.

Die aufkommende Blasmusik, die nach der Zweiter Weltkrieg auch in Deutschland komplett neu organisiert wurde, war für ihn ein wichtiges Feld. Ab 1951 war er Dirigent bei der Musikverein Stadtorchester Feuerbach 1899 e.V. im Stuttgart-Feuerbach und von 1957 bis 1961 der Musikverein Stadtkapelle Weil der Stadt e.V.. Beide Blasorchester spielen in der höchsten Spielklasse. 1961 wurde er als Nachfolger von Hans Felix Husadel Urban Music Director in Ravensburg. Natürlich wurde er Dirigent des Blasorchesters Orchestergesellschaft Ravensburg, auch Dirigent des Kammerorchesters, des Bläserkammermusikvereins und Leiter der Blasschule. Mit der Blaskapelle gab er erfolgreiche Konzerte und Serenaden. Auf Reisen dieses Orchesters im In- und Ausland standen natürlich auch eigene Werke auf dem Programm. Bei der Deutscher Volksmusikerbund (DVB), einem Bundesverband für Blasorchester und Schlagzeug, war er inzwischen zum Landes- und Bundesmusikdirektor befördert worden. Zusammen mit Gustav Lotterer er leitete Dirigentenkurse, die auch von anderen Verbänden in der Bundesrepublik Deutschland übernommen wurden.

Haase-Altendorf war ein gefragtes Jurymitglied bei Wettbewerben im In- und Ausland.

Er war Landesmusikdirektor der Blasmusikverband Baden-Württemberg in der DVB und auch Bundesmusikdirektor der Bund Deutscher Blas- und Volksmusikverbände (BDBV), dem Dachverband der nationalen Verbände. Er war auch der Dirigent der Landesblasorchester Baden-Württemberg und Vertreter des BDBV bei der CISM.

Seine Kompositionen zeichnen sich durch einfallsreiche Intuition und künstlerische Inspiration aus. Manchmal entlehnt er die Titel seiner Kompositionen der Literatur und Figuren aus der Welt der Sagen, die auch die programmatische Grundlage seiner Werke bilden. Dies zeigt, dass seine Werke thematisch im humanistischen Geist und auch in der (im positiven Sinne des Wortes) traditionsgebundenen Geisteshaltung des Komponisten verwurzelt sind.

Mit dem Dramatische Legende, die auf dem dramatischen Gedicht «Harras» von Theodor Körner, und mit seiner Suite Florian Geyer der Komponist hat symphonische Blasmusik geschrieben, die wie Tirol 1809 von Sepp Tanzer, die Wiege und Gemeinde Haase-Altendorf dokumentiert. Neben historisierenden Themen wie z. Rattenfanger von Hameln, er schafft mit Titel wie Klingende Modenschau, Texas-Geschichte, Camping-Suite auch kompositorische Anregungen aus der heutigen Realität.

Kompositionen

Kantaten

Arbeiten für eine Konzertband

symphonische Werke

  • dass Mosel, symphonische Dichtung
  • Dramatische Legende, Sinfonische Dichtung nach dem Gedicht «Harras» von Theodor Körner
  • Eurokonzert
  • Bereiche Land, Symphonie
  • Triptychon - Praludium, Fuge, Rondo mit Metamorphosen

Konzerte für Instrumente und Blasorchester

  • 1981Konzert, für Tenorhorn (Bariton) und Blasorchester
    1. Allegro moderato
    2. Andante Cantabile
    3. Rondo-Finale
  • Capriccio, für Klarinette und Blasorchester

Ouvertüren

  • 1964Auf Schusters Rappen
  • 1964Fahrendes Volk
  • 1965Kleine Konzertouvertüre
  • 1970Gute Reise
  • 1970-1971Rotensia
  • 1974Eisrevue
  • 1975Der Rattenfänger von Hameln
  • Brettfest
  • Burlesque - eine musikalische Posse in spanischer Manier (1. Preis beim Festival für Jugendblasorchester 1979 im Wien)
  • Eskapaden
  • Lebensfreude
  • Kleiner Tramp
  • Schloßplatz-Geschichten - Vorspiel zu einem Musical
  • Varieté-Zauber - Musik zu einer Show

Partymusik

  • 1963Aufschwung-Präludium
  • 1964Festlicher Tag
  • 1964Impromptu
  • Ballada Erotik
  • Geständnis und Anerkennung
  • Canzone
  • Chorischer Blasersatz
  • Concordia, für gemischten Chor und Blasorchester
  • Epilog
  • Festival
  • Festliche Fanfare
  • Festrufu
  • Fur Frieden in Freiheit
  • Gelobnis, Hymne für gemischten Chor und Blasorchester
  • Eindruck
  • In Memoriam (Vorspiel)
  • Intermezzo festivo, für gemischten Chor und Blasorchester
  • Im Handel
  • Einführung
  • Kleine Eröffnungsmusik
  • La vita pro musica, für gemischten Chor und Blasorchester
  • Lob und Preis der Musik, für gemischten Chor und Blasorchester
  • Madrigal
  • Musik, du bist die höchste Labe, für gemischten Chor und Blasorchester
  • Pro Unitate
  • Prolog

