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Brutreaktor Kalkar | ||
| Land | Deutschland | |
| Ort | Kalkar | |
| Koordinaten | 51° 46′ N, 6° 20′ O | |
| Baubeginn | 1973 | |
| Bauende | 1991 | |
| Inbetriebnahme | noch nie | |
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Brutreaktor Kalkar im Jahr 2007 | ||
| Liste der Kernreaktoren | ||
Das Brutreaktor Kalkar war ein Kernkraftwerk mit natriumgekühltem Schneller Brutreaktor, die in den 1970er und 1980er Jahren Kalkar im Deutschland wurde gebaut, aber nie in Betrieb genommen. Heute ist da der Vergnügungspark"Wunderland Kalkar" vom niederländischen Unternehmer Hennie van der Most etabliert.
Grundinformationen
- Ort: Kalkar - Niederrhein
- Produzent: Interatom GmbH
- Typ: SNR-300 (Brutreaktor)
- Leistung: 327 Megawatt
- Baukosten: ca. 8 Milliarden Deutsche Mark (ca. 4,1 Mrd. Euro)
- Die höchsten Teile des Gebäudes sind etwa 93 Meter hoch
Geschichte


Mitte der 1960er Jahre wurden auf Regierungs- und Industrieebene Vereinbarungen zwischen Deutschland (70 %), Belgien (15 %) und den Niederlanden (15 %) über den Bau des Reaktors getroffen. 1972 wurde beschlossen, einen Prototypen zu entwickeln Brutreaktor bauen. Die geschätzten Gesamtkosten für die Errichtung des Kernkraftwerks Kalkar beliefen sich auf etwa 1,5 Milliarden Deutsche Mark.
Die Bauarbeiten begannen 1973. In den Jahren 70 und 80 die Stadt Kalkar war oft in den Nachrichten wegen der vielen Protestkundgebungen, die dort gegen die Kernkraftwerk. An diesem Projekt nahmen mehr als 1000 Auftragnehmer teil. Aufgrund geänderter politischer Verpflichtungen, Genehmigungen und technischer Vorschriften verzögerte sich der Bau erheblich. Aufgrund dieser Bauverzögerung, Inflation und Interesse die Kosten stiegen von rund 1,7 Mrd. auf 8 Mrd. DM.
Ab 1973 jede Betaalde Verbraucher von Strom in den Niederlanden 3% Abgabe auf die Stromrechnung. Dieses sogenannte Kalkabgabe war der anfang einer weiten Anti-Atomkraft-Bewegung in den Niederlanden.
Politische Differenzen und die Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 Verzögerungen im Genehmigungsverfahren Das Gebäude war technisch fertig und wurde ab 1986 im vornuklearen Zustand in Betrieb gehalten. Wegen der Kühlflüssigkeit Natrium und die zur Flüssigkeitserhaltung erforderliche Wärme verursachten jährlich Kosten von ca. 105 Millionen DM.
Die Brennelemente standen zur Abholung bereit in Hanau (Deutschland) und at Belgonuklear im Mol (Belgien).
Technik
Nach dem sog Inkubationsprozess neue Kernbrennstoff erstellen, hauptsächlich Plutonium-239. Der Betrieb eines solchen Reaktors birgt ein Risiko Proliferation weil Plutonium-239 nicht nur zur Energiegewinnung, sondern auch zur Herstellung von Atomwaffen. Um vom Inkubationsprozess zu profitieren, Wiederaufbereitung an abgebrannten Brennelementen erforderlich ist und das Plutonium relativ leicht gewonnen werden kann.
Bei riskanter, beabsichtigter Kühlung des Reaktorkerns mittels Flüssig Natrium schon seit. Dies ist ein hochreaktives Metall das sich bei Kontakt spontan entzündet Sauerstoff. Ein möglicher Brand im Natriumkreislauf wäre nach Ansicht einiger Experten kaum zu löschen gewesen und hätte möglicherweise zu einer Katastrophe für die Atomkatastrophe von Tschernobyl auf 26. April1986.
