WikiDer > Die jüdische Wochenzeitung

Die jüdische Wochenzeitung war ein wöchentliches Magazin dass während der Zweiter Weltkrieg in den Niederlanden erschien als Ausgabe der Judenrat.
Die Wochenzeitung war die einzige autorisierte jüdische Publikation, die vom 11. April 1941 bis 28. September 1943 jeden Freitag veröffentlicht wurde. Bei ihrer Gründung hatte sie eine Auflage von 21.000 Exemplaren.[1] Gründer und bezahlter Redakteur war der jüdische Journalist Jacques de Leon (1914 - 1942), auf Wunsch der deutschen Besatzer.[2][3] Die Herausgeber bestanden aus Rabbiner Isaac Vredenburg (homiletisch Artikel), Herr Abel Herzberg (jüdische Kultur), Solomon Pinkhof (Inland), Hugo Heijmans (Interior), Jacques de Leon (City News).[2] Die Redaktion befand sich im Jodenbreestraat 93 in der Druckerei Joachimsthal.
Inhalt
Die Zeitschrift unterlag der deutschen Zensur und enthielt – neben Artikeln aus dem Bereich der jüdischen Literatur, Kunst, Geschichte und pädagogischen Aktivitäten – die offiziellen Bekanntmachungen (vor allem Gebote und Verbote) der Besatzungsmacht an die Juden und bildete damit eine Art Staatsblad oder Staatscourant, oft mit Ermahnungen von Asscher und Cohen, sich strikt daran zu halten, nicht nur zum Wohle aller, sondern auch um die anderen Juden nicht zu gefährden.
Trotz der Ankündigungen der Deutschen über neue antijüdische Maßnahmen enthielt das Joodsche Weekblad keine direkten Nachrichten darüber, was mit den Juden tatsächlich passiert ist. Die Razzia vom Juni 1941 wurde beispielsweise nicht erwähnt, ebenso der Beginn der Deportationen mit den schriftlichen Appellen in den ersten Juliwochen 1942. Auch die Großrazzien im Mai, Juni und Juli 1943 werden überhaupt nicht erwähnt. Aufgrund der äußerst selektiven Natur des Materials, das der Judenrat drucken durfte, und der wiederholten Ankündigungen von Kursen und kulturellen Aktivitäten, obwohl in Wirklichkeit die Massen Abschiebungen und Zerstörung der jüdischen Gemeinde in vollem Gange waren, würde ein mit der wahren Natur der Ereignisse vertrauter Leser einen eher makabren Eindruck von den Artikeln und Anzeigen im Joodsche Weekblad bekommen.
Stornierung
Das Magazin hatte seine letzte Ausgabe am 28. September 1943, als nur im Versteck waren Juden. 1979 erschien eine Gesamtausgabe aller Lieder.[4]
| Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise |