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Joseph John Peter Mary (Jos) Art (Roermond, 3. Januar1936 - Utrecht, 18. Januar1996) war ein NiederländischKomponist und Musikwissenschaftler.
Lebenszyklus
Kunst ist aufgewachsen in Maastricht und studierte französische Literatur an der Universität Groningen. Mit 27 Jahren begann er ein Musikstudium an der Konservatorium von Amsterdam, nacheinander um Joep Straesser und Ton de Leeuw. Neben seiner Tätigkeit als Komponist und als Französischlehrer war er als Lehrer für zeitgenössische Musik und Komposition an den Konservatorien von Zwolle und Amsterdam tätig.
Beim Internationalen Gaudeamus-Wettbewerb 1967 erhielt er den AVRO- Anreizpreis für das Stück Insekten für 13 Saiten. Zwei Jahre später, während der Gaudeamus Musikwoche 1969 gewann er mit dem Orchesterwerk den ersten Preis Baumbestand. Seine wichtigsten musikalischen Beispiele in der Zeit bis 1975 waren Anton Webern, Edgar Varese und Iannis Xenakis.
1975 beschloss er, mit dem Komponieren aufzuhören; er folgte 1976 Rudolf Escher als Lehrer für Musik des 20. Jahrhunderts an der Musikwissenschaftlichen Fakultät der Universität Utrecht. Als Musikwissenschaftler beschäftigte er sich hauptsächlich mit der sogenannten „kognitiven Musikwissenschaft“: Musikwissenschaft, die darauf abzielt, zu beschreiben, was Musik mit dem Hörer macht. Wichtigste musikwissenschaftliche Veröffentlichungen: In der Musik Sinn machen: eine Untersuchung der formalen Pragmatik der Kunst (Dissertation, 1978); Philosophie der Musikwissenschaft (Martinus Nijhoff, 1988).
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war er als Dichter tätig: In den Jahren 1979-1988 veröffentlichte er Gedichte in Niederländisches Monatsmagazin und erschien 1982 bei Meulenhoff das Paket Niemand bleibt jemals allein.
1988 nutzte er die Gelegenheit zur vorzeitigen Pensionierung. Von diesem Moment an komponierte er wieder, hielt sich aber im Gegensatz zu früher so weit wie möglich außerhalb des organisierten Musiklebens. In dieser Zeit war es Claude Debussy eine wichtige Inspirationsquelle.
Jos Kunst starb im Alter von 60 Jahren.
Arbeiten (eingeschränkte Übersicht)
- opus III Blick auf das zweite Meer (1963-1966) für Vokalquartett, nach Texten aus Ein Winter am Meer von Adrian Roland Holst
- Opus X Insekten (1966) für 13 Saiten
- opus XI Glasmusik (1966) für Klavier
- opus XII Außen (1967) für Tonband
- opus XIV Baumbestand (1968) für Orchester
- opus XIX Elemente der Logik (1972) für Blasorchester, komponiert in Zusammenarbeit mit Jan Freund.
- opus XXI Kein Zeitzyklus (1972-1974)
- Solo-Identität II (1972) für Bassklarinette
- Solo-Identität II (1973) für Klavier
- Überhaupt keine Zeit (1973) für Bassklarinette und Klavier
- Keine Zeit (1974) für Bassklarinette, Klavier, 3 Klarinetten und Schlagzeug
- opus XXVI Tausch gegen Feuer (1994) für Flöte
- opus XXVII Konzertino (1994-1995) für Klavier, Bläser und Schlagzeug
- opus XXVIII Sechs Etüden à la mémoire de Claude Debussy (1995-1996) für Klavier (unvollendet)
Bibliographie (begrenzt)
- Sur la formalization de récit littéraire. Im: Erläuterungen zu den Texten; herausgegeben von F.F.J. Drachenkönige… [et al.]. Sondernummer von: Das französische Buch: 40 (1970) 2 (April) 64-67
- In der Musik Sinn machen: eine Untersuchung der formalen Pragmatik der Kunst. Gent: Kommunikation & Kognition, 1978
- Niemand bleibt je er selbst: Gedichte. Amsterdam: Meulenhoff, 1982
- Die Analyse der musikalischen Bedeutung: eine Theorie und ein Experiment (Co-Autor Henk van den Bergh). Im: Schnittstelle: 13 (1984) 2, 75-106
- Pop versus Klassik oder Wie sollen Kulturen interagieren? Im: Die Macht der Zeichen: Essays zu Gesellschaft, Text und Literatur; Hrsg. Aart van Zoest. Utrecht: HES, 1986, p. 195-203
- Philosophie der Musikwissenschaft. Leiden: Nijhoff, 1988
- Über die Bedeutung von Musik. Im: Niederländisches Monatsmagazin: 31 (1989-1990) 498-499 (Mai-Juni 1989) 19-25
- Kwe Ihn Yong. In Gedenken an Jos Kunst: (1936-1996). Im: Musik und Wissenschaft: 5 (1995-1996) 2 (1996) 163-169
- Freund, Jan. Exil oder Einsiedler?: Jos Kunst: Komponist, Musikwissenschaftler, Dichter, Sprachwissenschaftler, Philosoph und Theologe. Im: Mann und Melodie: 52 (1997) 3 (März) 119-126
- Kunst, Jan Pieter. Jos-Kunst (1936-1996). Im: Ein 75-Musikwissenschaftlerbuch: Utrechter Musikwissenschaftler und ihre Arbeit; herausgegeben von Marnix van Berchum, Jan Nuchelmans, Emile Wennekes. Holz: Ascolta, 2005, p. 74-75
Externe Links
- Offizielle Seite
- Jos Kunst - Insekten
- Biografien, Werke und Texte Bei der Digitale Bibliothek für niederländische Literatur (dbnl)
Quellen
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