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Karl Ernst Haushofer (München, 27. August1869 – pahl, 10. März1946) war ein deutscher General und Geopolitiker. Seine Ideen zu Wohnzimmer haben einen großen Einfluss auf Adolf Hitler und Nazi-Ideologie. Er war der Vater des Geographen und Diplomaten Albrecht Haushofer.
Biografie
Haushofer wurde als Sohn von Max Haushofer, Professor für Wirtschaftswissenschaften, und Adele Haushofer geborene Fraas geboren. 1896 heiratete er Martha Mayer Doss. Haushofer verfolgte eine militärische Laufbahn und war seit 1899 Mitglied des Generalstabs des deutschen Heeres. Er lehrte an der Bayerischen Militärakademie und wurde 1908 nach Tokio eine Analyse der japanischen Armee zu erstellen und die japanischen Armeebehörden in Bezug auf die Artillerie. Dieser Auftrag wäre von entscheidender Bedeutung für den weiteren Werdegang Haushofers. Dies gab ihm die Möglichkeit, ausgiebig in der Fernost. Seine Erfahrungen flossen in seine Dissertation Dai Nihon, Betrachtungen über Grosz_Japans Wehrkraft, Weltstellung und Zukunft (1913) ein, mit der er an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München.
Er diente der deutschen Armee in der Erster Weltkrieg im Rang von Brigadegeneral. Er sah die deutsche Niederlage 1918 als Folge mangelnder geographischer Kenntnisse und geopolitischer Einsichten.
1919 wurde Haushofer als Professor für Geographie an die Universität München berufen. Diese Position gab ihm die Möglichkeit, an seinen geopolitischen Ansichten zu arbeiten. 1921 lernte er durch Vermittlung von Rudolf Hess, Adolf Hitler zum ersten Mal. Es folgten mehrere weitere Treffen, bei denen Haushofer insbesondere über seine geopolitischen Ansichten Wohnzimmer Hitlers Aufmerksamkeit. Heß war einer seiner Schüler und Haushofer pflegte eine enge Freundschaft mit ihm. Haushofer gründete das "Institut für Geopolitik" in München und wurde auch Herausgeber der "Zeitschrift für Geopolitik", die seiner Meinung nach eine wesentliche Leitlinie politischen Handelns darstellt. 1925 erschien die einflussreiche Geopolitik des Pazifischen Ozeans und 1928 Bausteine zur Geopolitik.
Gekrönt wurde Haushofers Position in der deutschen Hochschulwelt durch seine Ernennung zum Präsidenten der Deutsche Akademie 1934. Diese Position hatte er bis 1937 inne.
Nach Hess' Flucht nach England verlor Haushofer seinen Einfluss in der Politik. Engagement seines Sohnes Albrecht Haushofer Bei der Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Karl Haushofer für 8 Monate in inhaftiert Dachau. Während der Nürnberger Prozesse versuchte Haushofer, seinen geopolitischen Einfluss zu minimieren. 1946, im Alter von 76 Jahren, beging er mit seiner Frau Selbstmord.
Geopolitische Ideen
In Haushofers geopolitischen Ideen ist das Konzept der Wohnzimmer ein zentraler Ort. Dieses Konzept leitete er ab von Friedrich Ratzel (1844-1904) und to Rudolf Kjellen (1864-1922), der Ratzels Ideen im geopolitischen Sinne geschärft hatte. Ratzel betrachtete Staaten als Organismen. Tatsächlich fügte Ratzel hinzu Darwins Konzept davon Kampf um die Existenz eine räumliche Dimension. Es geht nicht nur um einen Existenzkampf, sondern jeder Existenzkampf war ein Kampf um den Raum, in dem diese Existenz stattfinden musste. Daher der Begriff „Lebensraum“. Letztere muss als die für die Existenz eines Volkes notwendige Gesamtfläche betrachtet werden.
Bei Ratzel hatte der Begriff noch eine neutrale biologische Bedeutung, bei Haushofer nahm er eine rassistisch-imperialistische Konnotation an. Haushofer führte den Verlust des Ersten Weltkriegs an Deutschland auf ein unzureichendes Bewusstsein für den historisch gewachsenen deutschen „Lebensraum“ zurück. Die Größe eines „Lebensraums“ wurde durch das Streben nach Autarkie bestimmt, d. h. dass der „Lebensraum“ so gestaltet werden musste, dass er in Kriegszeiten völlige Selbstversorgung gewährleisten konnte. 1935 definierte Haushofer Geopolitik als eine Politik, in der das Recht auf Weltraum geschützt wurde. Das bevölkerungsreichere Deutschland hatte Anspruch auf Expansion in bevölkerungsärmeren Gebieten, um Autarkie um ihr eigenes Imperium zu sichern.
Literatur
- Christian W. Spang, Karl Haushofer neu untersucht – Geopolitik als Faktor der japanisch-deutschen Annäherung in der Zwischenkriegszeit?, C. W. Spang, R.-H. Wippich (Hrsg.), Japanisch-deutsche Beziehungen, 1895-1945. Krieg, Diplomatie und öffentliche Meinung. Routledge, London/New York: 2006, S. 139-157.
- Christian W. Spang, Karl Haushofer und Japan. Die Rezeption seiner geopolitischen Theorien in der deutschen und japanischen Politik, München: Iudicium, 2013. ISBN 978-3-86205-040-6.
- Perry Pierik, Karl Haushofer und der Nationalsozialismus, diss. EU-Rotterdam, 2006.
- Criekemans, David.- Geopolitik: 'geographisches Gewissen' der Außenpolitik?.- Antwerpen: Garant, 2007.- 848 S..- ISBN 90-441-1969-9
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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