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Kurt Gerron
Kurt Gerron
Kurt Gerron auf Walk of Fame des Kabaretts in Mainz
Vollständiger NameKurt Gerson
Geboren11. Mai1897
Berlin
Verstorben15. November1944
Auschwitz
GeburtslandFlagge des Deutschen Reiches Deutschland
aktive Jahre1914-1944
BerufDarsteller und Regisseur
FilmeDer Blaue Engel, Die Marquise von Pompadour, Der weiße Damon, Stupefiants, Ein toller Einfall, Das Geheimnis der Mondschein-Sonate, Merijntje Gijzens Jugend
(und) IMDb-Profil
Moviemeter-Profil
Portal  Portalsymbol  Film
Kurt Gerron (rechts), zusammen mit Siegfried Arno (links) als Comedy-Duo auf einer Kochmesse in Berlin (1931)
Kurt Gerron, Marcel Krols als Merijntje Gijzen und A.M. de Jong (Film 1936)

Kurt Gerron (Berlin, 11. Mai1897Auschwitz, 15. November1944) war ein Deutsch-JüdischDarsteller und Regisseur.

Biografie

Kurt Gerron stammte aus einer jüdischen Familie in Berlin. Gerron war sein Künstlername, sein richtiger Name war Gerson. Gerron studierte zunächst Medizin, wurde aber 1920 Schauspieler. Gerson diente im Ersten Weltkrieg in den Schützengräben Ypern. Er wurde schwer verletzt und infolgedessen impotent. Als angehender Medizinstudent erfüllte er medizinische Aufgaben. Er hat in Filmen mitgespielt wie Der Blaue Engel mit Marlene Dietrich als Co-Star und auf der Bühne als Brown (der Polizeichef von London) bei der Premiere des Dreigroschenoper 1928 in Berlin. In dieser Oper sang er die Originalfassung des späteren weltberühmten Liedes Die Moritat vom Räuber Mackie Messer (Mack das Messer). Kurt Gerron sollte in mehr als 70 Filmen mitspielen.

Gerron wurde 1933 nach der Machtübernahme der Nazis in Deutschland eine Reise nach Deutschland angeboten Hollywood aber er weigerte sich und blieb in Europa zurück. Er verließ Deutschland und reiste zuerst nach Frankreich und später zu Die Niederlande.

In der Zeit von 1933 bis 1940 arbeitete er an verschiedenen niederländischen Filmen, darunter die erfolgreiche Buchadaption von 1936 Merijntje Gijzens Jugend von morgens de Jong.[1] 1937 leitete er die niederländischen Stimmen für den Cartoon Schneewittchen und die sieben Zwerge.

Nachdem die deutsche Armee nach dem 10. Mai 1940 die Niederlande besetzt hatte, wurde er in den Niederlanden interniert Camp Westerbork. Am 25. Februar 1944 wurde er in die KonzentrationslagerTheresienstadt. Er hat dort ein Kabarett namens Karussell für die Lagerbewohner.

1944 wurde Gerron von den Nazis gebeten, einen Propagandafilm zu drehen, der zeigt, wie menschenwürdig das Leben in Theresienstadt war. Als die Aufnahme fertig war, musste Kurt Gerron dauerhaft nach Auschwitz. Er wurde gleich nach seiner Ankunft vergast (und das obwohl schon am nächsten Tag auf Befehl des Reichsführers SS Heinrich Himmler die Gaskammern wurden endgültig außer Betrieb genommen). Gerrons Film hatte wohl den Titel Theresienstadt: Ein Dokumentarfilm aus dem Judiciary Siedlungsgebiet mit Untertiteln Der Führer gibt den Juden eine Stadt. Der Film wurde wahrscheinlich nie vollständig fertiggestellt; davon sind nur Fragmente bekannt.

Erbe

Gerron ist Gegenstand von zwei Dokumentarfilmen, Gefangener des Paradieses und Kurt Gerrons Karussell. Gefangener des Paradieses ist ein kanadisch 2003 Dokumentarfilm unter der Regie von Malcolm Clarke und Stuart Absender. Der Film erzählt die wahre Geschichte von Kurt Gerron. Das Buch mit dem Originaltitel "Gerron" (2011) von Charles Lewinsky, auf Niederländisch "Return Unwanted" (2012), erzählt Gerrons Lebensgeschichte in Romanform, nicht biografisch.

Filme, an denen Gerron in den Niederlanden gearbeitet hat

Literatur

  • Kathinka Dittrich, Hinter dem Vorhang – Deutsche Auswanderer im niederländischen Spielfilm der dreißiger Jahre (1987) Das Weltfenster, ISBN 90 293 9853 1
  • Charles Lewinsky, Rückkehr ungewollt, ISBN 978 90 5672 410 8