Suiten

  • 1963Texas-Geschichte
  • 1965Suite für Blaser "Inzigkofen"
    1. Ankunft der Lehrgangsteilnehmer
    2. Weckruf und Choral
    3. Blick ins Donautal
    4. Im Horsaal
    5. In geselliger Runde
  • 1970Camping-Suite
    1. Frohe Fahrt
    2. Bin sehen
    3. Siesta
    4. Federball
  • 1976partita brevis
    1. Luft (Arie)
    2. Gavotte
    3. Chaconne
  • 1980Kleine Serenade
  • 1988Triade
  • Besuch im Zoo, Suite
  • Konzert, für Blasorchester
    1. Allegro maestoso
    2. Moderato und Cantabile
    3. Allegro scherzando
  • Cubana, Tanzsuite
    1. Tango
    2. Bolero
    3. Spanischer Walzer
    4. Finale
  • Florian Geyer - Szenen aus dem Schwäbischen Bauernkrieg um 1525
    1. Fron und Leibeigenschaft der Bauern
    2. Fest auf Burg Weibertreu, Overfall und Vernichtung
    3. Siegestumel und Untergang der Bauern auf dem "Grasigen Haag"
  • Trilogie über Visionen von Hieronymus Bosch
    1. Auftakt
    2. Berceuse
    3. Fughetta
  • Zwei lyrische Stücke
    1. Spazier-Spaziergang am Morgen
    2. Kahnfahrt

Intermezzi und Konzertstücke

  • 1965Tarantella Toskana
  • 1965Variationen über ein Volkslied ("An der Saale...")
    1. Thema: "An der Saale hellem Strande".
    2. maestoso
    3. scherzando
    4. Tarantelle
    5. Andante Cantabile
    6. Gavotte
    7. Walzer (Parodie)
    8. Pace di Marcia
  • 1967Klingende Modenschau, modernes Zwischenspiel
  • 1972Falsche Laune
  • 1974Trift - Musikalische Schilderung der Holzflößerei im Gebirge
  • 1988Paraphrase über eine Volksweise (Hohenzollernlied)
  • Cordoba - Spanisches Zwischenspiel
  • Improvisationen über ein ungarisch-slovakisches Volkslied
  • Registrieren-Polka
  • Reverence classique (Menuett)
  • Serenade pathétique
  • Tänzerische Spielmusik

Märsche

  • Hallo Basse!, Konzertmarsch
  • Rutenfestmarsch
  • Präsidenten-Marsch

Walzer

  • Erinnerungen in Oberschwaben
  • Konzertwalzer "Die Optimisten", für gemischten Chor und Orchester

Kammermusik

  • Salut d'Honneur, für 3 Trompeten, 3 Posaunen und Pauken

Literaturverzeichnis

  • Wolfgang Suppan, Armin Suppan: Das Neue Lexikon des Blasmusikwesens, 4. Auflage, Freiburg-Tiengen, Blasmusikverlag Schulz GmbH, 1994, ISBN 3-923058-07-1
  • Wolfgang Suppan: Das neue Lexikon des Blasmusikwesensik, 3. Auflage, Freiburg-Tiengen, Blasmusikverlag Schulz GmbH, 1988, ISBN 3-923058-04-7
  • Wolfgang Suppan: Lexikon des Blasmusikwesens, 2. ergänzte und erweiterte Auflage, Freiburg-Tiengen, Blasmusikverlag Fritz Schulz, 1976
  • Eugen Brixel: Laudatio auf Hellmut Haase-Altendorf, Musikverlag Helbling, Innsbruck, z.J., (Internationale Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik)
  • Friedel Moritz: Hellmut Haase-Altendorf - Mit ihm endet ein Kapitel der Nachkriegs-Blasmusikgeschichte, in: Die Blasmusik, Offizielles Organ des Bundes Deutscher Blasmusikverbände e.V., Freiburg im Breisgau, Bd. 2, Februar 1990, S. 46-47
  • Wilfried Wolfgang Bruchhauser: Composers of the Gegenwart im Deutschen Komponisten-Interessenverband: ein Handbuch, Berlin: Deutscher Komponisten-Interessenverband, 1995. 1510 S., ISBN 3-55561-410-X