- Beim Bau des Kernkraftwerks Kalkar wurden verwendet:
- 250.000 m³ Beton
- 58.000 Tonnen Stahlbewehrung
- 400.000 m³ Umbau-/Schalungsmaterial
- 70.000 m Rohre mit 30.000 Stützen/Aufhängungen
- 24.000 Leuchten
- 1.700 Panzer
- 1.200 Pumpen und Lüfter
- 6.000 km Kabel verlegt auf 55 km Kabelrinnen
- 8.700 Mess- und Regelsysteme
- Das Kernkraftwerk besteht aus 12 Gebäuden mit 1.700 Zimmern
- Die Betriebsanleitung des Kernkraftwerks ist in mehr als 10.500 A4-Dateien beschrieben
- Für den Geschäftsbetrieb wurden 205 Brennelemente mit 34.030 Brennstäben (aus 88 km Hohlrohren) benötigt
- In einem Kernbrennelement befanden sich 166 Brennstäbe, gefüllt mit Brennstofftabletten (Uran-Plutionium-Mixoxid)
- Die Gesamtmenge des Reaktorkühlmittels (Natrium) betrug 1.200 Tonnen
- Die Gesamtmenge an Plutonium (bei Inbetriebnahme) hätte 1.150 kg . betragen
- Die Gesamtmenge an Uran hätte 16.360 kg . betragen
| Technische Daten Gesamtinstallation | |
|---|---|
| die Dampferzeuger hatten eine Heizleistung von | 736 MWth |
| was einer elektrischen Bruttoleistung von entspricht | 312 MWe |
| d.h. ein elektrischer Nettoertrag von | 282 MWe |
| Gesamtrendite (im Verhältnis zur Nettorendite) | 38,80 % |
| zulässige Gewichtsänderungsrate | 10 Minuten |
| Reaktorkühlmittelkapazität | 3.550 kg/Sek. |
| Kühlmitteltemperatur am Reaktoreingang | 377 °C |
| Kühlmitteltemperatur am Reaktoraustritt | 546 °C |
| Frischdampferzeugung ca. | 1.250 Tonnen/Stunde |
| Kondition Frischdampf bei 500 °C | 167 Bar |
| Reaktorkern | |
| Anzahl Brennelemente (innere Zone) | 103 |
| Anzahl Brennelemente (äußere Zone) | 90 |
| Anzahl Brennstäbe pro Brennelement | 166 |
| aktive Brennstablänge | 950 mm |
| Brennstabdurchmesser (außen) | 6 mm |
| Gesamtgewicht eines Brennelementes ca. | 125 kg |
| Anzahl der Zuchtelemente | 96 |
| Anzahl der Zuchtruten pro Zuchtelement | 91 |
| Durchmesser Kulturstab (außen) | 9,5 mm |
| zweites Auslöseelement | 3 |
| Jalousieelemente (1. Zyklus) | 3 |
| Jalousieelemente (1. und 2. Zyklus) | 3 |
| Steuerstange erstes Auslöseelement | 9 |
| Nachblindelemente | 6 |
| Reflektorelemente (notwendige Strömung) | 90 |
| Reflektorelemente (natürliche Konvektion) | 96 |
| Reaktortank | |
| Durchmesser ca. | 6700 mm |
| Wandstärke | 25/40 mm |
| Gesamthöhe | 14.500 mm |
| Gewicht Plattenspieler (inkl. Abdeckung) ca. | 425 Tonnen |
| Zwischenwärmetauscher (TWW) | |
| Nummer | 3 |
| Heizfläche pro TWW | 880 m² |
| Rohrgröße | 21 x 1,0 mm |
| Gesamthöhe | 13.000 mm |
| Dampfgenerator | |
| Konstruktionsmethode | Geradrohrgerät |
| die Verwendung von Spiralschlauchgeräten im Kreis | |
| Anzahl Verdampfer | 9 |
| Wasserkapazität pro Verdampfer | 146 Tonnen/Stunde |
| Heizfläche pro Verdampfer | 220,8 m² |
| Rohrgröße | 17,2 x 2,0 mm |
| Gesamthöhe eines Verdampfers ca. | 20.000 mm |
| Anzahl Überhitzer | 9 |
| Frischdampfstrom pro Überhitzer | 138 Tonnen/Stunde |
| Heizfläche pro Überhitzer | 167,2 m² |
| Rohrgröße | 17,2 x 2,9 Zoll mm |
| Gesamthöhe eines Überhitzers ca. | 18.000 mm |
| Natriumpumpe | |
| Anzahl Primärpumpen | 3 |
| Kopf | 140 m |
| Betriebsdruck | 14 Bar |
| Leistung pro Pumpe | 5.300 m³/Stunde |
| U/min | 960 U/min |
| Leistung an der Pumpwelle ca. | 2.200 kW |
