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LTRO

EIN LTRO (Abkürzung von Langfristige Refinanzierungsgeschäfte) (Niederländisch: längerfristiges Refinanzierungsgeschäft)[1] ist ein Mittel, mit dem die europäische Zentralbank (EZB) an Geschäftsbanken etwa ein Viertel der benötigten Refinanzierungsvolumen zur Verfügung stellt. Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte sind Pensionsgeschäfte (Kaufvertrag von Wertpapieren mit Rückkaufverpflichtung für den Verkäufer) und gehören dem behoren Offenmarktgeschäfte. Die Geschäftsbanken erhalten dabei von der EZB gegen Hinterlegung gesetzlich bezeichneter notenbankfähiger Sicherheiten (Wertpapiere) damit Geld, das sie ihren Kunden wieder leihen können. Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte sorgen für temporäre Extra Liquidität an die Geschäftsbanken.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte sind auch ein Instrument der Geldpolitik. Durch Manipulation des zur Verfügung gestellten Geldbetrags kann die Zentralbank Verbrauch und der Investitionen und auf diese Weise auch die ökonomische Situation beeinflussen. Die Idee ist, dass die EZB in einer schwierigen Wirtschaftsphase eine expansive Geldpolitik verfolgt, was bedeutet, dass Guthaben billiger werden und in einer wirtschaftlich günstigeren Phase eine restriktive Geldpolitik betreiben, Inflation wird niedrig gehalten.

Die Initiative für Offenmarktgeschäfte soll nach dem sog Standardangebot der Europäischen Zentralbank (EZB). Das Geld wird einmal im Monat ausgezahlt (die Termine sind im Voraus bekannt im Ausschreibungskalender) wurde den Geschäftsbanken für drei Monate mit einem Zinstender nach amerikanischem Modell (bis März 1999 nach niederländischem Modell) zur Verfügung gestellt. die nationale Zentralbanken diese Offenmarktgeschäfte für die EZB abwickeln.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte ergänzen die wichtigeren Basisrefinanzierungsgeschäfte (das Hauptinstrument der EZB zur Durchführung der Geldpolitik); sie müssen diese entlasten und sind eine Art Grundversorgung (Grundausschreibung).

Euro-Schuldenkrise

Im Lichte der Europäische Staatsschuldenkrise sind längerfristige Refinanzierungsgeschäfte der Eurosystem implementiert, um den Standardisierungsprozess und den Betrieb der Euro-Geldmarkt zu unterstützen.[1] Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte vom 21. Dezember 2011 und 29. Februar 2012 wurden als Tender mit einer Laufzeit von drei Jahren durchgeführt.("Langfristiges Refinanzierungsgeschäft"[2]). Banken zahlen nach Fälligkeit einen Zins, der auf der Grundlage des Durchschnitts über die Laufzeit der jeweiligen EZB berechnet wird Hauptrefinanzierungssatz. Zu Beginn des Programms lag der EZB-Hauptzins (englisch: refi rate; deutsch: Leitzins) bei 1,00 %, im Januar 2013 bei 0,75 %.[3]

Banken können die Kredite der EZB zur Finanzierung von Hochzinsanleihen nutzen Staatsanleihen aus der Zinsdifferenz zu profitieren. Der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy zur Verlängerung dieser Krisenhilfe durch die EZB: „Damit kann nun jeder Staat, der über Liquidität verfügen möchte, zu seinen Banken gehen Frankfurter Allgemeine Zeitung in einem Artikel auch als "Sarkozy-Trade" bezeichnet.[4][5]

Januar 2013: Ankündigung der ersten Rückerstattungen

Obwohl diese Kredite für drei Jahre gewährt wurden, konnten die Banken sie nach einem Jahr (ganz oder teilweise) zurückzahlen. Die EZB gab am 25. Januar 2013 bekannt, dass zum 30. Januar 2013 insgesamt 137 Mrd. € von 278 Banken auf Kredite aus dem ersten LTRO-Programm zurückgezahlt werden.[6][7] In den folgenden Wochen wurden deutlich kleinere Beträge (3 und 5 Mrd. €) vorzeitig zurückgezahlt. Ende Februar wurde bekannt, dass 61,2 Milliarden Euro des zweiten LTRO-Programms vorzeitig zurückgezahlt werden. In den Folgemonaten erfolgten weitere Rückzahlungen wöchentlich; Mitte September 2013 belief sich dieser Bilanzposten auf 682 Mrd. €. Dieser Prozess setzte sich danach stetig fort, mit einer Rate von durchschnittlich mehreren Milliarden Euro pro Woche.

