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Julius Hirsch
Julius Hirsch
Julius Hirsch
Persönliche Informationen
Geburtsdatum7. April1892
GeburtsortAchern, Flagge des Deutschen ReichesDeutschland
Sterbedatum8. Mai1945 (für tot erklärt)
PositionAngreifer
Jugend
1902–1909Flagge des Deutschen ReichesKarlsruher FV
Senioren
JahreszeitVereinW (G)
1909–1913
1913–1919
1919–1925
Flagge des Deutschen ReichesKarlsruher FV
Flagge des Deutschen ReichesSpVgg Fürth
Flagge von DeutschlandKarlsruher FV
Länderspiele
1911–1913Flagge des Deutschen ReichesDeutschland7(4)
Portal  Portalsymbol  Fußball

Julius Hirsch (Achern, 7. April1892 - vermutlich 1943, offiziell für tot erklärt am 8. Mai1945) war ein Deutsche Fußballspieler.

Biografie

Hirsch war das siebte Kind in der Familie eines jüdischen Kooman. Pater Berthold war während der Deutsch-Französischer Krieg von 1870-1871 und war deutschnational gesinnt und hat seine Familie so aufgezogen.

Bereits 1902 begann er mit der Jugend des Karlsruher FV zu spielen. Dieser Club war in den Anfängen des Fußball in Deutschland eine Spitzenmannschaft. 1909 bekam er bei Spieler- und Trainermangel erstmals seine Chance in der ersten Mannschaft William Townley ein Jugendspieler. Er traf sofort und sicherte sich schnell einen Startplatz. Im Wettkampf war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Karlsruher FC Phoenix, der amtierende Landesmeister. Beide Vereine belegten den ersten Platz und ein entscheidendes Spiel musste den Meister zeigen. KFV gewann 3:0 und ging in die Süddeutsche Endrunde, in dem sie sieben Punkte vor Platz zwei liegen, FC Bayern Münchenwurde Meister. Anschließend durfte der Verein in die nationales Finale. Nach Siegen auf Duisburger SpV und erneut Rivale Phönix qualifizierte sich der Verein für das Finale gegen Holstein Kiel, KFV gewann nach Verlängerung und gewann den nationalen Titel. Der kleine schnelle Hirsch hatte einen hervorragenden linken Fuß und bildete zusammen mit Gottfried Fuchs und Fritz Förderer ein gefährliches Angriffstrio. Sie spielten auch mehrmals für die Nationalmannschaft. Der KFV erlebte seine Blütezeit mit Hirsch unter seiner Fittiche und wurde ein Jahr später erneut Süddeutscher Meister. In der Endrunde schieden sie im Halbfinale aus durch VfB Leipzig. Ein Jahr später erreichten sie erneut das Finale, verloren nun aber gegen Holstein Kiel. Aufgrund seiner guten Leistungen wurde er auch in die Auswahl Süddeutschlands im Kronprinzenpokal aufgenommen, in dem die regionalen Fußballverbände gegeneinander antraten. Süddeutschland besiegte Brandenburg mit 6:5 und Hirsch traf zweimal. Am 17. Dezember 1911 debütierte er für die Nationalmannschaft in München. Bei seinem zweiten Länderspiel am 24. März 1912 in Zwolle trennten sich die Deutschen mit 5:5 gegen die Niederländer. Hirsch war der erste deutsche Nationalspieler, der in einem Spiel vier Tore erzielte, danach aber nicht mehr für die Mannschaft treffen würde. Er wurde auch in die olympische Liste aufgenommen und ging zum Spielen im Jahr 1912. Im ersten Spiel verlor die Mannschaft gegen Österreich und wurde in die Trostrunde verwiesen. Hirsch kam im zweiten Spiel nicht zum Anpfiff und ließ dies den größten Sieg der Geschichte sein. Die Deutschen schlugen die Russen mit 16:0 und Gottfried Fuchs traf nicht weniger als zehn Mal. In der nächsten Runde verloren die Deutschen mit Hirsch gegen die Ungarn.

Nach seinem Militärdienst in der Nähe Nürnberg er ging zum neuen Spitzenklub SpVgg Fürth. 1914 wurde er Landesmeister. 1919 kehrte er nach dem Krieg nach Karlsruhe zurück, doch die Blütezeit des KFV war vorbei und 1925 beendete er seine Karriere.

1920 heiratete Hirsch Ella Karolina Hauser und hatte zwei Kinder: Heinold Leopold (1922-1996) und Esther Carmen (1928-2012). Trotz der Tatsache, dass Ella evangelisch was waren die kinder jüdisch angehoben. Julius übernahm mit seinem Bruder Max den väterlichen Betrieb. 1933 ging das Geschäft in Konkurs. Er ging in die Schweiz und nach Frankreich, um eine Ausbildung zu absolvieren, aber beim KFV war kein Platz für ihn. Danach arbeitete er für den jüdischen Verein Turnverein 03 Karlsruhe. Er wurde auch Handelsvertreter. Nach dem NSDAP in Deutschland an die Macht kam, wurde er auch wegen seiner jüdischen Abstammung verfolgt. Hirschs Schicksal sollte das gleiche sein wie das vieler nationalistischer Juden, die nicht glauben konnten, dass die ehemals kaisertreuen Kämpfer des Ersten Weltkriegs von ihrem eigenen Land getötet würden. Wie so viele andere unterdrückte er die Gefahr, bis eine Flucht nicht mehr möglich war.

Nach einem Verwandtenbesuch in Frankreich 1938 sprang er aus einem fahrenden Zug und wurde mit einer Depression in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert. Nach seiner Rückkehr nach Karlsruhe 1939 ließ er sich von seiner evangelischen Frau scheiden, um sie vor Verfolgung zu bewahren. Im Februar 1943 erhielt er von der Gestapo Nachricht an ein Arbeiterlager zu melden. Am 1. März 1943 wurde er zusammen mit elf weiteren Juden deportiert Auschwitz-Birkenau wo er starb. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt. 1950 wurde er am 8. Mai 1945, dem Ende des Krieges, für tot erklärt. Seine beiden Kinder mussten 1941 die Schule verlassen und ein en Davidstern tragen. 1945 wurden sie ins Konzentrationslager gebracht Theresienstadt wo sie von den befreit wurden rote Armee am 7. Mai 1945. Am 16. Juni kehrten sie nach Karlsruhe zurück.

Im Jahr 2005 rief die Deutscher Fußball-Bund das Julius-Hirsch-Preis lebendig, ein Sonderpreis für das Engagement für Toleranz, Extremismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus. Beim Berliner Fußballverein TuS Makkabi Berlin wurde das Stadion Sportplatz am Eichkamp umbenannt in Julius-Hirsch-Sportplätze in Eichkamp.