| Anzahl Sekundärpumpen | 3 |
| Kopf | 100 m |
| Betriebsdruck | 16 Bar |
| Leistung pro Pumpe | 4.600 m³/Stunde |
| U/min | 960 U/min |
| Leistung an der Wellenpumpe ca. | 1.500 kW |
| Notkühlsystem | |
| im Notfall abzuführende Wärmeleistung | 6 MWth |
| Leistung des Notkühlsystems | 6 x 1,2 Zoll MW |
| Bauart (primär - sekundär): Eintauchkühler | |
| Bauart (sekundär - tertiär): Rippenrohrkühler | |
| Wärmetransportmedium (primär / sekundär / tertiär): Natrium / Natrium / Luft | |
| Strömung (primär) entsteht durch: natürliche Strömung | |
| Strömung (sekundär) wird erzeugt durch: elektromagnetische Pumpen | |
| Strömung (tertiär): natürliche Strömung durch den Schornstein | |
Beendigung
Seit 1985 lehnt das Land ab Nordrhein-Westfalen die letzten drei Teilgenehmigungen zu erteilen.[1] Diese sich über Jahre hinziehende Situation gefährdete die Finanzierung des gesamten Projekts. Dies geschah auch im Zusammenhang mit anhaltenden Protesten gegen die Sicherheit dieses Reaktortyps.
Im März 1991 gab die Bundesregierung bekannt, das Projekt zu beenden. Auf 21. März1991 Der endgültige Shutdown wurde von Minister Heinz Riesenhuber angekündigt.
Schadensersatzansprüche
Die einseitige deutsche Entscheidung wurde von Belgien zwangsweise akzeptiert. Das Land forderte jedoch die Rückzahlung der getätigten Investitionen (10 Mrd. Belgischer Franken, zusätzlich zu den Kosten für den Einkauf von Plutonium und die Herstellung des ersten Reaktorkerns). Deutschland lehnte jede Haftung ab und sah sich von den Niederlanden unterstützt.[2] Am Ende erhielt Belgien keine finanzielle Entschädigung, aber eine gewisse Entschädigung in Form von Sachleistungen (in Form von Bestellungen). Deutschland erklärte sich außerdem bereit, das angekaufte Plutonium und die radioaktiven Abfälle auf eigene Kosten zu entsorgen.
Der Vergleich hat nie zu einer Klage geführt.
Aktuelles Ziel

Der Komplex wurde 1995 für 2,5 Millionen Euro an den niederländischen Unternehmer verkauft Hennie van der Most, der die überflüssigen Metallteile abreißen ließ und darin einen Vergnügungspark errichtete. Das Freizeitzentrum mit Hotels und Familienpark hieß zunächst Kernwasser-Wunderland und wurde 2005 umbenannt Wunderland Kalkar.
Der Brutreaktor in der Populärkultur
Unter anderem in 'Blood' (1972), dem ersten Teil der Trilogie "Blut, Schweiß und Tränen" von Roel van Duyn, in dem ein abweichender Nuklearwissenschaftler vorschlägt, den "schnellen Bruder" mit Menschen Blut statt mit Natrium zu kühlen. Laut Van Duyns Buch ist der Regisseur Gijs Stappershoef, ein satirisch TV-Film "Blood" mit u.a. Ton van Duinhoven (ausgestrahlt 1974 von der KRO).
Siehe auch
Externe Links
- »Der Angstreaktor. Kalkar, Chronik einer ewigen Verheißung.' (Boom/So, Nov. 2006)
- Berichterstattung über die niederländische Beteiligung an Kalkar von dem Nationales Anti-Atomenergie-Archiv
- (das) Schnelle Brutreaktoren Seite weltweit
| Siehe die Kategorie Brutreaktor Kalkar von Wikimedia Commons für Mediendateien zu diesem Thema. |
Quellen
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| Kernreaktoren in Deutschland | ||
|---|---|---|
In Betrieb:Brokdorf ·Emsland ·Grohnde ·Waffenschranken ·Isar ·Neckarwestheim | ||
