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Jan Cobbärt (Heverlee, 24. Juni1909 – 3. Oktober1995) war ein BelgierKünstler. Mehrere Disziplinen waren ihm bekannt. Neben der Malerei konzentrierte er sich auch auf Zeichnung, verschiedene Formen der Grafik, Keramik, Schmiedekunst, Holzschnitt, Glaskunst und Silberschmiedekunst.
Biografie
Jan Cobbaert wurde am 24. Juni 1909 in Heverlee geboren. Er stammt aus einer wohlhabenden Familie. Die Familie lebt in Korbeek-Lo in der Nähe von Löwen. Schon in jungen Jahren war er von der Kunst fasziniert. Einmal in der Woche besucht er Keramikkurse im Atelier von Jacques Charlier (1899 – 1964) und besucht die Städtische Akademie der Schönen Künste. Nach seinem Abitur erkennt er, dass er mit der Kunst weitermachen möchte. Cobbaert beginnt Kunstgeschichte an der at Katholische Universität Löwen. Dann studiert er an der Höheres Institut für Archäologie und Kunstgeschichte in Brüssel. Nach diesem Studium arbeitet er als Laufbursche in der Schuhfirma seines Vaters. Zwischendurch malt er seine ersten Werke und besucht gelegentlich Kurse an der Königliche Akademie der Schönen Künste in Brüssel. In dieser Brüsseler Umgebung kommt er in Kontakt mit den Flamen Expressionismus und er entdeckt die großen Expressionisten der zweite Latemschule wie Gustave De Smet (1877 – 1943) und Konstanter Permeke (1886 – 1952).
1937 wurde Cobbaerts Werk erstmals mit dem internationalen Preis ausgezeichnet Preis von Rom. Infolgedessen wird seine Arbeit im Rathaus von Leuven öffentlich gezeigt. Dies ist seine erste Ausstellung. Seine Arbeit stößt jedoch bei der Leuvener Bevölkerung auf viel Unverständnis. Es gilt als zu fortschrittlich. Trotzdem dank der Preis von Rom seinen künstlerischen Werdegang. Als er 1939 ein Staatsstipendium erhält, reist er damit nach Italien, Deutschland und Frankreich, um antike Kunst zu studieren. Dies gibt seiner Karriere eine neue Wendung, doch wegen der Kriegssituation in Italien kehrt er bald nach Belgien zurück.
Nach dem Zweiter Weltkrieg Cobbaert entwickelt sein Talent weiter. Ab Oktober 1944 ist er auch Lehrer an der Leuvener Akademie. Inzwischen lernt er José Beeckman kennen, den er später heiraten wird. Sie haben zwei Kinder und die Familie lebt Kessel-Lo. Diese vertraute Familienwelt wird zu seiner Hauptinspirationsquelle.
In den 1950er Jahren wurde Cobbaert auf seine künstlerische Begabung aufmerksam. Auch international setzt er sich nach und nach durch. Erfolgreiche Ausstellungen und Auszeichnungen im In- und Ausland folgen aufeinander. Viele Museen in Belgien kaufen seine Werke. Auch Museen im Ausland zeigen Interesse. So kann man zum Beispiel heute Arbeiten von Cobbaert in Norwegen, Luxemburg, Dänemark und Deutschland bewundern.
Darüber hinaus wächst das Interesse an seinem Werk auch bei Privatsammlern und Privatpersonen im In- und Ausland.
Mit dem Verlust seines Sohnes Marc 1958 und acht Jahre später auch seiner Frau ging seine Kreativität für einige Zeit verloren. Nach einiger Zeit findet er den Mut, den Faden wieder aufzunehmen. Einige Jahre später lernt er Vika Lambrechts kennen, die er heiratet. Cobbaert hat seinen Lebensoptimismus wiederentdeckt. Dies spiegelt sich in seinem Werk wider, das eine Metamorphose durchläuft. 1974 ging er als Lehrer in den Ruhestand. Nun widmet er sich voll und ganz der Weiterentwicklung seines Oeuvres.
Cobbaert starb am 3. Oktober 1995, seine Werke sind jedoch noch in verschiedenen Galerien zu finden. Sie werden auch auf verschiedenen Auktionen im In- und Ausland verkauft. Im Jahr 2010 wurde es Jan Cobbaert-Platz in Löwen nach ihm benannt.
Stil
Cobbaerts Oeuvre bildet ein vielfältiges Ganzes. Seine Arbeit enthält verschiedene Komponenten verschiedener Kunstrichtungen, wie z zweite Latemschule und der KobraBewegung. Seine Arbeit wird jedoch vor allem von zwei Komponenten bestimmt. Da ist zum einen sein immer tiefergehendes handwerkliches Können. Zum anderen haben emotional und psychologisch bewegende Lebensereignisse sein Oeuvre bestimmt. Dabei spielt der Tod seines Sohnes eine wichtige Rolle. Er taucht ein in die Traumwelt des Kindes. Er möchte durch diese fantastische Welt einen intimen Kontakt zu seinem Sohn pflegen. Diese Welt des Kindes, Träume und Eindrücke bestimmen seine Bilder.
Um 1950 kam er mit der Cobra-Bewegung in Kontakt, der er formell nicht angehören wollte. Instinktiv spürt er, dass seine Arbeit mit der expressiven Bildsprache dieser Bewegung, mit dem Charakter der Kinderzeichnungen, verbunden ist. Zeichnung, Form, Farbe und Inhalt bilden ein kompositorisches Ganzes. Sie bestimmen das Ganze ohne Schnickschnack. Die Form wurde bewusst auf alle störenden und ästhetisierenden Details verzichtet. Sie ist hart, hölzern und kindlich. Seine Bilder zeigen eine permanente Unzufriedenheit, eine ständige Unvollständigkeit. Dies zeigt sich in all seinen Werken, in denen er sich bemüht, Themen wie die Emotion des Menschen, der Natur und des Lebens zu reflektieren.
Literatur
- Jan Cobbärt (1990), Herausgeber-Redakteurin Galerie Janine Dessers, Hasselt