"Nachfolger": GLRG (I)

Am 5. Juni 2014 kündigte die EZB einen „Nachfolger“ dieses Programms namens gezielte LTROs. Dabei handelte es sich um Kredite (an Banken) bis September 2018, die Banken eine kostengünstige „Finanzierung“ für die Kreditvergabe an Unternehmer und Privatpersonen in der Eurozone (ohne Hypotheken) zur Verfügung stellen sollten. Diese Darlehen konnten ab September 2014 vierteljährlich für 8 Quartale gezeichnet werden.[8][9]

Das Interesse an der ersten Tranche der GLRG fiel bescheiden aus: Zum 18. September 2014 stellte sich heraus, dass nur 82,6 Mrd. € gezeichnet waren.[10][11][12] Das zweite GLRG (Dezember 2014) wurde für 129,8 Milliarden Euro gezeichnet, das dritte (März 2015) für 97,9 Milliarden Euro, das vierte (Juni 2015) für 73,8 Milliarden Euro, das fünfte (September 2015) für 15,6 Milliarden Euro, am sechsten (Dezember 2015) 18,3 Mrd. €.

GLRG (II)

Am 10. März 2016 kündigte die EZB ab Juni 2016 vier neue TLTROs an, die wiederum eine Laufzeit von vier Jahren und potenziell negative Zinssätze haben ("kann so niedrig sein wie der Zinssatz der Einlagefazilität zu diesem Zeitpunkt oder oben"). Am 11. März wurde der Einlagensatz von -0,30 % auf -0,40 % gesenkt.

Fußnoten

  1. einbWebseite des Deutsche Bundesbank zu "Offenmarktgeschäften"]
  2. David Enrich und Charles Forelle: „ECB Gives Banks Big Dollop of Cash“, Wall Street Journal, 1. März 2012
  3. "Mario Draghi's "Dicke Bertha" - Banken leihen sich Rekordsumme von EZB“ FAZ.Net 29.02.2012]
  4. „Euro-Krise - Mit dem Sarko-Trade zur Draghi-Blase“ Financial Times Deutschland 29. Februar 2012
  5. „Schuldenkrise -Trügerische Hoffnung auf den ‚Sarkozy-Trade““ ´FAZ.NET 16. Dezember 2011
  6. (das) Entspannung an den Dollar: Banken zahlen EZB 137 Milliarden Euro zurück
  7. Die Namen der beteiligten Banken gab die EZB nicht bekannt; aus den monatlichen Bilanzen der verschiedenen nationalen Zentralbanken konnte im Laufe der Zeit bis zu einem gewissen Grad auf die Länder zurückverfolgt werden, in denen die betreffenden Banken ansässig waren. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Banken, die LTRO-Gelder zurückzahlen, durch kürzere Kreditfazilitäten alternative Liquidität erhalten könnten.
  8. (und) 5. Juni 2014 – EZB kündigt geldpolitische Maßnahmen zur Verbesserung der Funktionsweise des geldpolitischen Transmissionsmechanismus an
  9. (und) 3. Juli 2014 - EZB gibt weitere Einzelheiten zu den angestrebten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften bekannt
  10. (und) EZB-gezielte Kredite, die unter den Schätzungen ausgegeben wurden
  11. (und) 18. September 2014 – EZB stellt erstes gezieltes längerfristiges Refinanzierungsgeschäft in Höhe von 82,6 Mrd. € bereit
  12. Die Schätzungen an den Finanzmärkten reichten von 100 bis 300 Milliarden Euro, mit einem Median von 150 Milliarden Euro.