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Hugo Adolf Bernatzik (Wien, 26. März1897 - Dort, 9. März1953) war ein österreichischer Ethnologe, Reisender und Fotograf.
Hugo Bernatzik, Sohn eines Verfassungsanwalts, meldete sich nach seinem Studium freiwillig zu den Waffen und meldete sich für sein Land an Albanien. Nach dem Erster Weltkrieg er begann ein Medizinstudium an der Universität Wien, aber brach es ab, um zu reisen. Seine Reisen führten ihn nach Spanien, Ägypten und anderen Teilen Nordafrikas, der Sudan und Somalia. Er schrieb Bücher über einige dieser frühen Reisen. Erst 1930 nahm Bernatzik sein Studium in Wien wieder auf und spezialisierte sich auf die Ethnologie, Erdkunde und Psychologie. Nach seiner Beförderung im Jahr 1932 nahm er seine Reisen wieder auf, jetzt nach Asien, die Pazifik und Westafrika. Er recherchierte über die Bissagos-Inseln (1930-1931), der Salomon-Inseln (1932), Neu Guinea (1933) und in Südostasien (1936-1937). 1939 wurde er zum Professor an der Universität Graz, eine Ernennung, die wahrscheinlich durch seine Mitgliedschaft im NSDAP, obwohl das vor dem Anschluss. Ab 1949 war Bernatzik wieder unterwegs. Er ist weitergezogen Marokko, Teile des Balkan Und durch Lappland. 1953 starb er an einer Krankheit, die er sich in Nordafrika zugezogen hatte.
Hugo Bernatzik hat ein umfangreiches uvre hinterlassen, darunter einen nachgedruckten dreibändigen Überblick über die Völker und Kulturen der Welt. Aber ein Großteil seiner Veröffentlichungen besteht aus schön illustrierten, populär geschriebenen Reise- und Forschungsberichten. Außerdem war er ein talentierter Fotograf. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und ähneln in ihrem Wesen und ihrer Popularität in den 1950er Jahren stark den viel gelesenen afrikanischen Reiseberichten des Niederländers. Paul Julien, der wie Hugo Bernatzik ein unermüdlicher Reisender und ein ehrenhafter Fotograf war.
Literaturverzeichnis
- Zwischen weissem Nil und Belgisch-Kongo. L. W. Seidel & Sohn, Wien 1929.
- Europas Verssenes Land. L. W. Seidel & Sohn, Wien 1930. [spätere Ausgaben unter dem Titel: Albanien. Das Land der Schkipetaren]
- Gari-Gari, der Ruf der afrikanischen Wildniss. L. W. Seidel & Sohn, Wien 1930.
- südsee. Leipzig: Bibliographisches Institut, 1934.
- Owa Raha. Büchergilde Gutenberg, Wien / Zürich / Prag, 1936.
- Die große Volkskunde. Sitten, Gebräuche und Wesen fremder Völker. 3 Bde. Leipzig: Bibliographisches Institut 1939.
- Die Geister der gelben Blätter: Forschungsreisen in Hinterhand. Köhler & Voigtländer, Leipzig 1942.
- Afrika. Handbuch der angewandten Völkerkunde. 2 Bde. Innsbruck: Schlüsselverlag, 1947.
- Im Reich der Bidjogo: Mysteriöse Inseln in Westafrika. Alpha-Verl., Alfeld/Leine 1950.
- Die neue große Völkerkunde. Völker und Kulturen der Erde in Wort und Bild. Neue erweiterte Aufl. 3 Bde. Frankfurt: Herkul, (1954).
Niederländische Übersetzungen
- Gari-Gari; Leben und Abenteuer unter den Negern am Oberen Nil. Den Haag, Stols, 1948
- Die Geister der gelben Blätter; Entdeckungsreisen in Ostindien. Den Haag, Holle und Co., <1950.
- Südsee. Amsterdam, Verlag Holland, >1950.
- Im Reich von Bidjogo; die mysteriösen Inseln in Westafrika. Amsterdam, Verlag Holland, >1950.
Literatur
- Bernatzik - Südpazifik. Essays von Kevin Conru und A. D. Coleman. Fotografien Hugo A. Bernatzik. Bild Mundi Bd. 1. Mailand: 5 Continents Editions, 2002. ISBN 88-7439-002-5
- Bernatzik - Südostasien. Essays von Jacques Ivanoff. Fotografien Hugo A. Bernatzik. Bild mundi. bd. 6. Mailand: Five Continents Editions., 2003. ISBN 88-7439-044-0
- Byer, Doris: Der Herbst Hugo A. Bernatzik. Ein Leben zwischen Ethnologie und Öffentlichkeit 1897-1953. Böhlau, Köln/Wien 1999. ISBN 3-412-12698-5
- Stifel, Florian: „Wer war Hugo A. Bernatzik? (1897-1953)“, in: Tribal, das Magazin für Stammeskunst 38, 2005, p. 108-111.