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Johan Boelaert (Gent, 6. Mai1942) ist ein Belgier Arzt (Internist und Nephrologe) und Historiker.
Lebenszyklus
Johan Boelaert ist ein Sohn von Raoul Boelaert und Marie-Thérèse Rabozée. Raoul Boelaert war Hausarzt in Maldegem und wurde dem . zugewiesen Katholische Universität Löwen der erste Professor für Familienmedizin.
Johan Boelaert heiratete die Bildhauerin Anne Van Canneyt und sie hatten zwei Kinder.
Nach seinem Abitur an der Abteischule von Zevenkerken im Heiliger Andreas, promovierte er 1966 als Arzt an der KU Leuven. Er spezialisierte sich auf Innere Medizin mit besonderer Expertise in den Nephrologie.
Von 1971 bis 1973 war er Chefarzt der Klinik im Krankenhaus Zapfen im Paris. 1973 wurde er Internist in der Abteilung für allgemeine innere Erkrankungen der Johanniskrankenhaus im Brügge. Er wurde Direktor der Abteilung für Infektionskrankheiten. Ab 1985 wurde die Betreuung für zahlreiche HIVPatienten.
Forschung
Neben seiner täglichen Praxis entwickelte Boelaert eine umfangreiche Forschungstätigkeit.
Medizin
Die Forschung wurde rund um das gemeinsame Interesse an Nephrologie und Infektionskrankheiten durchgeführt. Es ging um:
- Der Grad der Dosisanpassung verschiedener Antibiotika bei Niereninsuffizienz und Dialyse.
- Der Einfluss wiederholter Bluttransfusionen und Eisenüberladung auf Infektionen von Dialysepatienten.
- Der günstige Einfluss von Erythropoietin bei eisenüberladenen Dialysepatienten auf die Funktion des Granulozyten.
- Die nachteilige Rolle der Verabreichung von Desferrioxamin bei Dialysepatienten mit Eisen- oder Aluminiumüberladung bei der Entwicklung schwerer Infektionen durch Pilzinfektionen des ZygomycetenGruppe sowie die Aufklärung des dafür verantwortlichen biochemischen Mechanismus.
Geschichte
Nach seiner Pensionierung beschäftigte sich Boelaert mit historischen Aspekten der Krankenpflege. Er richtete den Scheinwerfer auf bestimmte Zeiträume (Merowinger, Karolinger, Zwölftes Jahrhundert) sowie über einen längeren Zeitraum in einem geografisch genau abgegrenzten Gebiet (Brügge).
Veröffentlichungen
Medizinische Studien
- (mit R. DE SMEDT u.a.) Der Einfluss von Calcium-Mupirocin-Nasensalbe auf die Inzidenz von „Staphylococcus aureus“-Infektionen bei Hämodialysepatienten, in: Nephrologie, Dialyse und Transplantation, 1980.
- (mit M. DE LOCHT und anderen) Mukormykose während der Deferoxamin-Therapie ist eine Siderophor-vermittelte Infektion, in: Journal of Clinical Investigation, 1993.
- (mit S.J. VANDECASTEELE et al.) Die Wirkung des Eisenstatus des Wirts auf Tuberkulose, in: Zeitschrift für Infektionskrankheiten, 2007.
Historische Studien
- Sechs Jahrhunderte Infektion in Brügge, 1200-1800, Hrsg. Acc, 2011.
- Die medizinische Renaissance des zwölften Jahrhunderts. Suche nach Wissen und Innovation im Gesundheitswesen, Garant, Geschichte der Medizin und des Gesundheitswesens Nr. 3, 2014.
- Körperkrankheiten und ihre Pflege. Von Karl dem Großen bis zum Ersten Kreuzzug, Hrsg. Garant, Geschichte der Medizin und des Gesundheitswesens Nr. 6, 2017.
- Krankheit und Pflege in der Merowingerzeit, Garant, Geschichte der Medizin und des Gesundheitswesens Nr. 11, 2018.
- Der Tod und die Autopsie von Philipp dem Guten (1467). Ein medizinhistorisches Gedenken, in: Biekorf, 2018.